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Wanderbericht Heuberg-Baar-Gau
Schweiz, Oberengadin
 

Vom Oberengadin zur Lombardei

Die schneebedeckten Berggipfel der Bergeller Alpen ragen an diesem Septembermorgen in den wolkenlos tiefblauen Himmel, der die herrliche Landschaft der Bregalglia überspannt. Der etwas schaufelförmige Piz Badile scheint in der klaren Luft in greifbare Nähe gerückt und doch trennt das Tal der Maira die Wanderergruppe von diesem berühmten Bergsteigermassiv.
Dabei hatte der erste Tag für die Wanderer vom Schwäbischen Albverein, die mit dem Wanderwart Adolf Schweizer des Heuberg Baar-Gaues zu einer viertägigen Wandertour aufgebrochen waren, gar nicht so verheißungsvoll begonnen. Dunkle Regenwolken begleitete die Anfahrt über die Alpen. Der Julierpass präsentierte sich gar an diesem Tag  im schneeweißen Winterkleid.
Vom schneefreien Silvaplana im Oberengadin führte die Wanderung bei inzwischen guter Sicht  durch sommergrüne Lärchenwälder über das Heididörfchen Grevasalvas auf 2037 m, bevor man über den jungen Inn zur Übernachtung nach Maloja abstieg.
Nach Besuch der dortigen Gletschermühlen bestieg man anderntags bei jetzt  wolkenlosem Sommerwetter den Turm Belvedere, von wo an diesem Tag eine besonders schöne Aussicht hinunter ins Bergell, das in der  italienischen Sprache Bregaglia heiß, zu bewundern war. Nach dem Abstieg auf uraltem Römerweg kam man zur Kirchenruine San Gaudenzio, wo der Legende nach der enthauptete Heilige seinen eigenen Kopf bis zur Stelle getragen haben soll, wo später die Kirche gebaut wurde.
Nach der Übernachtung in Stampa wurde  nach etwas beschwerlichem Anstieg der  Panoramaweg  oben auf der rechten Talseite genommen. Die herrliche Aussicht an diesem Tag über die in leuchtenden Farben erscheinende Talschaft der Bregaglia und der sie in allen Richtungen umgebenden und mit weißen Schneemützen gezierten majestätischen Bergkette war atemberaubend und entschädigte reichlich für die Mühen des Aufstiegs.
Bei Castasegna wurde die schweizerisch-italienische Grenze überschritten.
In dem historischen Städtchen Chiavenna mit seiner sehenswerten Altstadt wurde ein letztes Mal übernachtet. Nach einem ausgiebigen Stadtbummel wurde die Heimfahrt von einer Wanderung angetreten, die schlussendlich doch sehr vom Wettergott begünstigt war. Sie wird den Teilnehmern aus den verschiedenen Ortsgruppen des Heuberg-Baar-Gaus unvergesslich bleiben.

Adolf Schweizer, Gauwandertwart
 


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