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Begünstigt durch unglaubliches Wetterglück erlebten 23 Wanderfreunde
eine sicher für lange Zeit unvergessliche Wanderwoche im Harz. Im
statistischen Durchschnitt versteckt sich der Brocken an über 300
Tagen pro Jahr in Wolken und Nebel; für uns zeigte sich an allen Tagen
schon morgens aus dem Hotelzimmerfenster bis abends ein unverstellter
Blick auf den sagenhaften Hexentreff in 1142 m Höhe. Da war es für uns
Wanderfreunde selbstverständlich, dass wir den Angriff auf den
Brockengipfel bei erster Gelegenheit in Angriff nahmen und dafür mit
einer unbeschreiblich schönen Aussicht weit in das Land belohnt
wurden. Quartier hatten wir in der
wunderschönen alten Fachwerkstadt Wernigerode bezogen und die Stadt
während einer Stadtführung näher kennen gelernt. Natürlich ließen wir
uns eine Fahrt mit der „Bimmelbahn" und die Besichtigung des
Schlosses, einen Prachtbau der Fürsten von Stolberg und Wernigerode,
nicht nehmen. Ständiger Begleiter war uns in der ganzen Woche die
Harzer Schmalspurbahn, mit der wir dann auch eine Fahrt bis nach
Benneckenstein unternahmen. Von dort aus erwanderten wir ein Stück der
- inzwischen - deutschen Geschichte, entlang dem ehemaligen
Todesstreifen nach Sorge. Das dortige Grenzmuseum lässt das dunkle
Kapitel noch bedrückend lebendig erscheinen. Ein weiterer schöner
Wandertag war der „Steinernen Renne" im Tal der Holtemme und dem
Ottofelsen, einem mit Leitern ersteigbaren Granithärtling vorbehalten.
Die Besichtigung der Stadt Quedlinburg (UNESCO-WeJtkulturerbe) mit
ihren über 1000 Fachwerkbauten bildete einen weiteren Höhepunkt
unserer ereignisreichen Wanderwoche. Dort am Fuße des Schlossbergs am
Finkenherd saß der Sage nach „Herr Heinrich am Vogelherd recht froh
und wohlgemut" und wurde zum König gekrönt. Hexen spielen im Harz eine
wichtige Rolle, so dass wir natürlich auch den Besuch des
Hexentanzplatzes in Thale im Programm hatten. In wenigen Tagen, an
Halloween, sind dort wieder die Hexen und Teufel los.
Als Schlusspunkt einer ereignisreichen Woche besuchten einige
Mitreisende noch die Rappbodetalsperre, einen der bekannten Stauseen
im Harz. Ihnen bereitete auch der Besuch von „Pullmanncity", einer
autentisch nachempfundenen Westernstadt, viel Spass.
Erst am Tag der Abreise zeigte sich das Wetter von einer ganz
anderen Seite: tief hängende Wolken und Nieselregen machten uns den
Abschied relativ leicht.
Karl-Heinz Katz
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