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Wanderbericht OG Tailfingen
Deutschland, Mosel
 

Wanderurlaub an der Mosel

In  unzähligen Mäandern windet sich der Fluss zwischen Hunsrück und Eifel zum Rhein hin und bildet eine unvergleichlich reizvolle Landschaft.

Das Moseltal ist  aber auch wegen des guten Weines, der historischen Dörfer und Städte sowie der zahlreichen Burgen und Aussichtspunkte weltbekannt. Grund genug für die Tailfinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, dort den diesjährigen Wanderurlaub zu verbringen.

Als der Bus bei der Anreise in das Tal hinab fuhr, ging gerade ein starkes Gewitter nieder, und es verbreitete sich ein beklemmendes Gefühl, ob das mit dem Wandern überhaupt was wird.

Jedoch nachdem im Hotel Pollmanns in Ernst die Zimmer bezogen wurden, ging es schon zur ersten Wanderung auf den Apolloweg vom Valwiger Berg hinab nach Walwig. Vom Regen kaum noch belästigt bekam man einen ersten Eindruck  von den steilen Weinhängen und den malerischen Dörfern.

Durchs Enderttal vom Kloster Maria Martental nach Cochem.
Erst über Umwege wurde das Kloster erreicht, denn die angestrebte Zufahrt war für Busse gesperrt. Das Kloster der Ordensgemeinschaft Herz Jesu Priester beherbergt heute 13 Ordensleute, die sich dem Dienst an Pilgern und Besuchern dieses bekannten Wallfahrtsortes widmen, zu dem jährlich Tausende Pilger kommen. Die modern erweiterte Kirche mit dem Vorplatz für Gottesdienste wurde besichtigt und als sehr sehenswert empfunden. Danach ging es durch das einsam romantische Tal der wilden Endert mit den vielen einsamen Mühlen. Wie bestellt, tauchte zur Mittagszeit die einzige Gastwirtschaft des Tales auf, und man konnte vespern. Nach viereinhalbstündiger Wanderung wurde die Stadt Cochem mit der majestätischen Reichsburg erreicht, wo man bekam einen ersten Eindruck der „Perle der Mosel“ bekam.

Auf dem Weinlagenwanderweg von Reil über Kröv nach Kinheim.
Für den etwas anstrengenden Aufstieg wurden die Albvereinler sogleich mit herrlichen Ausblicken belohnt.
Fortan ging es am Trauf oberhalb der zum Teil stark geneigten Weinhänge entlang mit Blick auf die Moselschleifen und den Schiffsverkehr. Viel Wissenswertes über den Weinbau war auf den Tafeln entlang des Weges zu lesen. Die Kurzwanderer stiegen nach 11 km nach Kröv und die Weitwanderer nach 15 km nach Kinheim ab.

Von Ernst zum Kloster Ebernach und über die Moselhöhe nach Beilstein.
Am Ruhetag für den Busfahrer war eine Wanderung vom Standquartier aus angesagt. Nur eine kleine Gruppe unverwüstlicher wollte diesmal wandern. Sie ging zunächst entlang der Mosel bis zum Kloster und danach am Ebernachbach entlang durch den Wald bergan. Oben erreichte man über die Hochfläche den Aussichtspunkt mit Blick auf Breitenstein sowie die Staustufe Fankel, die gerade um eine zusätzliche Schleuse erweitert wird. Über einen Serpentinenweg erreichte man in Ellenz dem Campingplatz am Ufer und setzte mit der Fähre nach Beilstein über. Der andere Teil der Gruppe besichtigte an diesem Tag Cochem, machte eine Bootsrundfahrt und fuhr anschießend  mit dem öffentlichen Bus ebenfalls nach Beilstein. Der Ort mit der Klosterkirche und der Burgruine Metternich wird wegen des märchenhaften Anblickes zu recht als Dornröschen der Mosel bezeichnet.

Schifffahrt von Beilstein nach Zell, Aufstieg zum Prinzenkopf und Abstieg nach Alf.
Nun wurde das Tal der Mosel vom Fluss aus erkundet. Man staunte über die sehr steilen Hänge, die bis oben mit Weinreben bepflanzt sind und bekam Hochachtung vor der Arbeit der Winzer. Allerdings werden diese auch für ihre Mühen belohnt, denn um so steiler der Hang  ist, umso besser wird der Wein. Nach dreistündiger Fahrt, wobei auch eine Schleuse zu benutzen war, wurde Zell erreicht. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt folgte der Aufstieg zur Marienburg und zum Aussichtsturm Prinzenkopf. Der erst vor kurzem wieder neu erstellte 18 m hohe Turm steht an engster Stelle über einer Moselschleife und bietet einen einmaligen Blick auf die extremen Windungen des Flusses. Beim Abstieg nach Alf sah man auf der einen Seite die Doppelstockbrücke der Kanonenbahn und auf der anderen Seite hinüber zur Burg Arras.

In der Luxemburgischen Schweiz von Echternach nach Berdorf.
Die Anfahrt mit dem Bus nach Echternach dauerte fast zwei Stunden, aber  infolge der intensiven Beratung durch das dortige Fremdenverkehrsamt konnte der Einstieg zum schönsten Wanderweg gleich gefunden werden. Der mit E1 bezeichnete Weg ging andauernd bergauf. Aber die spektakulären Felsformationen mit Namen wie Wolfschlucht, Labyrinth oder  Amphitheater verzauberten einen dermaßen, dass die Anstrengung gar nicht bemerkte wurde. Für viele war diese Tour der Höhepunkt der Urlaubswoche und die Strapazen der weiten Fahrt wurden daher gerne in Kauf genommen.

Von Burg Pyrmont über Burg Elz nach Moselkern.
Zunächst wurde die Burg Pyrmont, hoch über dem Wasserfall der Elz,  in Augenschein genommen, bevor entlang der Elz talabwärts marschiert wurde und man dabei die Ruhe und die Natur genoss. Nach dreieinhalb Stunden tauchte plötzlich der Umriss der imposanten Burg Elz auf. Mit ihren Erkern und Türmchen klebt sie auf einem steilen Bergkegel über der Elz. Man nahm sich genügend Zeit, um die gut erhaltene Anlage zu erkunden, und die Weitwanderer machten sich auf den drei km langen Weg hinab nach Moselkern.

Die Wanderwoche war am Sonntag zu Ende und die  Reisegruppe, dankbar für das durchgehend schöne Wetter und  die schönen Erlebnisse, machte sich  auf den Heimweg.

In Koblenz wurde noch das Deutsche Eck besucht und in Speyer machte man Mittagspause und besichtigte anschließend den Dom zu Speyer.

Zum Abschluss bedankte sich Vertrauensmann Johannes van Ophuysen bei den Wanderführern Walter Buschbacher (Weitwanderungen) und Hans Sauter (Kurzwanderungen) für die gelungene Urlaubswoche.

 


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