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Wanderbericht OG Hayingen
Italien, Region Marken
 
Wanderfahrt der OG Hayingen von 04. bis 11. Juni 2006

Anfahrt mit 51 Personen über Heidiland (CH), San Bernadino, Mailand, Bologna, Adriaautobahn bis Grottammare an der Riviera delle Palme in den südlichen Marken. Nach frühem Aufbruch konnten wir am Spätnachmittag den Willkommenstrunk im familiengeführten „Caraibi" (www.hotelcaraibi.it) genießen. Der Reiz dieser Wanderfahrt bestand neben dem vielfältigen Programm aus der Lage des Hotels an der gepflegten Strandpromenade, was die Fahrt auch für Familien attraktiv machte. Das kam durch die Teilnahme von 11 Kindern und Jugendlichen offensichtlich an. Man konnte auch mal einen Wandertag aussetzen. Dies wurde im Schnitt von etwa 10% der Teilnehmer wahrgenommen, die sich dann am leeren Juni-Strand vergnügten oder geniale Eisdielen aufsuchten u.ä.

Am 1. Wandertag (Pfingstmontag) verschafften wir uns einen Überblick über die südlichen Marken. Aus dem Asotal erwanderten wir die typischen Hügeldörfer, den Wanderweg hatten wir auf Basis der „Sentieri delle Fede" („Glaubenswege") zusammengestellt. Hinauf ging es an Olivenhainen und Weingärten vorbei nach Moresco und Monterubbiano. Mittagsrast in der zentralen Bar und auf den Rathaus-Stufen, so dass die große Gruppe als Sensation von einem Rathausbediensteten sogleich abgelichtet wurde. Die schneebedeckten Monti Sibillini im Blick wanderten wir weiter nach Petritoli, mit kleinem Ortsrundgang. Der erste überraschende Höhepunkt war für die Wanderer die Weinverkostung mit regionalen Spezialitäten in der Casa Vinicola Geminiani bei Montalto delle Marche. Alle wären angesichts der überwältigenden Gastfreundschaft der Familie Geminiani (www.piandellalaga.it) gerne länger im Garten bei den „Marken"-Waren und dem Wein aus Barriques geblieben.

Die 2. Wanderung führte uns zur Riviera del (Monte) Conero. Steile, weiße Kalkklippen fallen ins Meer ab, ein starker Kontrast zu den ansonsten flachen Badestränden. Eine kurze Wanderung zum Aussichtspunkt Passo del Lupo mit anschließender Siesta auf dem Dorfplatz von Sirolo war neben einer längeren, aussichtsreichen Tour über der Küstenlinie zur Auswahl. Die Kinder spielten Fußball auf der Piazza, während die „Alten" ihren Coppa schlemmten und sich die Wandergruppe gerade rechtzeitig vor dem Gewitter in den Bus rettete.

Am 3. Tag wurden wir am Eingang zur Gola dell’Infernaccio (Höllenschlucht) geschockt. Die Brücke war von der Schneeschmelze weggerissen worden, ihre Trümmer und die Schneemassen im Schluchtausgang zeugten davon. „Nachdem sich alle Mut angegessen hatten", so ein Teilnehmer im Reisetagebuch, durchwateten wir den eiskalten Tenna-Bach - die Schuhe umgehängt, die Wanderstöcke zur Balance, die Kleinsten auf dem Arm. Der Wanderweg am tosenden, mal dahinplätschernden Bach, die Überquerung von Schneefeldern und die Idylle in den Wiesen um die Tenna-Quelle mit Blick auf die schneebedeckten Monti Sibillini sorgten für bleibende Eindrücke. - Das verdiente Abendessen im Agriturismo „Vecchio Gelso" (=alter Maulbeerbaum, www.vecchiogelso.com ) bei Ortezzano geriet zur vielgängigen, „landestypischen Völlerei". Nach jeder Speise gab es etwas noch Besseres zu essen, gekrönt von Caffè und Vino Cotto.

Der folgende Ruhetag ermöglichte dem Busfahrer Entspannung, den Teilnehmern gemütliches Flanieren, Baden, Spielen am Strand, Einkaufen, Spaziergang zum Fischerhafen im benachbarten San Benedetto del Tronto - für uns Landratten immer interessant. Am Spätnachmittag noch ein Programmpunkt: die Besichtigung der sehenswerten Stadt Fermo. Piazze und Palazzi sowie Kirchen, davon der Dom am höchsten Punkt der Stadt mit Blick zum Meer, beeindruckten.

Ausgeruht sollte am 5. Tag die Besteigung des Monte Vettore (2476 m) in den Monti Sibillini klappen. Der Berg blickt majestätisch in die Täler von Tronto und Aso herab – so hatten wir jeden Tag erfreut beobachtet, wie der eingangs der Reise in tieferen Lagen liegende Neuschnee dahingeschmolzen war. Von Süden ab der Forca di Presta (1540 m) ging es los. Windig und kalt, eine geschlossene Schneedecke ab etwa 2300 m, auf dem Gipfel mal Aussicht, mal keine, dennoch ein herrliches Erlebnis für die 11 Gipfelstürmer, darunter 2 Kinder. Auf den Schneefeldern zügig bergab, das nächste Ziel war der sagenumwobene „Lago di Pilato" im Quellgebiet des Aso-Flusses, ein herrlicher blauer Fleck unter den schneebedeckten Hängen. Die Parallelwanderungen führten bis auf das Joch unterhalb des Vettore (Forca delle Ciáule, 2215 m) und aus der fremdartigen Hochebene Piano Grande (1350 m) von Castelluccio durch das Valle dei Fonti auf 1700 m Höhe und über die Colli Alti e Bassi wieder zurück. Der Busfahrer durfte in den kleinen Dörfern am Osthang der Sibillini Höchstleistungen zeigen, bis alle im Weiler Foce, dem Endpunkt der Monte Vettore-Überschreitung, wieder vereint waren. Rechtzeitig erreichten wir das Hotel, wo wir das WM-Eröffnungsspiel Deutschland – Costa Rica auf der extra für uns installierten Leinwand bejubeln konnten.

Der Schlusstag war einer Stadtführung mit einheimischen Führerinnen in der Provinzhauptstadt Ascoli Piceno vorbehalten. Die Stadt des Travertins wartet mit vielen geschichtsträchtigen Bauwerken und Stätten auf. Die wohlproportionierte Piazza del Popolo, das Wohnzimmer der Stadt, ist einer der schönsten Plätze Italiens. In zwei Gruppen durchstreiften wir die Stadt und hatten auch die Möglichkeit, vom Rathausbalkon herabzuschauen und in öffentlichen Gebäuden restaurierte römische Gebäudereste zu sehen. Am Nachmittag genossen wir nochmals das Meer.

Nach herzlichem Abschied von der Belegschaft des „Caraibi" ging die Wanderwoche in den Marken zuende.

Fazit: Außer uns waren kaum Wanderer unterwegs, die Strände waren weitgehend leer, das Wetter immer gut zum Wandern. Die abwechslungsreiche Landschaft, die Städte und Dörfer und die überwältigende Gastfreundschaft, die sich auch in der hervorragenden Küche ausdrückte, bestätigten für uns den Slogan der Region Marken: „Italia in una regione."

Detaillierte Infos zu Entfernungen, Höhendifferenzen und Gehzeiten gerne bei den Wanderführern

Daniela und Jürgen Haible
Mühlrain 17/1
71296 Heimsheim
Tel. 0 70 33 / 39 05 66

Karten:

Mairs Geogr. Verlag Italien Generalkarte Nr. 8 Umbrien/Marken 1:200.000

Kompass Nr.666, Monti Sibillini 1:50.000

SER (Società Editrice Ricerche) und S.EL.CA: Parco Nazionale die Monti Sibillini, Carta dei Sentieri 1:25.000, unterstützt vom CAI Club Alpino Italiano

Consorzio del Parco del Conero: Parco del Conero, Carta Escursionistica, 1:20.000

 


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