OG Untersteinbach

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Wandervorschläge der Ortsgruppe Untersteinbach

- Limeswanderweg -



Osterburken - Jagsthausen - Sindringen :



Der Limes :



Zu den großartigsten Bauten der römischen Zeit in unserem Lande zählt der Limes. Viele Wanderer zog der Limes schon an. Er zieht sich von der Gegend um Koblenz über 500 km bis zur Donau und ist damit das größte Bodendenkmal in Mitteleuropa.
Der Limeswanderweg ist der Hauptwanderweg Nr. 6 des Schwäbischen Albvereins. Er führt vom Main bis zur Wörnitz und bildet etwa ein Drittel des gesamten obergermanischen und rätischen Limes.
Das Wort "Limes" bedeutet "der künstlich gebahnte und gerade, ein Gebiet durchquerende Weg, eine Vermessungsachse oder ein zwei Gebiete scheidender Weg". Die Verletzung des Limes löste, wie wir aus der römischen Geschichte wissen, eine Folge von militärischen Aktionen aus. Der Limes wurde nicht in einem Zug errichtet, sondern vom Rhein, Bodensee und entlang der Nordalpen Schritt für Schritt vorverlegt und ausgebaut. Zum Limes gehörten über 60 Kastelle, eine ganze Anzahl von Kleinkastellen oder Feldwachen und mindestens 900 Wachtürme. Die enormen Wehranlagen sind Zeugnisse für die Auseinandersetzung zwischen den Römern und den Germanen.
Der Limeswanderweg beginnt in Miltenberg am Main und führt über Walldürn nach Osterburken. Ab hier wird der Limeswanderweg bis nach Mainhardt beschrieben.

Der Limeswanderweg (Teil 1):



Strecke: 24 km, Gehzeit ca. 6 1/2 Std.

Wanderkarte: L 6522 Walldürn, L 6722 Öhringen

Ausgangspunkt: Osterburken - Bahnhof

Wegemarkierung: der Limeswanderweg ist durchgehend mit dem AV-Zeichen roter Strich, teilweise schwarzer Turm und roter Strich, auf weißem Spiegel markiert.

Osterburken: 247 m NN. war in der römischen Zeit einer der bedeutendsten Militärposten am äußeren obergermanischen Limes, der um die Mitte des 2. Jh. n. Ch. auf der Linie Miltenberg - Lorch eingerichtet wurde. Eindrucksvoll ragen noch die Mauerreste des Limeskastells stellenweise mehr als 2 m hoch über die Erde. In jüngster Zeit wurde eine römische Thermenanlage freigelegt. Im Rahmen der Stadtsanierung präsentiert Osterburken einen modernen Marktplatz mit Rathaus, Terrassencafe und einer Stadtkirche, deren teilweise romanisch anmutendes Betonrelief sicherlich in die Kunstgeschichte eingehen wird.

Vom Bahnhof in Osterburken folgen wir dem Zeichen nach rechts bis zur Wegkreuzung. Durch die Siedlung erreichen wir die Römerstraße. Nach ca. 300 m überqueren wir den Brünnbach, der in der Nähe entspringt. Nach kurzem Aufstieg erreichen wir die Straße -Marienhöhe, Wemmershof -. Rechts ein römischer Wachturm der stark zugewachsen ist. Der Weg führt später am Waldrand, "Welschen Buchel", entlang. Hier ist der Limes hervorragend erhalten. Die Mauerreste sind in dem mächtigen Schutthügel deutlich erkennbar. Das nächste sichtbare Limesstück befindet sich auf der weiteren Strecke im Hergenstadter Wald. Der Weg überquert die Straße Hergenstadt-Hopfengarten und zieht im Wald hinunter zum Flüßchen Heidelsgraben. Der Waldrand, der sich am gegenüberliegenden Hang erstreckt, markiert ein Stück gut erhaltenen Limes. Wir wandern aber links und dann den Hang im Wald hoch und erreichen nach ca. 600 m einen Weg der unter der Autobahn durchführt. Der Weg führt in weitem Bogen zum Limes zurück, von dem durch landwirtschaftliche Nutzung keine Spuren mehr zu sehen sind. Auf der Straße nach Weigental gehen wir links, durch die Felder auf den Wald "Heiligenrain" zu.
In einem weiten Bogen entfernt sich der Weg vom Limes und wir überschreiten das Kessachtal kurz vor Unterkessach. Im Hochwald ist ein markanter Schutthügel als röm. Wachturm deutlich sichtbar. Bis zum Jagsttal ist vom Limes nichts mehr zu sehen. Unterwegs kommen wir durch den Weiler Leuterstal und nach ca. 3 km nach Jagsthausen.

Jagsthausen: 212m NN. Der Ort wird erstmals 1090 genannt. Sein Ortsadel, die Herren von Hausen (1090-1370), waren Ministeriale der Grafen von Dürn und später der Hohenlohe. Im 14. Jh. kam er allmählich an die Herren von Berlichingen, neben denen auch Kloster Schöntal Besitz hatte. Die alte Burg wurde umgebaut und vergrößert, sie diente fortan den Berlichingen als Hauptsitz. In ihr wurde 1489 Götz von Berlichingen, der "Ritter mit der eisernen Hand", geboren. Die noch im Besitz der Familie befindliche "Götzenburg", besteht aus dem Palais mit Rittersaal, dem Frauenhaus und einem Nordbau mit gewaltigen Ecktürmen. Im Schloßhof finden alljährlich die bekannten Götzfestspiele statt.

Der Wanderweg geht über die Jagstbrücke und über die Eisenbahnstrecke Dörzbach-Möckmühl zur Ziegelhütte. Beim Aufstieg von der Jagst bietet sich ein hervorragender Blick ins Jagsttal und nach Jagsthausen. Unser Wanderweg führt uns geradlinig auf den Stolzenhof zu. Auf dem Fahrweg erreichen wir die Straße Edelmannshof-Pfitzhof, die wir überqueren. Beim Abstieg nach Sindringen, besonders von der Hohen Straße, bietet sich ein Ausblick auf das Jagsttal und das 5 km entfernte Autobahnviadukt über die Jagst bei Widdern. Reste eines Kleinkastells wurden unter der Kirche von Sindringen entdeckt.

Sindringen: Stadt Forchtenberg: , 189 m NN. Das malerisch alte Kocherstädtchen, an der Stelle eines Römerkastells gelegen, wird erstmals 1037 im Öhringer Stiftungsbrief genannt. Über die Grafen von Calw kam es im 13. Jh. an die Herren von Weinsberg, von diesen Anfang 14. Jh. an Hohenlohe und wurde Amtssitz. 1363 erhielt Sindringen Stadt- und Marktrecht. Das Schloß im Nordosten, 1529 in der heutigen Form errichtet, geht auf eine ältere Burg zurück. Die um 1100 errichtete Kirche wurde um 1600 erneuert und erweitert. 1945 erlitt Sindringen erhebliche Schäden durch Luftangriffe.

Wandervorschlag von Manfred Bender,
Schwäbischer Albverein Ortsgruppe Untersteinbach


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