|
Wanderwoche vom 29.06. – 05.07.2003 in der Rhön mit
Standquartier im Gasthof „zur Linde", Burgwallbach (Bad Neustadt a.d.S.)
30 Wanderfreunde beteiligten sich an der
diesjährigen Wanderwoche der Ortsgruppe Riedlingen des Schwäbischen
Albvereins in der Rhön, einem Gebiet, das den meisten Teilnehmern
unbekannt war. Der Gasthof „Zur Linde" in Burgwallbach war
Standquartier und erwies sich als gute Wahl.
Am Anreisetag wurde ein Spaziergang zur Erkundung
des Ortes durchgeführt. Am Montag fand die erste Wanderung statt, die
von Burgwallbach, durch den Burgwallbacher Forst, über den
Käulingsberg und das Neustädter Haus zum Kreuzberg führte. Der
Kreuzberg, seit der Missionierung durch den Hl. Kilian im Jahr 686 der
heilige Berg der Franken, ist mit 928 m die höchste bayerische und
insgesamt die zweithöchste Erhebung der Rhön. Nach der Besichtigung
des Klosters Kreuzberg und dem Genuss des Kreuzbergbieres verlief der
weitere Weg über das Feriendorf und Haselbach zum Tagesziel
Bischofsheim. Die Wanderung am nächsten Tag führte die Gruppe zur
„Perle der Rhön", der Milseburg. Ausgangs- und Zielpunkt war das
Fuldaer Haus, ein Wanderheim des Rhönklubs. Die St. Gangolfskapelle
von 1932 und die barocke Kreuzigungsgruppe von 1756 befinden sich im
Gipfelbereich der Phonolithkuppe der Milseburg, die schon in vor- und
frühgeschichtlicher Zeit befestigt war. Nach der anstrengenden
Wanderung des Vortages konnten sich bei dieser Tour die Wanderer
erholen ohne auf den Genuss der überwiegend unbekannten Landschaft
verzichten zu müssen. Die Wanderung am dritten Tag war nicht nur mit
der Wasserkuppe mit 950 m als höchstem Punkt der Rhön sondern auch von
der gesamten Landschaft der Höhepunkt der Wanderwoche. Mit dem
geologischen Lehrpfad von Abtsroda über die Wasserkuppe, den
Pferdskopf hinunter zum Guckaisee und wieder über die Wasserkuppe zum
Ausgangspunkt zurück wurde den Wanderfreunden bei ungefähr 600
Höhenmeter die geologische Zusammensetzung sowie Fauna und Flora der
Rhön erklärt. Die Wasserkuppe, aufgebaut aus basaltischen Laven und
Tuffen, darunter tertiäre Lockersedimente mit Braunkohle und Kaolin,
gilt als die Wiege des Segelfluges und ist heute ein Zentrum für
Modell-, Segel- Gleitschirm- und Drachenflug im Sommer sowie mehreren
Skiliften im Winter für den Tourismus gerüstet. Für den Donnerstag
hatte der Wanderführer einen Gang durch das Naturschutzgebiet
Schwarzes Moor, mit 60 ha das größte Moor der Rhön, geplant. Der mit
einem Bohlenweg erschlossene Moorlehrpfad gibt dem Besucher einen
Einblick in die Entstehung und Aufbau eines Moores. Weiterhin werden
die Pflanzen- und Tierwelt eines Moores ausführlich erläutert.
Ausgangspunkt für die anschließende Wanderung war der Wanderparkplatz
Schwarzes Moor. Von hier führte der Weg zum Grenzdenkmal, einem
Wachturm mit dazugehörigen Zaunanlagen der ehemaligen innerdeutschen
Grenze, und damit auf thüringisches Gebiet nach Birx. Am Birxer Graben
befand sich die Gruppe auf hessischem Gebiet und kehrte am
Dreiländereck, mit einem Grenzstein und einem Holzwegweiser markiert,
wieder auf bayerischen Boden zurück. Auch an das Kulturelle wurde
gedacht und so erhielt die Gruppe am Vormittag des vorletzten Tages
eine Stadtführung im historisch sehenswerten Münnerstadt. Herausragend
war die Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena mit einem Seitenaltar von
Tilmann Riemenschneider, die von dem Führer wie die ganze Führung sehr
gut erklärt wurde. Am Nachmittag fand noch eine zweistündige
Rundwanderung vom Schweinfurter Haus aus auf dem Naturlehrpfad am
Gangolfsberg statt. Hierbei waren vor allen Dingen die fünf- bis
sechseckigen Basaltsäulen, die die Lava beim Erkalten in der Erde
entstehen ließ, durch die Erosion sichtbar wurden, sehenswert. Bevor
es am Samstag wieder Richtung Heimat ging, stand noch die Besichtigung
des Domes und des Dommuseums von Fulda auf dem Programm, wobei
natürlich auch zum Ausdruck kam, dass die Stadt Fulda sehr sehenswert
und damit eine Reise wert ist.
Ansprechstelle und weitere Auskünfte:
Helmut Emrich
Ortsgruppe Riedlingen
Schwäbischer Albverein e.V.
De-Pay Str. 42
88499 Riedlingen
Tel: 0 73 71 25 41
Fax: 0 73 71 25 57
E-Mail: info@albverein-riedlingen.de
Web : www.albverein-riedlingen.de
|