Ziel der 14-tägigen Reise im Mai waren die
märkische Landschaft Brandenburg und die Stadt Berlin.Wiesen und
Wälder, langsam dahin fließende Flüsse, ganze Ketten von Seen, sanfte
Höhenzüge, schattige Alleen und manch überraschendes Kleinod laden uns
ein, Dinge mit wachem Auge zu entdecken und zu erwandern. Berlin, im
Zentrum Brandenburgs gelegen, ist regelrecht umzingelt von Wald und
Wasser. Kanäle und Flüsse und über 3000 Seen machen das Land zu einem
der gewässerreichsten Regionen der Bundesrepublik.
Wir treffen überall auf die Zeugnisse der wechselvollen Geschichte
des Landes. Hugenotten, Schlesier, Weber aus Böhmen, Holländer,
Russen, Wenden und Österreicher ließen sich hier nieder und prägten
das Land. Berühmte Namen stehen für die vergangenen und doch noch
immer gegenwärtigen Leistungen. Theodor Fontane, Heinrich von Kleist,
Karl Friedrich Schinkel, Peter Joseph Lenne, Hermann Fürst von
Pückler–Muskau., und natürlich die Hohenzollerndynastie die einen
wichtigen Teil der Geschichte Brandenburgs prägte.
Unser Standquartier war das seit 1910 im Familienbesitz befindliche
Hotel Mohr in Alt-Töplitz. Die Kirscheninsel Töplitz liegt wenige
Kilometer westlich von Potsdam hinter dem Fluss Wublitz und hat noch
eine intakte Flora und Fauna. Eingebettet in eine malerische
Flusslandschaft mit vielen Seen finden wir hier alle landschaftlichen
Eigenarten vereint, die das Havelland prägen. Ausgedehnter Wald, Auen,
Flachmoore, Hecken und Wiesen, Schilfbewachsene Uferzonen und kahle
Bergrücken mit Trockenrasen die weit reichende Blicke über das
Havelland zulassen.
Die Wanderungen führten durch schöne Landschaften mit Schlössern
und Parks entlang der Havel rund um Werder und rund um Potsdam. Ein
Leckerbissen war der Rundgang mit einer Weinprobe auf dem
nördlichsten, weingesetzlich registrierten Weinberg der Welt, dem
Werderaner Wachtelberg.
Das königliche Preußen mit seinen vielen Schlössern, Parks und
Gärten erlebten wir bei Stadtführungen und Besichtigungen in Potsdam
und Berlin. Höhepunkt der königlich preußischen Geschichte war
sicherlich die Besichtigung von Schloss Sanssouci und die Wanderung
(13km) durch den 290 ha großen Park mit seinen Schlössern und Gärten.
Eine individuelle Schiffstour rund um die Insel Töplitz und durch
Potsdam, zeigte uns nochmals die Schönheit der von uns erwanderten
Landschaft.
Ein Rundgang durch den Wissenschaftspark Albert Einstein machte uns
mit einem der traditionsreichsten Wissenschaftsstandorte Deutschlands
bekannt. Seit über 120 Jahren befinden sich hier
Forschungseinrichtungen, von denen Impulse in die ganze Welt gehen.
Hier wurde das weltweit erste Astrophysikalische Observatorium
errichtet, hier befindet sich die Wiege der wissenschaftlichen
Geodäsie und der systematischen Vermessung des Erdmagnetfeldes, und
hier liegt eine der Geburtsstätten der deutschen Meteorologie.
Landausflüge führten durch die Ruppiner Schweiz zur Fontanestadt
Neuruppin und zum Schloss Rheinsberg am Grienericksee; durch das
Barnimer Land zum Kloster Chorin und nach Niederfinow zum ältesten
Schiffhebewerk der Welt im Oder-Havel-Kanal; durch das Havelland zu
Fontanes „Birnbaum" nach Ribbeck und zur „Wiege" Brandenburgs, dem
Kloster Lehnin, sowie in die mittelalterliche Stadt Brandenburg.
Berlin, mit einer vierzig Teilnehmer großen Gruppe, an mehreren
Tagen zu entdecken war ein großes Abenteuer. Stadtrundfahrt; Berlin
mit Bus; S/U- Bahn und zu Fuß, eine wahrhaft großartige Leistung
unserer bis zu 79 Jahren alten Teilnehmer. Wir waren unterwegs von der
Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche bis zum Alexanderplatz. Der schnellste
Aufzug Europas brachte uns in 20 Sekunden auf die 90 m hohe
Aussichtsplattform des Daimler Chrysler Hochhauses am Potsdamer Platz.
Besichtigt wurden u. a. der Berliner Dom und das Pergamonmuseum. Eine
vierstündige Schifffahrt , rund um die Innenstadt auf Landwehrkanal
und Spree war die richtige Einstimmung für den Besuch des Musical
„Hexen" am Abend im Friedrichstadtpalast.
Das politische Berlin, mit einem Besuch im Bundeskanzleramt und im
Reichstag wurde für uns, trotz der gerade laufenden Parlamentsdebatte
über die Europäische Verfassung, zu einem Erlebnis. Die
parlamentarische Arbeit und Hektik eines Abgeordneten erlebten wir bei
der Aufforderung zur namentlichen Abstimmung über die Verfassung life
mit. Herzlichen Dank der Esslinger Bundestagsabgeordneten Frau Karin
Roth (SPD) und Frau Sonja Birnbaum, die uns diesen informativen und
hochinteressanten Besuch im Bundeskanzleramt und im Reichstaggebäude
möglich gemacht haben.
Zum Abschluss der Kultur- und Wanderreise waren wir zu Gast auf dem
368 m hohen Fernsehturm. Bei einem Glas Sekt und großartigen
Ausblicken auf Berlin sowie einem Dank an alle Teilnehmer durch den
Wanderführer Manfred Betschinger ging diese interessante und schöne
Reise zu Ende.