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Wanderbericht aus dem Stromberggau
Italien, Südtirol
 
Begeisterte Wanderfreunde aus dem Strombergau

Eingeladen hatte der Gauwanderwart des Stromberggau Fritz Hesser zur Wanderausfahrt nach La Valle (Wengen) in Südtirol Italien.
Das ladinische Bergdorf La Val in einem Seitental des Gadertales, liegt 1350 m hoch am Rande des Naturpark Fanes – Sennes unterhalb der Kreuzkofelgruppe. Die Wanderwoche vom 10.-16.6.2006 stand unter dem Motto „ Bergwelt erwandern und erleben ".
Eine Rast in Ettal brachte die 15 köpfige Wandergruppe der OG Mühlacker, der OG Freiberg und den Gästen aus dem Allgäu erstmals zusammen. Beim Weißwurstfrühstück um 11 Uhr lernte man sich kennen und gestärkt wurde die Weiterfahrt zum Haus Durè angetreten. Christel Krumm, Vorsitzende der OG Freiberg, zauberte am Abend ein Italienisches Essen auf den Tisch das die Strapazen der Anfahrt vergessen lies und die Vorfreude auf den ersten Wandertag weckte.

Das gemeinsame Frühstück stimmte in den Tag ein und anschließend ging es zu einer geologisch - botanischer Tour zum „Heilig-Kreuz-Hospiz" in 2045 M Höhe. Der Wanderweg führte, nach einer kurzen Anfahrt, durch die Armentarawiesen mit ihrer großen Fülle an Alpenflora hinauf zum Wallfahrtort „Heilig-Kreuz" (Kirchlein und Hospiz). Ein idealer Rastplatz zur Vesperpause, natürlich durfte auch ein guter Tropfen des Südtiroler Weines nicht fehlen. Der Rückweg am Fuße des Kreuzkofels entlang ging stetig bergab und hatte es in sich. Verlangte Konzentration um nach 3 ½ Stunden über Spescia die Unterkunft in Wengen zu erreichen. Der erste Tag mitsamt dem Abendessen war geschafft und alle waren gespannt und voller Erwartung auf die nächste Tour.

2. Tag. Die Anfahrt über La Villa, St.Kassian zum Valparolo -und Falzaregopass war zurückgelegt. Die Seilbahnauffahrt zum „Lagazuoi", dem geschichtsträchtigen Berg in dem sich Gebirgssoldaten aus Italien und Österreich im ersten Weltkrieg in einem erbitterten Stellungskampf gegenüberstanden fiel aus. Auch die als Museum eingerichtete Stollenanlage war wegen Schnee und Eis nicht begehbar. Die geplante Wanderung wurde umgepolt auf den gegenüberliegenden Hexenstein (2477 m). auch dort konnte man Überreste der Stellungen aus dem 1.Weltkrieg bewundern. Beeindruckend war die weite Gipfelaussicht auf die umliegenden Bergmassive. Wege und Rinnen waren teilweise noch etwas vereist, deshalb war höchste Konzentration beim Auf- und beim Abstieg nötig. Wanderführer Fritz Hesser brachte alle Teilnehmer gut gelaunt zum Ausgangspunkt Valparolopass zurück. Das 4 Gänge Menü am Abend, unter der Regie von Christel gemeinsam gekocht, rundete diesen abwechslungsreichen Tag ab.

3.Tag. Ein Ausflug in das Gebiet der „Fanes". Über St.Vigil, durchs Rautal ging die Anfahrt nach „Pederü" (1548 m). Die Jeep-Fahrt hinauf auf der alten Militärstrasse zur Sennesalpe und der Fordara Vedla-Hütte war behördlich eingestellt. Und wenn schon zu Fuß meinte unser Wanderführer, dann per Pedes zur „Faneshütte" (2060 m). Das Landschaftsbild geprägt von eiszeitlichen Moränen und schöner Fauna war beeindruckend. Bei prächtigem Wetter lud die Faneshütte zum Verweilen und zu einem Gang zum Limojoch und Limosee ein. Der anschließende Abstieg ging mühelos vonstatten. Viel Spaß und Freude bereitet die gemeinsame Zubereitung der Abendmahlzeit.

4.Tag. Die Tour zum „Peitlerkofel" (2874 m) einem der schönsten Aussichtsberge steht auf dem Programm. Über St. Martin, mit einer Kostprobe an Speck und Wein, geht die Anfahrt zum Würzjoch (2006 m) dem Ausgangspunkt dieser 5 ½ stündigen Tour. Auf schmalem und steilem Pfad geht’s bis zur Peitlerscharte (2361 m), der Grenze zwischen deutschem und ladinischem Sprachraum, unserem Pausenplatz vor dem weiteren Anstieg zur Schulter des Peitlers.
Die Fernsicht ist überwältigend, das Panorama einmalig schön. Wohin man schaut, überall zeigen sich andere Berggruppen in ihrer Formation liegen sie fast zum greifen nah. Den durch Seile gesicherter Felsanstieg zum 70 m entfernten Gipfel ließ Fritz ausfallen, er wollte und brachte alle wieder wohlbehalten zum Ausgangspunkt zurück. Bei Emma und Emilio auf der Würzjochhütte schmeckte das Weizenbier vom Fass vorzüglich und ordentlich erholt ging es zur nächsten Tagesetappe, dem Abendessen.

5. und letzter Tag. Der Crusc da Rit (2020 m) ist das Tagesziel. Vom Haus Duré weg werden die 700 m Höhenunterschied in Angriff genommen. Bei sommerlichem, fast zu heißem Wetter geht es bergan über Altwengen vorbei an herrliche Bergwiesen zum Ritjoch (Ju`de Rit). Hier laden Alpenrosen, Enzian, Trollblumen – Natur „par exellence" – zum Verweilen ein. Natürlich trugen wir uns auf dem Crusc da Rit in das Gipfelbuch ein. Eine wunderschöne Aussicht nach St. Virgil und zum Skiberg „Kronplatz" sowie ins Gadertal und zur Kreuzkofelgruppe belohnte den mühevollen Aufstieg. Ungedüngte, wie samten sich anfühlende Bergwiesen machten den steilen Abstieg zum Erlebnis. Am Abend waren alle sehr glücklich über eine wundervolle Wanderwoche und des Lobes voll über die gelungenen auf die Touren abgestimmten Abendmenüs. Ein Präsent und ein kleines Gedicht der Teilnehmer brachte den Dank an die Chefin der Küche, an Christel –die ja auch jeden Tag mit auf Tour war– zum Ausdruck. Für die gut organisierte Wanderwoche danken die Teilnehmer auch Gauwanderwart Fritz Hesser und geben ihrem Gefühl Ausdruck, dass diese schöne, erlebnisreiche Wanderwoche in den Dolomiten im nächsten Jahr eine Fortsetzung findet.

Werner Krämer von der Ortsgruppe Freiberg a.N.
 


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