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Wanderbericht OG Hayingen
Deutschland, Elbsandsteingebirge
 

5-Tage-Wanderfahrt vom 27. – 31. August 2005 ins Elbsandsteingebirge, ein stark bewaldetes Mittelgebirge aus gelbgrünen Kreide-Quadersandsteinen an der Elbe im Freistaat Sachsen, auch Sächsische Schweiz genannt.

Mit 45 Erwachsenen und 5 Kindern ging es um 5.30 Uhr mit dem Bus los. Einige wollten noch etwas dösen, aber schon beim ersten Lied waren alle wieder hellwach und genossen interessiert die lange, aber landschaftlich sehr schöne Fahrt über Bayreuth nach Dresden. Unsere Reiseleiter Karin und Rolf Buschmann erklärten während der Fahrt ausführlich alle Sehenswürdigkeiten. Um 13.00 Uhr in Dresden angelangt, Ausstieg am Theaterplatz zur Besichtigung der Katholischen Hofkirche, 1980 als Kathedrale der heiligsten Dreifaltigkeit zum Bischofssitz der Diözese Dresden-Meißen erhoben und eine einzigartige Verbindung von deutscher und römischer Barockarchitektur. In der Gruft befindet sich eine Kapsel mit dem Herz August des Starken, dem man nachsagt, er hätte 300 Kinder gezeugt (...das gab Kindergeld.....). Von der Brühlschen Terrasse aus und mit einem herrlichen Ausblick auf die Elbe und die alte Augustusbrücke, ging es hinüber zur Frauenkirche, entstanden von 1726 - 43 und der bedeutendste protestantische Kirchenbau Deutschlands. Im Krieg zerstört, derzeit wiederaufgebaut als Ort der Erinnerung, der Hoffnung und der Begegnung. Einweihung am 30. Oktober 2005. Von der Frauenkirche zum Fürstenzug, der auf 24.000 Meissner-Porzellanfliesen alle sächsischen Fürsten von 1123 – 1904 darstellt. Die Führung in der prachtvollen Semperoper ein besonderes Highlight dank der humorvollen Führerin, die viele amüsante Anekdoten, ( u.A. die mit den vier Möpsen ) erzählte. Die Sächsische Staatsoper, von 1871-78 nach Plänen von Gottfried Semper errichtet, wurde 1945 völlig zerstört und nach umfangreicher Rekonstruktion 1985 wieder eröffnet und ist das einzige Theater Deutschlands, das den Namen seines Architekten trägt. Von der Oper zum Zwinger, Dresdens berühmtestes Bauwerk. Mit dem Kronentor, seinen Pavillons, dem Nymphenbad, den vielen Steinmetzarbeiten wie  Putten, Bögen, Säulen, ist er eines der beeindruckendsten Meisterwerke des europäischen Barock. Dresden – geschichtsträchtig, herrliche Bauwerke, ein kultureller Hochgenuss. Dann Weiterfahrt zum Ziel, das Hotel in Cunnersdorf bei Königstein und nach der Einquartierung noch gemütliches Beisammensitzen. Am 2. Tag teilte man sich in 3 Gruppen: die Sportlichen, die Mittleren und die Kulturellen. Die Sportlichen wanderten ca. 20 km von Königstein über den Lilienstein (410 m) nach Rathen, dann hinauf zur Bastei, nach Wehlen, Rauensteine und zurück nach Rathen: Laut Schrittzähler 31.500 Schritte und etwa sieben Stunden Gehzeit. Das Elbsandsteingebirge: das Land der 1000 Stufen, Stiegen und Treppen !

Die Mittleren stiegen auch hinauf zum Lilienstein mit seinen 1465 Stufen und besuchten dann gemeinsam mit den Kulturellen, die alternativ die einst stärkste deutsche Festung Königstein (ein ca. 9,5 ha großes und 361 m hohes Sandsteinplateau mit einem herrlichen Rundblick auf die gesamte Sächsische Schweiz mit den angrenzenden Bergketten - in das Elbtal, auf die Höhen des Osterzgebirges, auf die Ausläufer der Lausitzer Bergwelt sowie auf das Böhmische Mittelgebirge) besichtigt hatten, die Felsenbühne in Rathen zur Operette " Der Zigeunerbaron ". Ein unvergesslicher Nachmittag in diesem herrlich gelegenen Naturtheater. Nach Übersetzen mit der Fähre wurden dann alle 50 per Bus wieder " aufgesammelt ". Nach einem köstlichen Abendessen und gutem Bier ( leider war das Hefeweizen schon nach 2 Tagen alle.... ) ein gemütlicher Abend mit lustigen Vorträgen und Gesang. Auf dem Programm für die Sportlichen stand am 3. Tag die 22 km lange Wanderung von Königstein nach Bad Schandau, mit der Kirnitzschtalbahn bis Lichtenhainer Wasserfall, über die Affensteine auf die Schrammsteine und zurück nach Bad Schandau. Geschafft in 7,5 Stunden und 19.000 Schritte und 2490 Stufen gezählt ! Eine anspruchsvolle Wanderung, einmal sogar eine ganz gefährliche Passage, aber gut geführt von Fritz, dem netten, sächsischen Wanderführer. Die Mittleren fuhren indessen mit einem der berühmten Raddampfer nach Stadt Wehlen und begannen den Aufstieg zur Bastei, die bekannteste Gebirgsformation zwischen Pirna und Bad Schandau. Durch den wild romantischen Höllengrund, eine einmalig schöne märchenhafte Schlucht, ging es zum Bastei-Aussichtsfelsen. Dort der einmalige Blick hinunter auf die Elbe zwischen Lilienstein und Königstein und zur Basteibrücke mit ihrem Felsmassiv. Links vom Königstein der Pfaffenstein, dahinter das Erzgebirge, im Südosten der Große Winterberg, im Osten das Felslabyrinth der Schrammsteine und im Nordosten erhebt sich der Valtenberg aus dem Lausitzer Bergland: eine Landschaft geprägt von Tafelbergen und bizarren Felsen. Einfach wunderschön. Und dann der Abstieg nach Rathen wieder über unzählige Stufen. Ein erlebnisreicher 3. Tag. Tag vier brachte dann alle 50 (....na ja, 47...) nach Hrensko in die Tschechei. Ziel dieses Tages, das Prebischtor, das größte natürliche Felsentor auf unserem Kontinent, das Volks-Naturdenkmal, geachtet für den schönsten Naturabschnitt der Böhmischen Schweiz und Symbol der ganzen Gegend. Das Tor ist 26,5 m breit und 16 m hoch. Die Mindeststärke der Deckplatte ist 3 m. Ein Wunder der Natur. Zum Tor ging es insgesamt 5 Stunden teils zu Fuß und teils per Stocherkahn durch die Edmundsklamm und Wilde Klamm zwischen 100 m hohen Felsen. Ein Erlebnis !

Die Kulturellen fuhren an diesem Tag mit dem Raddampfer nach Pillnitz. Das Schloss, die einstige Sommerresidenz des sächsischen Hofes, wurde im Auftrage August des Starken, zusammen mit dem Wasser- und Bergpalais 1720 - 22 errichtet. Pillnitz gehört mit zu den Höhepunkten sächsischer Schlossbaukunst. Große Begeisterung fand auch der herrliche Schlossgarten. So kam jeder auch an diesem Tag dank einer guten Organisation wieder auf seine Kosten. Abends Abschluss im Hotel mit lustigen Sketchen und viel Gesang. Tag fünf leider Heimreise und Verabschiedung im Hotel von der netten Wirtin mit Dank für die gute Bewirtung und Gastfreundschaft. Nochmaliger dreistündiger Aufenthalt in Dresden zur freien Verfügung und dann ab in Richtung Heimat. Fünf tolle Tage zusammengefasst: Viel erlebt, viel Schönes gesehen, fünf Tage Sonnenschein, eines der schönsten Teile Deutschlands gesehen, einmalige Landschaften, interessante Wanderungen (tolle Leistung besonders vom Nachwuchs, Moritz, Andreas und Matthias), am Lilienstein und in der Tschechei weitere AV-Mitglieder getroffen (...die hätten auch gleich mit uns im Bus fahren können...), romantische Schifffahrten, viel gelacht, natürlich auch kleine Pannen wie Rausschmiss für drei aus der Tschechei, Geldbeutel auf der Bastei liegenlassen (... aber wieder gefunden), Fernglas am Elbestrand liegenlassen (..das war weg ), Finger in Klappstuhl in Dresden eingeklemmt, - aber schließlich alle gesund wieder zu Hause angekommen. Unser ganz herzlicher Dank an die Organisatoren und Wanderführer, das Buschmann/Haible - Team, - einfach alles perfekt gemacht. Wieder eine der schönsten und erlebnisreichsten Wanderfahrten. Ein chinesisches Spruchwort sagt: eine Freude vertreibt hundert Sorgen ! Wir müssten eigentlich für den Rest unseres Lebens keine Sorgen mehr haben !!

Ingrid Fischer

 


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