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Wanderbericht OG Tailfingen
Italien, Südtirol
Traumkulisse Dolomiten

Anfangs Oktober 2003 6 Tage in Südtirol unterwegs

Dort, wo der Sage nach König Laurin seine Rosengärten in Stein verwandeln musste, um sein Volk vor dem Neid der Feinde zu schützen, zog es die Tailfinger Albvereinler hin.

In der Nähe des Kirchleins Sankt Zyprian im Tierser Hochtal, von wo aus einer der schönsten Blicke auf die Felsbarrieren der Rosengartengruppe zu finden ist, quartierte sich die 44-köpfige Wandergesellschaft ein.

Gleich nach der Ankunft wurde eine kleine Rundtour ins Tschamintal unternommen. Am nächsten Tag wurde der fast leere Karersee umrundet und nach Welschnhofen abgestiegen. Die dort begangene Elisabethpromenade mit Aussicht auf die sonnenbeschienenen Felsen des Latemar- und Rosengartenmassivs wird so schnell niemand vergessen.

Am dritten Tag fuhr man mit dem Bus über Kastelruth nach St. Ulrich im Grödner Tal. Von dort wurde mit dem Sessellift aufgestiegen, um zur Raschötzhütte zu wandern. Dass man durch Schnee stapfen musste, machte überhaupt nichts aus, denn der grandiose Ausblick mit dem wechselnden Wolkenspiel auf das Sellamassiv, Langkofelgruppe mit Seiseralm, die breite Pyramide des Langkofels, sowie den Schlern entschädigte all die Mühe. Danach ging die Fahrt über das verschneite Sellajoch durchs Fassatal und über den Karerpass zurück nach Tiers.

Am vierten Tag wurde als Aufstiegshilfe der Sessellift zur Kölner Hütte auf 2340 m benutzt. Die morgendliche Wanderung über den vereisten Höhenweg, den Hirzelweg, direkt unter dem Rosengarten erwies sich als kritisch, aber der Wille der Wanderführer Johannes van Ophuysen und seiner Frau Heidi, den Reiz dieser Bergwelt zu zeigen, setzte sich durch. Bei aufkommendem Sonnenschein erstrahlte das Rundumpanorama in der klaren Herbstluft weit über die Dolomiten hinaus. Rast gemacht wurde auf der 2273 m hoch gelegenen Pederivahütte, wo sogar ein Teil der Marmolada zu sehen war. Die Kurzwanderer stiegen ab zur Bergstation Paolinahütte, die anderen zurück zur Kölnerhütte.

Am vorletzten Tag ging es vom Nigerpass zur Hanicker Schwaige, von wo aus in unmittelbarer Nähe die Vajolettürme, die gezackte Laurinswand und das behäbige Massiv der Rosengartenspitze zu sehen sind. Nach der Einkehr ging es durch das Purgametschtal hinunter in Richtung Sankt Zyprian. Wer sich umdrehte, konnte erahnen, wie in der Dämmerung die Felsen aussehen. Nach dem Zauberbann des Königs Laurin über den Rosengarten, sollte niemand seine Rosen mehr sehen, weder bei Tag noch bei Nacht. Nur in der Abendzeit glüht der ganze Berg im Licht der untergehenden Sonne und erinnert an die Rosen des Königs.
Wenn sich jemand vor dem Abendessen einige Meter in Richtung zum Kirchlein Sankt Zyprian bewegte, konnte diese Kulisse des Sonnenuntergangs erleben.

An jedem Abend wurde viel gesungen, und Beiträge einiger Teilnehmer lockerten die Abende auf.

Am Sonntag war die Heimfahrt angesagt, nicht ohne einen reichlichen Zwischenaufenthalt in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck. Die einen machten zur Besichtigung eine Fahrt mit dem Fiaker, die anderen bestiegen den Stadtturm.

Bei einem Imbiss unter dem Goldenen Dach ließ man die schöne Reise ausklingen und freute sich schon auf die Reise im nächsten Frühjahr, welche den Albverein in die Nähe vom Kalterer See führen wird.

Wanderführer
Johannes van Ophuysen
Wolfsgrubenstr. 24
72461 Albstadt
Email: J.vanOph@t-online.de

 

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