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Die 6. Gauwanderwoche des Zollergau führte ins
traumhafte Andorra. Die 33 Teilnehmer wurden Samstag nach ruhigem
Flug am Flughafen in Barcelona von Antonio mit dem Bus abgeholt. Er
brachte die Wanderer ins Hotel, wo nach Zimmerverteilung und Duschen
in Rekordzeit das erste Abendessen eingenommen wurde. Alle waren
überrascht über die Vielfalt der angebotenen Vorspeisen,
Hauptgerichte und Nachspeisen. Die ganze Woche war das Essen
hervorragend und sehr abwechslungsreich. Auch das Wetter zeigte sich
die ganze Woche von seiner besten Seite mit Sonnenschein und
Temperaturen bis 30°C.
Am Sonntagmorgen erwarteten uns bei strahlendem
Sonnenschein die Wanderführer Nano und Mitja. Die erste Wanderung
führte vom Hotel aus ins nahe gelegene Vall d ´Incles, wo alle die
Blütenpracht von Alpenrose, blauem Enzian, gelbem und roten
Türkenbund, Knabenkraut, gelbem Enzian und Germer bewunderten. Die
Wenigsten hatten zuvor eine solche Vielfalt gesehen. Nach dem
Aufstieg zum Siscarosee wurde vor dem Refugio del Siscaro bei
herrlichem Sonnenschein gerastet und die Aussicht genossen. Nach dem
Abstieg waren alle froh über eine Bar in Pont d ´Incles, wo Kaffee
und „Cerveza“ genossen wurden. Nach insgesamt 480 Höhenmetern in
Auf- und Anstieg kehrten alle müde aber zufrieden ins Hotel nach
Soldeu zurück.
Am Montag brachte Antonio den Tross ins
Ransol-Tal. Die Wanderung führte über 400 Höhenmeter zum Ransol-See
und zurück über das Rifugio dels Côms de Jan zum Ausgangspunkt. Am
Nachmittag wurde das Nationalheiligtum Andorras in Meritxell
besichtigt. In der romanischen Kirche wurde eine Madonna aus dem 12.
Jahrhundert aufbewahrt, bis die Kirche in der Nacht des 8.
Septembers 1972 abbrannte. Da keine Rückstände der Skulptur
aufgefunden wurden, wird vermutet, dass diese gestohlen und die
Kirche niedergebrannt wurde. Daneben wurde von Architekt Bofill eine
moderne Gedenkstätte errichtet, in der eine Kopie der Madonna
gezeigt wird.
Der Dienstag führte die Wanderer in den
Naturpark Sorteny, der aufgrund seines großen Pflanzenreichtums (ca.
750 Arten) geschützt ist. Vorbei am Refugio de Rialb stieg man auf
zu einem Sattel, wo inmitten von hunderten gelber Enzianpflanzen
gerastet wurde. Der Abstieg entlang des Riu de Sorteny endete in el
Serrat, wo alle froh waren, Alberto mit dem Bus zu sehen. Am
Nachmittag wurden das Postmuseum und das Casa de Areny-Pladollit,
heute ein Museum besichtigt. Dieses Haus einer alten Adelsfamilie
zeigt noch die typische Einrichtung von Adelshäusern im 18. und 19.
Jahrhundert. Ein kurzer Besuch in der romanischen Kirche galt den 2
Madonnenstatuen aus dem 12. Und 13. Jahrhundert.
Am 4. Wandertag war das Stehvermögen der
Wanderer gefragt. Im Madriu-Tal (Weltnaturerbe der Unesco) verließen
die Wanderer den Bus am Engolasters-See und erreichten nach
gemütlichem Aufstieg das Rifugio de Fontverd, eine kleine Berghütte,
die wie die meisten Hütten dieser Art nicht bewirtschaftet ist. Der
folgende Abstieg über 680 Höhenmeter war zwar anstrengend, aber
landschaftlich wunderbar. Am Nachmittag wurden in Encamp das
Automobilmuseum mit ca. 240 Exponaten sowie das Casa Christo
besichtigt, das Haus einer andorranischen Kleinbauernfamilie mit
Originaleinrichtung aus dem 18./19. Jahrhundert.
Der Donnerstag brachte den Höhepunkt der
Wanderwoche. Eine Gruppe bestieg den 2782 m hohen Pic de Montmalús.
Die anderen wanderten durch die wunderschöne Granitlandschaft des
Circ de Pessons mit seinen markanten Bergformationen und bewunderten
unterwegs 14 Bergseen, einer schöner gelegen als der andere. Diese
Tour gehört zu den schönsten in Andorra.
Der letzte Wandertag brachte die Gruppe nach
Sant Julia de Loria in den Süden Andorras. Auf einem Hochplateau in
über 2200 m Höhe wurde beiderseits der spanischen Grenze eine
Rundwanderung mit schönen Ausblicken bis zum Wald von La Rabassa
durchgeführt. Am Nachmittag hatten die Wanderer Zeit zum zollfreien
Einkaufen in der Hauptstadt Andorra la Vella. Anschließend wurde das
Parlament besichtigt. Es befindet sich im Casa de la Vall, einem
1580 erbauten befestigten Haus. Dort finden ein einem ca. 100 qm
großen Saal Regierung und Parlament (28 Abgeordnete) Platz. Eine
Besonderheit ist ein Schrank mit 7 Schlössern. Jede der 7 Gemeinden
Andorras hat einen Schlüssel für den Schrank, in dem sich die
Sitzungsunterlagen befinden. Somit kann das Parlament nur tagen,
wenn aus jeder Gemeinde mindestens 1 Abgeordneter da ist. Bei der
Besichtigung wurde auch das politische System Andorras erklärt. Alle
4 Jahre wählen die Andorraner, die nur 14.000 Personen (durch
Abstammung, Geburt, Heirat und heute auch nach 25 Jahren Wohnsitz)
unter einer ständigen Wohnbevölkerung von 85.000 zählen – in jeder
der 7 Gemeinden insgesamt 28 Abgeordnete. Diese wählen den
Parlamentspräsidenten und die Regierung. Bis zum heutigen Tag sind
der französische Staatspräsident und der Bischof von Urgell in
Spanien die Co-Fürsten und teilen sich die Regierung. Auf der
Rückfahrt zum Hotel in Soldeu stand noch die Besichtigung der
romanischen Kirche Sant Joan de Caselles auf dem Programm. Sie wurde
im 11. Jahrhundert erbaut und im 15. Jahrhundert durch eine runde
Apsis und ein Vordach ergänzt. Das einzige Schiff ist schlicht, wird
aber bereichert durch ein barockes Altarbild aus dem 16. Jahrhundert
und einem der wenigen erhaltenen Wandbildern mit einer
Reliefskulptur von Jesus Christus.
Danach hieß es Abschied nehmen von den
Bergführern Mitja und Nano. Der Organisator der Wanderwoche Helmut
Disch bedankte sich bei ihnen mit Bildbänden über die Zollernalb, um
ihnen auch unsere Heimat zu zeigen. Außerdem erhielt jeder ein
Geldgeschenk.
Am Samstag in aller Frühe brachte Antonio dann
die Wanderer zum Flughafen nach Barcelona und der Rückflug nach
Deutschland wurde angetreten. Gauschatzmeister Helmut Bitzer
bedankte sich mit einem Präsent bei Helmut Disch für die
Organisation der Wanderwoche. Dieser lobte die Disziplin der Gruppe
und nannte das Ziel der Wanderwoche 2010, es geht voraussichtlich
nach Kapadokien.
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