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Naturschutz im Zollergau

Aufgrund seiner geologischen Vielfalt mit den dadurch bedingten Höhen und Reliefunterschieden, den sehr unterschiedlichen Bodenverhältnissen kann der Zollergau mit einer ungemein reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt aufwarten. Im Nordwesten beginnt die geologische Abfolge noch mit tief eingeschnittenen Muschelkalktälern (Haigerloch). Das Keuperbergland Rosenfeld, Binsdorf, Ostdorf bietet viele interessante einsame Schluchten und Klingen, während der Schwarze Jura mit seinen großen Ölschieferflächen auf dem kleinen Heuberg (Schömberg, Dormettingen, Bronnhaupten) weite freie Ackerflächen zeigt und immer wieder einen Aufschluss zum Klopfen für Hobbygeologen. Einen unglaublichen Reichtum an Pflanzenstandorten bieten die Schluchten des Braunen Juras am gesamten Albfuß von Hechingen bis Schörzingen. Dauernd ist dieser „tönerne Fuß“ der Alb in Bewegung und auf kleinstem Raum können sich die verschiedensten Biotope ausbilden (z. B. NSG Beurener Heide). Die Wälder des Steilanstiegs im Weißen Jura sind hier im Südwesten keine so lichten Buchenwälder wie in den mittleren und östlichen Teilen der Alb. Dunklere Tannen- und Buchenwälder herrschen vor; die Tanne hat in der Gegend des Zellerhorns ihre natürliche nördliche Verbreitungsgrenze auf der Alb. Solche schönen dunklen Wälder noch mit einzelnen Eiben finden wir unterhalb des Lochensteins oder um Hausen am Tann.

Die Hochflächen der Zollernalb beherbergen die größten botanischen Kostbarkeiten, die einmähdrigen Bergwiesen. Wegen ihrer reichen Blumenpracht nicht nur botanische Dorados, sondern auch Geheimtipps für Schmetterlingsspezialisten. Nicht zu vergessen das berühmte „Aromaheu“, das sie nach spätem Schnitt noch liefern ( Wiesen um Meßstetten, Hossingen, Obernheim, Tieringen und NSG Irrenberg).

 

Naturschutzgebiete

Aus dem geschilderten geht leicht hervor, dass der Zollergau reich an den unterschiedlichen Naturschutzgebieten ist. Beispielhaft können nur wenige genannt werden. Näheres in

  • Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Tübingen (herausgegeben vom RP Tübingen überarbeitete Ausgabe 2005)
  • Zollernalb (herausgegeben vom Schwäbischen Albverein 1987)

Das Naturschutzgebiet Irrenberg
(Gemarkung Streichen / Zillhausen)

Der Irrenberg gehört zu den Spitzen-Naturschutzgebieten des Landes. Sehr steil und ortsfern wurde er nie gedüngt und sehr spät gemäht. So hat sich hier eine Halbkulturform der Holzwiesen mit alpinen Florenelementen malerisch erhalten. In den 1960er Jahren drohte das Gebiet mangels landwirtschaftlicher Nutzung zu versteppen. So rief 1973 insbesondere der Schwäbische Albverein die „Aktion Irrenberg“ ins Leben. Meist am letzten Schulsamstag vor den großen Ferien rechen 80 – 100 Helfer das Gras an den Hängen zusammen und schlitten es auf Plastikplanen hangabwärts, wo es von einem Landwirt abtransportiert wird. Naturschutz, Geselligkeit und Volksbelustigung in einem.

Naturschutzgebiet Hundsrücken

Nur wenige Meter vom Irrenberg entfernt, liegt das NSG Hundsrücken (seit 2002 mit dem NSG Irrenberg zu einem Schutzgebiet vereint). Einen größeren Gegensatz kann man sich kaum denken: Der Irrenberg als uralte Kulturlandschaft ist auf die Pflege durch die Menschen unbedingt angewiesen, während man am Hundsrücken der Natur freien Lauf lassen kann. Das Chaos des Bergrutsches von 1972 ist noch deutlich zusehen, als eine aufgeschlagene Seite im Buch der Erdgeschichte. Die offenen Mergelrutschungen besiedeln sich auch hier wieder mit alpinen Elementen.

Arbeitseinsatz am Irrenberg 23. Juli 2011 bei Regen, Nebel und Sonnenschein

  

  

  

  

  

Bannwald Untereck

In seinem Kerngebiet besteht es bereits seit 1924 und gehört zu den klassischen Naturschutzgebieten in Baden – Württemberg. Der Wald ist von jeglicher Nutzung ausgenommen und bietet dem Wissenschaftler wichtige Erkenntnisse über natürliche Waldzustände. Bäume dürfen hier noch aufrecht sterben. So hat auch der Wanderer das beeindruckende Erlebnis der Urwüchsigkeit.

Durch den Bannwald führt der HW 1 zwischen Albstadt-Laufen und Tieringen. Das Schutzgebiet wurde zwischenzeitlich auf 86 ha erweitert.

  

Hülenbuchwiesen 

Westlich des Bannwaldes fügt sich auf der Hochfläche das NSG Hülenbuchwiesen an. Die artenreichen einmähdigen Wiesen sind ein Überbleibsel einer historischen Nutzungsform. Aufkommender Gehölzbewuchs blieb stehen, und wurde als Bau- oder Brennholz verwendet. 

Wie ein Sporn ragt das Lochenhörnle ins Eyachtal hinaus, das auf bezeichneten Wanderwegen erreicht wird.

 

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