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16 Wanderfreunde starteten am Donnerstag, 07.06., für vier Tage
in Richtung Frankreich, um die Gegend um die Partnergemeinde
Pouilly-en-Auxois in Burgund zu erkunden. Erster Halt war in
Montbéliard, das ehemals württembergische Mömpelgard. Vierhundert
Jahre württembergischer Herrschaft hat ihre Spuren hinterlassen.
Vorbei an Besançon ging’s auf die Hügelkette Côte d’Or zu und
weiter nach Beaune. Den Innenstadtbummel nutzen einige zur
Besichtigung des Hôtel Dieu , dem einstigen „Hospiz der Armen", eine
Wohltätigkeitsstiftung aus dem 15. Jahrhundert; markant sind seine
mit bunt glasierten Ziegeln gedeckten Dächer. Andere zogen es vor,
sich in einem Café niederzulassen.
Dann aber war es höchste Zeit, Pouilly anzusteuern.
Annick Desbois, die Vorsitzende des Partnerschaftsausschusse von
Pouilly, erwartete uns winkend an der Zufahrt zum Gemeindezentrum.
Beim anschließenden Stehempfang wurden wir von Frau Bürgermeisterin
Garnier und von Annick Desbois, Chantal Chevalier und Bernard
Laurent, herzlich willkommen geheißen. Hans Schott überbrachte die
Grüße von Herrn Bürgermeister Schlecht, des Gemeinderats und von
Inge Schuster, der Vorsitzenden unseres Partnerschaftsausschusses,
und bedankte sich namens des Albvereins für die Einladung und nannte
als mögliches gemeinsames Motto „Vieles ginge besser, wenn man
mehr ginge" (J.G. Seume), was von den französischen
Wanderfreunden voll akzeptiert wurde; er sprach auch die
Gegeneinladung aus. Danach wurden wir auf die Gastgeber „verteilt"
oder ins Hotel gebracht, um uns später zu einem üppigen Abendessen
wiederum im Gemeindezentrum zu treffen.
Am Freitag wanderten wir zusammen mit den Mitgliedern der
Association Rando-Gym (Wandervereinigung) mit Alain Federoff ab dem
Stausee von Cercey aufwärts nach Châtellenot, wo wir die neben der
Burg gelegene Kirche besichtigten. Im nahegelegenen Weiler Dionne,
wo uns Herr Bürgermeister Josserand begrüßte, hatten unsere
französischen Freunde ein reichhaltiges Picknick vorbereitet: Als
kleinen Beitrag unsererseits machten wir ein Bierfässle auf. Umrahmt
wurde die Mittagspause von der Gruppe Passe-Montagne, die mit
Dudelsack, Akkordeons und Drehleier burgundische Weisen spielten. In
jedem Weiler hat es offenbar ein „Waschhaus", in dem in einem
großen, von einem Bach durchflossenen Becken, früher gewaschen
wurde. Drei Frauen führten uns das, in damaliger Tracht gekleidet,
vor. Bestaunt haben wir die Mauern der Gebäude und Einfriedigungen,
gefügt aus unregelmäßigen Steinen, mit zum Teil wenig oder gar
keinem Mörtel errichtet. Nächstes Ziel war Chailly sur Armançon, wo
uns Herr Bürgermeister Loizon begrüßte und uns die Dorfkirche
zeigte. Am Zuflusskanal entlang wanderten wir zurück zum Stausee.
Anschließend ging’s zum Hafen: Pouilly liegt am Scheitelpunkt des
Canal de Bourgogne 400 m ü. NN; er unterquert Pouilly in einem
Tunnel von 3333 m Länge.
Am Abend hatten wir Gelegenheit, die „Cuisine française" bei unseren
Gastgebern zuhause kennen zu lernen.
Ziel am Samstag war das Monument Saint Étienne. Nach der
„Rue de Lenningen" ging’s steil den Berg hinauf. Nach dem Abstieg
zum Tal von Beaume sah man beim Wiederaufstieg in Richtung Dijon die
imposante Felspartie von Beaume. Am felsigen Rand der Hangkante
links öffneten sich Spalten ähnlich denen unserer „Höllenlöcher".
Am Monument gab Marie-Aleth Bouley Erläuterungen zu seiner
Geschichte. Von ihm aus hat man einen Blick auf die weite Ebene bis
hin zu dem Schlachtfeld vor Alesia, wo 52 v.Chr. die Römer unter
Cäsar die Gallier unter Vercingetorix besiegten. In dem Weiler
Panthier, unterhalb des Waschhauses, war große Pause mit Picknick.
Der Vorsitzende der kommunalen Vereinigung des Cantons, Herr Gaitey,
begrüßte uns. Wir zapften wieder ein Bierfässle an, grillten unsere
mitgebrachten Roten und konnten somit auch „etwas bieten". Die
Musikgruppe spielte zum Tanz auf. Die Wanderung endete am Eingang
des Kanaltunnels, wo uns die Frau Bürgermeisterin begrüßte.
Am Abend waren wir zu Gast im Restaurant de l’Auxois am Hafen von
Vandenesse. Hans Schott, der das Ganze geplant und organisiert
hatte, und unsere Vorsitzende Hilde Kuch, bedankten sich herzlich
bei dem Partnerschaftsausschuss und bei der Frau Bürgermeisterin und
brachten zum Ausdruck, dass wir überwältigt waren von der
Gastfreundschaft, dass wir von der Schönheit der waldreichen
Hügellandschaft, den ausgedehnten Feldern mit rotem Klatschmohn und
blauen Kornblumen und überhaupt von der ganzen Gegend rund um
Pouilly mit seinen Seen, Weilern und Schlössern, beeindruckt sind.
Aus etwa 35 Personen bestand an beiden Tagen die
französisch-deutsche Wanderergruppe.
Am Sonntag wurden wir mit einem herzlichen „Au revoir!"
verabschiedet. Über den Col de la Schlucht auf dem Vogesen-Hauptkamm
fuhren wir nach Colmar; weiter über Freiburg nach Hüfingen, wo wir
in der „Ratsstube" gut zu Abend aßen. Hilde Kuch bedankte sich bei
Hans Schott für die viele Mühe die er sich gemacht hatte, bei
Christel Heilemann und bei Karin Rau, die unermüdlich übersetzt
haben und bei Klaus Heide, der uns souverän gefahren hat.
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