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Wanderbericht OG Hedelfingen
Deutschland, Taubertal
 

Wanderwoche im lieblichen Taubertal vom 18.9.2011 bis 24.9.2011

Der Schwäbische Albverein Hedelfingen genoss bei herrlichem Herbstwetter eine abwechslungsreiche Wanderwoche im Taubertal im Herzen Frankens. Die Gruppe, die mit dem Regionalzug anreiste, bestens geleitet vom Wanderführerpaar Dieter und Irmgard Westermann, wählte die Region zwischen Röttingen und Gamburg für ihre Exkursionen. Der mit rotem Bundschuh gekennzeichnete Panoramaweg "Liebliches Taubertal" führte über sanft geschwungene Höhenrücken mit endlos wirkenden Feldern und rebbestockten Hängen.
Prachtvolle Ausblicke auf verträumte Dörfer, Trockenrasenflächen und Steinriegelhänge gewährte der Weg zum Renaissance-Schloß Weikersheim. Die hohenloher Stammresidenz, aus einer Wasserburg hervorgegangen, wartete mit einem Schloßgarten auf, der im Hochbarock um 1700 angelegt wurde und in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben ist.
Vom beschaulichen Weinort Markelsheim mit seinen hübschen Fachwerkhäusern, dem ersten Übernachtungsziel, ging es in sanftem Auf und Ab nach Bad Mergentheim.
Der internationale Kurort wird geprägt von den imposanten Gebäuden des Ritterordens der Hoch-und Deutschmeister. 1219 überließen die Herren von Hohenlohe den größten Teil ihrer Besitzungen in Mergentheim dem Deutschen Orden, der hier eine Kommende errichtete, 1340 für den Ort die Stadtrechte erlangte, die Stadt ausbaute und ummauerte. Von 1525-1809 war Mergentheim ständiger Hauptsitz des Deutschen Ordens, der sich von der Ostseeküste bis in den Mittelmeerraum ausdehnte. Diese und weitere Informationen erhielten die Hedelfinger von einer engagierten und kompetenten Stadtführerin.
Mischwälder, die bereits Herbstfärbung zeigten, sorgten für Abwechslung im harmonischen Farbenspiel der Landschaft. Das von steilen Weinbergen umgebene, idyllisch im Kessel gelegene Dörfchen Beckstein steuerte die Gruppe in der nächsten Etappe an. Hautnah erlebte sie die Weinlese und den Abtransport der mit Trauben überquellenden Behälter. Vorbei an Bildstöcken und durch Weinberge mit Silvaner, Müller-Thurgau und Zweigelt führte der Weg über Lauda nach Distelhausen. Hier war im "Kleinen Amtshotel" der Start- und Endpunkt der Wanderreise und von hier aus erfolgte auch der Gepäcktransport von Hotel zu Hotel. Natürlich durfte auch eine Besichtigung der Privatbrauerei "Distelhäuser" nicht fehlen.
Die letzte Etappe bot entlang Muschelkalkterrassen herrliche Sicht auf Tauberbischofsheim. Hügelige, weite, umgepflügte Felder gingen allmählich in weiches Rot über, ein untrügliches Zeichen für beginnende Buntsandsteinschichten. Befreundete Albvereinsmitglieder der Ortsgruppe Satteldorf ermöglichten den Höhepunkt des Tages, eine Privatführung in der Gamburg, hoch über dem Taubergrund gelegen. Die Burg ist im Besitz der Familie von Mallinckrodt. Der Burgherr persönlich führte packend und äußerst informativ. Sie wurde im 12.Jh. von den Bischöfen von Mainz erbaut mit staufischem Bergfried aus Buntsandstein mit einer Mauerstärke von drei Metern. Im Palas entdeckte man zufällig eine spätromanische Ausmalung mit byzantinischen Motiven, die älteste profane Wandmalerei Deutschlands.
Es ist nicht verwunderlich, dass sich durch den Charme dieser Landschaft immer wieder Künstler und Dichter angezogen gefühlt haben, wie z.B. Matthias Grünewald, Tilman Riemenschneider, Balthasar Neumann oder Eduard Mörike. So war Tauberfranken mit seinen in weich schwingendes Land eingebetteten Kulturdenkmälern auch für die Hedelfinger ein besonderes Erlebnis.
 


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