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Wanderwoche vom 24. – 30.06.2001 in der Sächsischen
Schweiz mit Standquartier im Hotel „Deutsches Haus" in
Gohrisch-Cunnersdorf
20 Wanderfreunde beteiligten sich an der diesjährigen
Wanderwoche der Ortsgruppe Riedlingen des Schwäbischen Albvereins in
der Sächsischen Schweiz, einem Gebiet, das den meisten Teilnehmer
unbekannt war.
Landschaftliche Besonderheiten der
Sächsisch-Böhmischen Schweiz sind die Kontraste zwischen den
ausgedehnten Felsrevieren wie Bastei-, Schrammstein-, Zschand- und
Schmilkaer Gebiet, die sich durch starke Zerklüftung und vertikale
Gliederung auszeichnen, und den sogenannten Ebenheiten, die vor allem
linkselbisch den Landschaftscharakter mit den markanten Tafelbergen
Königstein, Pfaffenstein, Zschirnsteine und Kaiserkrone prägen. Aber
auch rechtselbisch ist mit dem Lilienstein dieser Kontrast vertreten.
Dazu kommt der Landschaft bestimmende Einfluss der Elbe. Die
einzigartige Sandsteinlandschaft mit etwa 25 x 40 km Ausdehnung hat
sich ihren typischen und ursprünglichen Charakter als
Wald-Felsen-Landschaft im wesentlichen bis heute erhalten. Seit Herbst
1990 sind zwei natürliche Kernbereiche mit einer Fläche von ca. 9.500
ha zum Nationalpark „Sächsische Schweiz" mit strengen
Verhaltensmaßregeln erklärt worden. Sowohl die maximalen als auch die
durchschnittlichen Höhen des „Gebirges" sind relativ bescheiden. Auf
deutscher Seite erreichen nur wenige Berge die 500 m-Marke, auf
tschechischer Seite ist der Hohe Schneeberg mit 720 m als höchste
Elbsandsteinhöhe die große Ausnahme. Aber durch die Erosion der Flüsse
und Bäche entstanden beachtliche Höhendifferenzen zum 115 m "hoch"
gelegenen Wasserspiegel der Elbe; die eindrucksvollsten sind die 200 m
zwischen Basteiaussicht (305 m) und Elbe sowie die 300 m vom
Lilienstein (415 m) zur Elbe. Das Hotel „Deutsches Haus" in Kurort
Gohrisch-Cunnersdorf war Standquartier und erwies sich als gute Wahl.
Am Anreisetag wurde ein Spaziergang zur Erkundung des
Ortes durchgeführt. Am Montag fand die erste Wanderung statt, die von
Kurort Rathen über den Gamrig und den Füllhölzelweg ins wunderschöne
Polenztal führte. Der Fluss war früher bedeutsam für die
Lachsfischerei, die Holzflößerei und den Mühlenbetrieb. Mit dem
Aufstieg über ca. 120 Höhenmeter durch die Wolfsschlucht zum Hockstein
mit Blick zur Burg und Ort Hohnstein war das anstrengendste Stück
Weges überwunden. Über den Knotenweg, an den Honigsteinen und Amselsee
vorbei wurde der Ausgangspunkt wieder erreicht. Die Wanderung am
nächsten Tag führte zu den wohl meistbesuchten Stellen des
Elbsandsteingebirges, der Bastei und der Festung Königstein. Von Stadt
Wehlen aus führte der Wanderweg durch den Wehlener Grund und
Zscherregrund zum Steinernen Tisch, einem ehemaligen Rastplatz für
feine Jagdgesellschaften des 19. JH. Über die Bastei als dem
bekanntesten und eindrucksvollsten Aussichtspunkt der Sächsischen
Schweiz mit herrlichem Blick auf die Elbe und die umliegenden Höhen
sowie die Felsenburg Neurathen kam die Gruppe nach Kurort Rathen
zurück. Am Nachmittag wurde die 1241 erstmals erwähnte Festung
Königstein besichtigt, die mehr als 200 Meter über der Elbe liegt. Bis
1631 entstanden die meisten der heute noch vorhandenen Bauten und
Verteidigungsanlagen. Die Festung diente der Unterbringung der Staats-
und Kunstschätze, den sächsischen Fürsten- und Königsfamilien als
Zufluchtsort bzw. zu Festlichkeiten, aber auch als Staatsgefängnis.
Berühmtester Gefangener war Johann Friedrich Böttger, der auf dem
Königstein 1706/07 statt Gold das europäische Porzellan „erfand". Der
Besucher muss drei Zugbrücken, drei große Tore sowie zwei in Fels
gehauene Aufgänge passieren, ehe er das Festungsplateau erreicht. Ein
bequemer Weg von 1.700 m Länge führt wie auf einem riesigen
Aussichtsturm rund um das Plateau. Die Gebäude lassen erkennen, dass
die Festung eine kleine Stadt mit eigenen Gesetzen, Gerichtsbarkeit,
Wasserversorgung, Standesamt und Marktplatz war. Die Wanderung am
dritten Tag konzentrierte sich auf das Affen- und Schrammsteingebiet.
Vom Ausgangspunkt Bad Schandau fuhr die Gruppe mit der
Kirnitzschtalbahn, einer 1898 in Betrieb genommenen und über eine
Fahrstrecke von 8 km zwischen Bad Schandau und dem Lichtenhainer
Wasserfall verkehrenden Straßenbahn, zur Haltestelle Beuthenfall.
Stetig ansteigend wurde der Fuß des Bloßstockes und der Affensteine
erreicht, wo die erste Gruppe über die Untere Affensteinpromenade zum
Großen Schrammtor wanderte. Die zweite Gruppe erreichte über den
Königsweg den Aussichtsfelsen Frienstein mit Blick in die Hintere
Sächsische Schweiz. Der Weg führte anschließend weiter über den
Reitsteig, Zurückesteig, Breite Kluft und dem Schrammsteingratweg zu
den Schrammsteinaussichten, dem mit 417 m höchsten Punkt der
Schrammsteine, der infolge Erosion aus der ehemals bis zu 600 m
starken Sandsteinplatte geformten Sandsteine. Sie bieten
wahrscheinlich neben der Bastei die großartigste Aussicht des
„Gebirges". Das Große Schrammtor, der Treffpunkt mit der ersten
Gruppe, wurde über den Jägersteig mit vielen steil hinabführenden
Steigleitern erreicht. Über den Obrigensteig führte der gemeinsame Weg
zurück nach Bad Schandau. Diese Wanderung konnte man als den Höhepunkt
der Wanderwoche bezeichnen obwohl die Wanderung am Donnerstag, die die
Gruppe nach Tschechien führte, kaum nachstand. Die Wanderung führte
von Hřensko aus zum Prebischtor, dass mit 21 m Höhe und 30 m Spannweite
die größte natürliche Sandsteinbrücke Europas bildet und von drei
Aussichtspunkten lohnende Ausblicke bietet, zur Siedlung Rainwiese und
zur Ortschaft Stimmersdorf. Die sich anschließende Edmundsklamm, eine
einzigartige Schlucht durch den Fluss Kamenz entstanden, ist nur mit
dem Kahn zu passieren; der Rest des Weges nach Hřensko wurde wieder zu
Fuß zurückgelegt. Der letzte Tag der Woche diente ausschließlich der
Besichtigung von „Elbflorenz“. Neben den barocken Bauten, den Museen
mit ihren wertvollen Sammlungen und der Elbe, die sich unverändert
fotogen durch die Stadt schlängelt, prägen die Hinterlassenschaft von
Krieg und Sozialismus immer noch deutlich das Stadtbild Dresdens. Es
flossen schon zu DDR-Zeiten Milliarden in die Restaurierung des
Zwingers, der Semperoper und anderer prächtiger Bauten. Nirgendwo in
Dresden ist das höfisch-barocke Erbe Augusts des Starken schöner,
üppiger und eindrucksvoller als im Zwinger, diesem opulent dekorierten
„Festplatz unter freiem Himmel". Seit der Wende versucht Dresden
verstärkt an die Zeit anzuknüpfen, in der es zu den Kunstmetropolen
Europas gehörte. Bauwerke wie das Residenzschloss, das Japanische
Palais oder die Kunsthochschule wurden und werden aufwendig
restauriert. Private Investoren machten und machen aus den Ruinen, die
noch immer mitten in der Stadt stehen, stolze Palais. Aus dem
einstigen Schutthügel der Frauenkirche wird mit großem Engagement und
erheblichen privaten Mitteln Stein für Stein wieder George Bährs
barockes Meisterwerk. Bis zum 800-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2006
soll die restaurierte Frauenkirche wieder Dresdens Elbsilhouette
komplettieren. Auf der Brühlschen Terrasse flaniert man schon heute
wieder wie im 19. JH.
Ansprechstelle und weitere Auskünfte:
Helmut Emrich
Ortsgruppe Riedlingen
Schwäbischer Albverein e.V.
De-Pay Str. 42
88499 Riedlingen
Tel: 0 73 71 25 41
Fax: 0 73 71 25 57
E-Mail: info@albverein-riedlingen.de
Web : www.albverein-riedlingen.de
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