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Teck - Neuffen - Gau
  

Wandern und Bewegungstherapie

Das Thema „Gesundheitswandern“ ist zurzeit in aller Munde und auch der Schwäbische Albverein möchte das Thema im Teck-Neuffen-Gau noch besser verbreiten. Einige Ortsgruppen haben sich dieses Thema bereits angenommen und entsprechende Gruppen gegründet.
Ein neues Gesundheitsbewusstsein und „Natur genießen“ spielen neben anderen Motiven eine entscheidende Rolle. Körper und Sinne werden stimuliert und mit der äußeren kehrt auch innere Ruhe ein.

Um dem in der Bevölkerung entstandenen Bewegungsdefizit mehr entgegenzuwirken, als bei gelegentlichen Wanderungen, entstanden in einigen Ortsgruppen inzwischen Gesundheitswandergruppen, die sich wöchentlich treffen. Aus dem Teck-Neuffen-Gau besuchte Richard Haußmann als neu ausgebildeter „Gesundheitswanderführer“ vor kurzem ein Symposium beim Deutschen Wanderverband in Kassel mit dem Thema „Wandern und Gesundheit“ und berichtet darüber.

Mehr als 100 Vertreter von Wanderverbänden, Wandervereinen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Tourismusorganisationen und Krankenkassen aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich, um sich mit dem Thema „Wandern und Gesundheit“ zu beschäftigen. „Was ist Gesundheit, ist Wandern gesund, wie können wir mehr Menschen zum Wandern bewegen?“ – das waren wesentliche Fragen des Fachkongresses. Er wurde veranstaltet vom Deutschen Wanderverband und der Fachhochschule Osnabrück im Rahmen des Projekts „LET’s Go – jeder Schritt hält fit“. LET’s Go wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

 

Der Leiter des Gesundheitswesens der Volkswagen-AG in Kassel stellte das Wandern als neues, mögliches Angebot in der betrieblichen Gesundheitsförderung vor. Der VW-Konzern fühle sich verpflichtet, den Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze sowie Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu bieten. Unabhängig vom Alter oder Gesundheitszustand sei das regelmäßige, moderate Wandern ein hervorragendes Mittel, um sich fit zu halten. Wandern sei einfach umzusetzen und biete viele positive Aspekte für die körperliche und seelische Gesundheit sowie die soziale Kompetenz. Gemeinsam mit dem Deutschen Wanderverband sollen nun Angebote für die Mitarbeiter entwickelt werden.
Die Vertreterin vom Bundesministerium für Gesundheit lobte das Wandern als niedrig schwelliges Angebot, um mehr Bürger zu mehr Bewegung zu motivieren. Sportwissenschaftler Professor Dr. Klaus Bös vom Institut für Sportwissenschaft in Karlsruhe räumt mit einigen Missverständnissen zum Thema Sport auf. Mit dem Sport sei es wie mit den Medikamenten, die Dosis bestimme die Wirkung. Es gebe aber keinerlei Zweifel daran, dass regelmäßige moderate Bewegung gesund sei. Ein wesentlicher Grund für gesundheitliche Probleme der bundesdeutschen Bevölkerung sei eindeutig zu wenig Bewegung im Alltag. Mindestens zwei Stunden Bewegung in der Woche seien notwendig um fit zu bleiben. Nur noch maximal 17 % der deutschen Bevölkerung bewegen sich ausreichend. Wandern und Walking seien ideal um den Einstieg in ein bewegtes Leben zu schaffen. Wandern ist seiner Meinung nach ein ideales Ausdauertraining und optimal für die Mehrheit der Bevölkerung.


Weit mehr als die Ausdauer wird bei den „Gesundheitswanderungen“ trainiert, die der Deutsche Wanderverband und die Fachhochschule Osnabrück im Rahmen desProjekts „LET’s GO“ entwickelt haben. Professor Christoff Zalpour von der Fachhochschule Osnabrück stellte das Projekt und wissenschaftliche Untersuchungen vor, die eindeutig belegen, dass die Wahrscheinlichkeit sinkt, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, wenn man sich regelmäßig bewegt.
Er erläuterte, dass kein Mensch vollkommen gesund oder vollkommen krank sei. Man bewege sich immer zwischen diesen Polen. „Gesundheit bedeutet“, so der Mediziner, „ein guter Schwimmer im Fluss des Lebens zu sein.“ Wichtig sei, die Eigenverantwortung für seine Gesundheit zu übernehmen und sich viel zu bewegen, - am besten jede Woche zu wandern.
Verschiedene Trends wurden vom Zukunftsinstitut in Kelkheim vorgestellt, die Einfluss auf das Wandern haben. Dazu gehöre der Gesundheitstrend „Selfness“, der die Wellness-Bewegung ablöse. Auch die Hinwendung zur Natur und deren bewusster Konsum sei ein „Megatrend“. Mit dem Thema Gesundheit seien schon heute die Menschen gut zu erreichen. Die Wandervereine müssen „das Wandern neu denken“, um den zukünftigen Trends gerecht zu werden.
„Wie wirkt Landschaft auf Menschen?“ – war das Forschungsthema von Professor Dr. Erwin Frohmann aus Graz. Das Wandern in der Natur kann so je nach Landschaftsraum seine „therapeutische Wirkung“ auf der körperlichen, seelischen und geistigen Ebene entfalten.  

Wanderführer vom Schwarzwaldverein und Diabetes-Fachleute begleiteten Dr. Alexander Hemmann vom Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Diabetikerbund. An acht Wochenenden haben 30 – 45 Teilnehmer den ca. 280 km langen Westweg erwandert. Es handelte sich um Diabetiker, die als chronisch krank eingestuft sind. Dieses Wandern unter ärztlicher Aufsicht habe den Patienten Mut gemacht, trotz chronischer Erkrankung eine besondere Herausforderung zu bewältigen. Bei einigen konnten durch die regelmäßige Bewegung die Medikamente abgesetzt werden.
Ein Vertreter der AOK Hessen berichtete, dass ihre Versicherten für regelmäßige Teilnahme an Wanderungen innerhalb des Programms „BONUS fit“ Punkte ansammeln können, die zu einer Auszahlung in Euro führen.
Zum Abschluss stellten eine Projektmitarbeiterin der Fachhochschule und eine Gesundheitswanderführerin in einem Workshop den Teilnehmern des Symposiums eine Gesundheitswanderung in der Praxis vor und warb für den neuen Wanderpass.

Weitere Informationen im Internet unter:
www.schwaebischer-albverein.de/teckneuffengau/wandertraining1007
oder bei
Richard Haußmann, Oberboihingen, Tel. 07022 / 61781.

 

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