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Die Ortsgruppe Niedernhall im
Schwäbischen Albverein brach zu ihrer lange geplanten Sizilienreise
auf. Rosario Bellina, Albvereinsmitglied und gebürtiger Sizilianer,
brachte den Reisenden durch seine hervorragenden Kenntnisse der
geographischen Verhältnisse sowie der historischen und
zeitgenössischen Begebenheiten, seine Heimat näher. Nach Ankunft in
Palermo fuhren die Albvereinler in das Naturschutzgebiet La Ficuzza.
Die täglichen Wanderungen und Besichtigungstouren starteten von
einem Landgasthof bei Alia aus, wo Gäste hauptsächlich mit
hervorragenden regionalen Produkten bekocht werden. Die Wanderungen
führten zu vielen Naturreservaten, zum Beispiel im Monte Cammarata
zu den Spuren der Sicani, Monte Catalfano mit den Grotten der
Eremiti und Ausgrabungsstätten Solunto. Ein Ausflug in die
Bronzezeit war die Wanderung zur Grotta della Curfa - mit vielen
endemischen Pflanzen am Wegesrand -, dem Mythos nach das Grabmal des
Minos, König von Kreta. Bestiegen wurde der Rocca bei Cefalu, ein
Ausläufer der Madonien, mit einem Dianatempel und Normannischer
Burg. Auch hier waren viele Orchideen und Lilienarten zu finden.
Anschließend konnte man den Dom besichtigen.
Am sechsten Tag wandelten die
Wissbegierigen auf den Spuren des Staufenkaisers Friedrich II. Der
Besuch der Kathedrale und des „Goldenen Gotteshauses“ in Monreale
war eine Wucht. Im Inneren konnte man den Einfluss der
byzantienischen, arabischen und normannischen Herrscher erkennen und
die herrlichen Mosaiken aus Gold und Glas bewundern. Ebenso die 200
fantasievollen Säulenpaare im Kreuzgang. Nächster Höhepunkt war die
Tempelanlage der antiken Stadt Agrakas von 600 v. Chr. Zu
besichtigen sind dort Hera-, Herakles-, Zeus-, und Castor u.
Pollux-Tempel. In Richtung Catania fuhren die Wanderfreunde nach
Acireale einer mittelalterlichen Stadt mit engen Gassen und barocken
Fasaden und Freskenmalereien. Eine beeindruckende Lavafelswand ist
im Naturschutzgebiet La Timpa zu bestaunen. Einen Leckerbissen hatte
sich unser Führer für den Schluss aufgehoben, die kontrastreiche
Tour am Ätna. Er ist mit 3263 m der höchste Vulkan Europas. Eine
atemberaubende Berglandschaft im Herzen des Nationalparks Ätna tat
sich auf und die Begehung des 700 m langen Lavatunnels der Grotte di
Lamponi machte diese Wanderung zum unvergesslichen Erlebnis. Während
der zehn Tage dauernden Reise hatten die Naturliebhaber Gelegenheit,
die mediterrane Pflanzenwelt zu bewundern. Am letzten Tag wurde vor
dem Heimflug das Zentrum von Catania mit dem Amphitheater besucht.
Brunhild Geppert
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