Kultur- und Wanderreise der OG
Wolfegg
vom 30. 8. – 7. 9. 2007 nach Andorra
Am Donnerstag Abend, starteten 42 Albvereinler
mit einem modernen Reisebus nach Andorra. Bei bequemer Fahrt über
Genf, Lyon, Montpellier und Narbonne erreichten wir um die
Mittagszeit die Ausläufer der Pyrenäen. Vom Mittelmeer aus führten
nun Serpentinen durch die verschiedenen Hochtäler der Pyrenäen bis
in das 1900 Meter hochgelegene kleine Dorf Soldeu in Andorra,
Quartier dem Hotel „Himalaia“ und Ausgangspunkt unserer Wanderungen.
Kurz nach der Ankunft am Freitag nachmittag lockerten wir bei einem
kleinen Anpassungsspaziergang mit der örtliche Bergführerin Erika
unsere Gelenke. Sie informierte über das Land, die Geographie
Andorras, die geplanten Bergtouren und Besichtigungen
Ein kleiner Bergpfad führte uns am Samstag
Morgen direkt vom Hotel weg, durch einen schönen schattigen
Kiefernwald. Trotz dem Ende der Blütenperiode konnten Bärwurz und
die in unseren Regionen nicht vorkommende Golddistel entdeckt
werden. Um die Mittagszeit erreichten wir unser erstes Etappenziel
den 2440 Meter hoch gelegenen Siscarosee. Über die Siscarohütte und
das schöne Inclestal stieg nun ein Teil der Gruppe zum Hotel ab.
Die andere Gruppe erwanderte den Pas de las Vacas (2550 Meter), und
stieg über ein herrliches Tal zum Hotel ab.
In das ursprünglichste Tal von Andorra, das Tal
von Madriu führte uns am Sonntag die nächste Wanderung.
Über eine uralte gepflasterte Bauernstrasse die von hohen
Steinmauern aus Granitquadern und von hohen Buchs- und
Haselnussbüschen dicht gesäumt war, erreichten wir das Bergdorf
Ramio. Wie das gesamte, von Gletscherspuren geprägte Tal mit der
historischen Straße steht auch das Bergdorf Ramio als Weltkulturerbe
unter dem Schutz der UNESCO. Über das Tal Font Verd und den Coll
Jovell erreichten wir zur späten Mittagszeit unser Ziel ein
typisches andorranisches Landrestaurant. Eine Vorstellung der
landestypischen Wurst- und Grillspezialitäten bei vollmundigem
Rotwein lies der Geselligkeit und dem Gesang freien Lauf.
Den Höhepunkt aus alpiner Sicht bildete die
Bergtour ( 8 Std.) am Montag zum Pic de la Serrera. Der Bus
brachte uns zum Ausgangspunkt in das Ransoltal von dem beide
Wandergruppen über die Meners-Seen zum Meners-Joch (2720 m)
aufstiegen. In diesem Tal wurde in der Vergangenheit Eisenhaltiges
Gestein geschlagen und mit Maultieren in den Ort Ordinio
abtransportiert. Wer von diesen 800 Höhenmeter Aufstieg noch nicht
genug hatte, stieg nochmals 200 Höhenmeter auf den imposanten Pic
de la Serrera (2913 m) auf.
Hier konnte man die Aussicht auf die vielen Gipfel des
Pyrenäenmassiv genießen die auf der französischen Seite von einem
Wolkenmeer umspült wurden. Der Abstieg über das Tal von Sorteny, das
dem gleichnamigen Naturpark seinen Namen gab, glich einer
Blumenexcursion. Viele Pflanzen säumten den Weg und unsere
Blumenexpertin fand an vielen versteckten Stellen seltene Pflanzen
so auch das sehr seltenen Enziangewächs Tarant und Blütenstände der
Pyrenäenlilie. Im Tal von Ordinio angekommen wartete der Bus auf die
ausgepowerten Wanderer. Diese Bergtour stellte mit ihrem langen
Anstieg und Abstieg in das Tal hohe Anforderungen an beide Gruppen,
die jedoch von allen ausnahmslos sehr gut gemeistert wurden.
Als Kulturtag, mit einem Ausflug in die
spanische Stadt Seu D´Urgell gestalteten wir den Dienstag.
Der Olympiapark an der Segre, der für die Austragung der Olympischen
Spiele 1992 im Wildwasserkajak erstellt worden ist, war unser
Ausgangspunkt. Die schöne romanische Kathedrale in Seu D´Urgell, das
Diözesanmuseum und der Kreuzgang bildeten den Mittelpunkt der
Führung. Auf dem Bauernmarkt konnte anschließend jeder nach eigener
Lust und Laune landestypische Produkte wie Würste, Seranoschinken,
Feigen Pilze und Pfirsiche für das anschließende Picknick kaufen.
Das Museum in Ordinio, das wir auf der Rückfahrt besuchten, brachte
uns nochmals die geschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung von
Andorra nahe.
Von der „Talstation“ des Grau Roig auf 2000 m,
dem größten Skigebiet Andorras gingen am Mittwoch wiederum 2
Wandergruppen los.
Mit einem „Wamos“ (auf geht’s) hatte die erste Gruppe den 2840 m
hoch gelegenen Pic de Pessons im Visier. Der Weg führte uns an 17
tiefblauen Bergseen die wie an einer Perlenschnur aufgereiht in die
mit Granitquader übersäte Gebirgslandschaft eingebettet waren vorbei
hinauf zum Berggipfel. Von hieraus genossen wir wieder bei
azurblauem Himmel eine wunderschöne Aussicht auf die gewaltigen
Gipfel der spanischen Pyrenäen. werden.
Am Abend durften wir beim gemütlichen Wanderausklang den Dank an
unsere andorranischen Bergführer abstatten. Sie führten uns nicht
nur exzellent in den Bergen, sie brachten uns auch die Kultur, Kunst
und die Geschichte des Landes bei. Für die erfolgreiche Teilnahme an
diesen herausfordernden Wanderungen erhielten alle Teilnehmer
Wanderurkunden zur Erinnerung.
Ein großer Dank ging an diesem Abend an Hermann Heitkamp und Gabi
Baur, die bereits vor über einem Jahr diese Fahrt ausgewählt und
hervorragend vorbereitet und betreut haben.
Anndora la Vella, die Hauptstadt verlockte zum
Ausklang am Donnerstag zum Shopping. Zuvor besuchten wir die
gut erhaltene romanische Kirche bei Canillo und das andorranische
Nationalheiligtum Meritxell.
Das Parlament in Andorra konnte nach terminlichen Schwierigkeiten
(Sitzung mit Mitgliedern des Europarates) letztendlich doch noch
besichtigt werden. 28 Abgeordnete vertreten das Land, das mit 70 000
Einwohnern in 7 Gemeinden flächenmäßig nur ca.10 mal größer ist als
die Gemeinde Wolfegg.
Früh morgens am Freitag ging es bereits wieder mit dem Bus Richtung
Wolfegg, wo wir kurz nach Mitternacht übermüdet eintrafen.
Wolfgang Schmid
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