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Vor kurzem fuhren 50 Wanderfreunde nach Malbuisson am See St.Point
nahe der Schweizer Grenze. Im Hotel Le Lac waren die Teilnehmer gut
untergebracht und konnten die ausgezeichnete französische Küche
genießen.
Die Landschaft, die die Wanderer in dieser Woche kennen lernten,
ist geprägt von welligen Höhen, Wäldern und tief eingeschnittenen
Tälern, die sich die Flüsse in Jahrtausenden gebahnt haben. So waren
es vielfach diese Täler mit ihren oft schroffen Felswänden und den
eindrucksvollen Wasserfällen, die das Ziel der Wanderungen waren.
Da war zunächst der Lison, den man flussaufwärts wanderte, durch
üppig grüne Vegetation bis hin zur Quelle. Unterwegs ein Aufstieg zur
„Grotte Sarasin", eine 90m offene Höhle in einem Felsenrund, von den
Wassermassen gebildet. Die eigentliche Quelle bildet einen prächtigen
Wasserfall, darüber ein riesiges Höhlenmaul, von Felsen
eingeschlossen.
Ein Erlebnis der besonderen Art war die Wanderung entlang des
Wildbachs „Hérisson" (= der Igel) mit unzähligen prächtigen
Wasserfällen. Da das Wasser auch „von oben" kam, bot eine große
Felsgrotte den willkommenen Platz für die Mittagsrast. Ausgeruht und
etwas abgetrocknet ging es dann hinter einem gewaltigen Wasserfall
hindurch – man war wieder etwas nass...
Aber das war der einzige Regentag, die Sonne verwöhnte die
Wandergruppe an allen folgenden Tagen. So war es auch bei der
Wanderung zum Hauptfluss des Départements, dem Doubs, der ein ganzes
Stück weit die Grenze zur Schweiz bildet. Auf einsamen Waldwegen
führte die Wanderung zu der hoch über dem Weg gelegenen Grotte
Greneier, die nur über eine lange Leiter erreichbar ist. An der
Staumauer von Chatelot mit 75m Höhe wird die Kraft des Doubs zur
Energiegewinnung von der Schweiz und Frankreich gemeinsam genutzt. Und
schließlich kam da der „Sprung des Doubs", der Wasserfall des Doubs,
der über 27m mit lautem Getöse in die Tiefe stürzt.
Und schließlich besuchte man noch das Tal der Loue. Zunächst ging
es auf abwechslungsreichen Wegen bergauf zum Aussichtspunkt du Moine.
Von hier aus bot sich ein herrlicher Ausblick in das 300m tief
eingeschnittene Tal der Loue. Im Talgrund angekommen, führte der Weg
im Wald am rauschenden und tosenden Fluss aufwärts zur Quelle. Am Fuß
einer hohen Felswand schießt das Wasser über einen Wasserfall in die
Tiefe.
Ein Höhepunkt der Woche war die Wanderung zum Mont d’Or, der
immerhin 1462m erreicht. Prachtvolle Panoramasicht in die Schweizer
Berge und in den waldreichen Jura der beiden Länder, eindrucksvolle
Felsabstürze, die schon zur Schweiz gehören, und alpine Flora
begeisterten die Wanderer.
Auch das „Chateau de Joux", hoch über einem Engtal des Doubs
gelegen, war eines der Ziele. An diesem strategisch günstigen Platz
stand schon im 11. Jahrhundert eine Festung, die dann im 17.
Jahrhundert zum Schloss ausgebaut wurde., Später wurde es als
Staatsgefängnis genutzt. Mirabeau, einer der Vordenker der Revolution
saß hier ein, und auch Heinrich von Kleist musste als mutmaßlicher
Spion einige Wochen hier verbringen. Drei Burggräben schützen die
weitläufige Anlage, ein 120m tiefer Brunnen ist sehenswert, ebenso
eine umfangreiche Waffensammlung.
Und der letzte Wandertag führte vom Hotel aus, den See entlang zur
Blauen Quelle und weiter zum Fort St.Antoine. In den unter-irdischen
Gemäuern der ehemaligen Militärfestung werden bis 65.000 Laibe des
Comté-Käse gelagert und zur Reife gebracht. Eindrucksvoll waren die
Roboter, die rund um die Uhr die Käselaibe wenden und bearbeiten,
höchst wohlschmeckend die Kostproben.
Zu all diesen Wanderungen gab es jeweils auch kleinere
Alternativen, so dass alle Teilnehmer nach Lust und Können auf ihre
Kosten kamen.
Auf der Rückreise schließlich stand noch ein Besuch in Besancon auf
dem Programm, der Hauptstadt der Franche Comté. Die Stadt besticht
durch ein großes, geschlossenes Stadtbild, und zum letzten Mal konnten
wir den Doubs begrüßen, der um die Altstadt einen großen Bogen bildet.
Hochbefriedigt kehrte die Wandergruppe heim, nahm viele schöne
Erinnerungen mit und dankte begeistert den Organisatoren der Reise:
Rolf Böhme und Anton Müller.
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