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Naturschutzgebiet Neuffener Heide
Auszug aus der Verordnung des Regierungspräsidiums
und dem Bericht des
ehemaligen Gaunaturschutzwarts Walter Wahl
Am 22. September 1978 wird vom Regierungspräsidium Stuttgart
verordnet: das Gebiet der „Neuffener Heide“ steht unter
Naturschutz. Es hat eine Größe von 16,87 ha. Die Verordnung mit
Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart verwahrt. Eine
Ausfertigung befindet sich beim Landratsamt Esslingen.
Schutzzweck ist die Erhaltung einer landschaftsbestimmenden
Heide im Hangbereich des Hohenneuffen mit einer typischen
Pflanzen- und Tiergesellschaft.
Besonders herauszuheben ist das Vorkommen seltener geschützter
Pflanzenarten der Halbtrockenrasengesellschaften.
Aufgrund einer Betreuungsübertragung durch das
Regierungspräsidium Stuttgart verpflichtete sich der Schwäbische
Albverein,Teck-Neuffen-Gau, notwendige
Pflegearbeiten, die
Überwachung des
Naturschutzgebiets, und die
Sicherung
ausreichender Beweidung
zu übernehmen.
Die Heide war einst bewaldet. Der Wald wurde gerodet und durch
die Nutzung als Egart und Weide, später nur noch als Weide,
offen gehalten.
Die beweideten Flächen reichten früher weit am Burgberg hinauf
bis fast zur Burg. Das bezeugt der Wacholder, der an lichten
Stellen des Hangbuchenwaldes vorkommt. An Stelle der einstigen
Weide ist dort wieder Wald. Wir erkennen: Die potenzielle
natürliche Vegetation ist im Bereich der Neuffener Heide der
Wald, genau
der
Buchenwald. Der einst vom Menschen gerodete Wald kehrt auf
freien und ungenügend genutzten Flächen wieder zurück. Den Weg
zur Wiederbewaldung bereiten Sträucher, wodurch offene Flächen
zuwachsen.
Ein Pionier der Verbuschung und somit der Wiederbewaldung ist
der Schwarzdorn,
auch Schlehdorn genannt. Durch seine sehr langen Wurzelausläufer
und den in kurzen Abständen davon ausgehenden Schösslingen ist
der Schwarzdorn bezüglich seiner Ausbreitungsfähigkeit allen
anderen Pflanzen der Heide weit überlegen. Sehr rasch wächst er
in freie Flächen der Heide hinein und verdrängt dort die
lichtbedürftigen Orchideen und Enziane, um derentwillen durch
Verordnung des Regierungspräsidiums die Neuffener Heide zum
Schutzgebiet erklärt wurde.
Durch Verbuschung und Wiederkehr des Waldes würde die biologisch
und landschaftlich wertvolle Heide ihren Charakter verlieren.
Neuerdings werden bei Pflegearbeiten Wurzelschösslinge mit einer
Hacke entfernt. Geschieht dies auf derselben Fläche drei bis
vier Jahre hintereinander, so verliert die Wurzel an Kraft und
gibt auf.
Mähen, eine wichtige Pflegearbeit
Durch Mähen und Abräumen des Mähgutes verliert
der Boden eine Menge Nährstoffe und magert ab. Doch die erhoffte
Abmagerung des Bodens brachte nicht den erwarteten Erfolg, denn
der Eintrag von jährlich 40 kg Stickstoff pro Hektar aus der
Luft ist beträchtlich. Von diesem Stickstoffeintrag profitieren
vor allem die Konkurrenten der Orchideen. Durch verstärktes
Wachstum drohen sie diese zu verdrängen. Regelmäßiges Mähen
mindert die Gefährdung.
Mähen und Freischneiden an meist steilen Hängen der Heide ist
eine anstrengende Arbeit, die seit 1990 von einem
Zivildienstleistenden des Schwäbischen Albvereins und ab Februar
1993 vom Pflegetrupp des SAV geleistet wird. Das Mäh- und
Schnittgut wird auf Planen geladen, den Hang hinab gezogen und
verbrannt.
Diese Arbeiten werden vor Ort mit dem Leiter des Pflegetrupps,
Jörg Desseker, besprochen. In der Regel sind bei Pflegemaßnahmen
20 bis 40 freiwillige Helfer im Einsatz. Sie werden über die
örtlichen Mitteilungsblätter und die Nürtinger Zeitung zu den
Pflegeterminen eingeladen. Die Arbeitseinsätze sind in der Regel
samstags und enden zur Mittagszeit mit einem Essen.
Sicherung ausreichender Beweidung
Schäfer Otto Kerner (Owen) lässt seine Herde
jährlich 3 mal langsam über die Heide ziehen und zwar Mitte
Juni, Ende Juli und Ende August.
Trotz Beweidung kann das Aufkommen von Gehölzen auf der Heide
nicht verhindert werden. Die frühere Aufgabe des Schäfers, die
Heide möglichst frei zu halten von Schwarzdorn und Wildrosen,
hat nunmehr der Schwäbische Albverein übernommen.
Freiwillige Helfer mit Interesse an der Erhaltung des
Naturschutzgebiets sind immer willkommen. Bitte beachten Sie den
entsprechenden Aufruf in der Presse.
Neue Informationstafeln wurden aufgestellt
Am 11. Juli 2007 hat das Regierungspräsidium Stuttgart in
Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Albverein entlang des Weges
durch die Heide drei Informationstafeln aufgestellt.
Regierungspräsident Dr. Udo Andriof, Landrat Heinz Eininger,
Präsident Dr. Ulrich Rauchfuß, Vizepräsident Reinhard Wolf,
Landtagsabgeordneter Jörg Döpper und der langjährige
Gaunaturschutzwart Walter Wahl
bezeichneten die Neuffener Heide als „Paradies“ und
Naturschutzgebiet erster Klasse. Die Tafeln geben viele Hinweise
zur Heidelandschaft, ihre Ursprünge und Geschichte. Außerdem
wird über die Art und Weise der Landschaftspflege durch den
Schwäbischen Albverein und über die vielfältige Flora und Fauna
mit ihren Orchideen
informiert.

Eine der Schautafeln
Position der Pflegehütte des Schwäbischen
Albvereines im UTM Gitter 32 U
E 0528856
N 5377727 siehe im Bild "Rotes Quadrat"

Richard Haußmann
Gaunaturschutzwart Neuffen-Teil
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