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Wanderbericht vom 108. Deutschen Wandertag
Deutschland, Rhön
 

Wandererlebnisse des 108. Deutschen Wandertages
in Fulda, gleichzeitig  125 jähriges Jubiläum des
Deutschen Wanderverbandes

Im Grußwort betonte unser Bundespräsident Köhler:
Wandern, das ist eine ideale Verbindung von Naturgenuss und Naturschutz.
Dieser Genuss verbindet ebenso wunderbar das Angenehme mit dem Nützlichen, Wandern ist nicht nur Spaß, es ist eine der gesündesten Sportarten.

Dr. Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes und Präsident des Schwäbischen Albvereins, wies auf die Gründung vor 125 Jahren hin und zeigte auf, dass die Themen zukunftweisend sind. Er ist stolz auf die ehrenamtlichen Aktivitäten in den Fachbereichen Wandern, Wege, Naturschutz, Kultur, Familie,  „ Jugend, Tradition und Moderne“, welche ein wichtiger Baustein  der Gesellschaft sind.

Fulda und die Rhön zeigten sich von ihrer besten Seite, als Erlebnis in der Stadt mit der barocken Geschichte und dem wunderschönem Dom. Scharm und Geschichte begegnen sich in Fulda auf Schritt und Tritt. Alte Bauten beherbergen Geschäfte, Boutiquen, gemütliche Kneipen u. Restaurants. Diese Mischung aus Sehenswürdigkeiten und Kultur sind gut abgestimmt. Hinzu kommt die Umgebung, die wunderschöne Rhön, im Herzen von Deutschland, ein einmaliges Erholungsgebiet in Mitteleuropa.

Urwüchsige Basaltkuppen prägen die Landschaft, einsame Hochmoore, riesige Wälder, glasklare Bäche , romantische Täler, blühende Landwirtschaft, aber auch historische Burgen, Schlösser,  Kirchen, Kapellen bieten für jeden Besucher etwas Besonderes.

1991 erhielt diese Kulturlandschaft das Prädikat :
Biosphärenreservat von der UNESCO verliehen.

50 Mitglieder des Schwäbischen Albvereins aus dem Bereich von Nördlingen bis Plüderhausen, als „Freunde des Deutschen Wandertages“ folgten dem Wandertags-Team unter Führung von Walter Ebert, Heidi Kurz und Traudl Ebert nach Fulda, unter dem Motto:
125 Jahre Wandern und mehr. Die Teilnehmer aus Nördlingen, Lorch, Westhausen, Waldstetten, Wasseralfingen, Westhausen, Aalen, Dewangen, Heuchlingen, Hüttlingen, Mögglingen und dem langjährig sicheren Fahrer Dieter Seibold waren begeistert von der Spitzen–Vorplanung und dem Angebot dieser Reise. Das Programm bot wieder für jeden Geschmack etwas. Donnerstag den 26. Juni, Anreise und zur Einstimmung nach Oberwildflecken zum 928 m hohen Kreuzberg  mit einer herrlicher Rundum-Aussicht wo die Berge wie Kegel stehen. Besichtigung der Klosteranlage und Verkostung des Klosterbieres.
Weiter zum „Roten Moor“, dieses Hochmoor konnte auf bequemen Bohlenpfaden begangen werden und begeisterte durch die vielfältige Pflanzenwelt, die auf interessanten Schautafeln erläutert wurden. Skurrile Baumreste zeugten vom kargen Land im Moor. Vom Aussichtsturm hatte man einen hervorragenden Blick über die Landschaft. Nach Bezug  des gutgeführten „Hotel Lenz“ in Fulda, der entspannenden Nacht, konnte am Freitag, den 27. Juni das weitere Programm in Angriff genommen werden. Rundwanderung im „Schwarzen Moor“, dieses Hochmoor zeigte sich von einer ganz anderen Seite, viel mehr Wasser, Seen, Sumpf, aber auch bequem auf Bohlenwege zu durchwandern. Dann die Wasserkuppe, das Wahrzeichen der Rhön, 950 Meter hoch, hier zeigte es sich, weshalb hier die Geburtsstätte der Segelflieger ist. Eine steife Briese Wind blies uns entgegen. Hier kann man wunderbar den Segelfliegern, Paarhaglidern, Modellfliegern, und Drachenfliegern bei ihrem Sport zuschauen. Ein besonderes Highlight ist der Besuch des Informations-Zentrum der UNESCO, die Ausstellung im Biosphärenreservat.

Alle, die sich für die Fliegerei interessieren, sind begeistert von dem Segelflug-Museum. In dieser umfangreichen Ausstellung ist anschaulich die 100-jährige Geschichte des Segelfliegens aufgezeigt. Zum Ausklang des Tages eine Abendwanderung zum Frauenberg in Fulda. Leider war die Kirche bereits schon geschlossen, aber dafür die Aussicht auf die Stadt in der Abendsonne wunderschön. Stimmungsvoller Gesang mit Akkordeon-Begleitung von Silva Kralik im Schoppen-Keller war ein Super-Abschluss des Tages.

Der nächste Programmpunkt am Samstag den 28. Juni war die Wanderung und Besteigung der Milseburg. Dieser höchste Berg der Kuppenrhön ist der sagenumwogende Basaltkegel. Hier soll der Riese Mils, der sich mit den früheren christlichen Missionaren einen erbitterten Kampf geliefert, und begraben sind. Die Milseburg ist die Perle der Rhön, ein heiliger Berg der Kelten, die hier in der Umgegend siedelten. Eine Wallfahrtskapelle auf dem Berg und die urige Milseburg-Hütte des Rhönklubs laden zum Besuch ein. Weiter unten im Tal, am fuße der Milseburg, liegt das Maler und Fachwerkdörfchen „Kleinsassen“. Hier besuchten wir das Internationale Pfunds-Museum von R. Kremer. Das sich in diesem denkmalgeschützten Fachwerkhaus befindende Museum erstaunt jeden der es besucht. In 7 Räumen und an Hand viele tausender Beispiele wird die Geschichte die, Vielfalt und der Erfindungsreichtum der Waagen, Gewichte, der verschiedenen Berufe und Genauigkeiten aufgezeigt. Diese Zeugen aus allen Ländern, Erdteilen und Zeitaltern, von der Antike bis Heute, und alle Bereiche des Messens und Wägens sind hier zu bewundern. Das Messen und Wägen ist seit allen Zeiten ein Symbol der Gerechtigkeit.

Anschließend wurde es wieder „sportlich“, der Barfuss-Erlebnis-Pfad von Hofbieber.
Barfuß laufen ist natürlich gesund, natürlich anders und bedeutet natürlich viel Spaß. Auf 18 Stationen sind in herrlicher Umgebung verschiedene natürliche Oberflächen, wie weicher Rasen, körniger Sand, massierender Kies, warmer Rindenmulch, lehmige Erde und  erfrischendes Wasser auf  1 Km Pfadlänge zu entdecken und auszuprobieren. Mit viel Gelächter, Jux und auch manchem „AU“ wurde der Parcours durchlaufen, und dadurch gleichzeitig eine Fußreflexzonen –Massage erreicht und somit der Organismus und die Abwehrkräfte gestärkt. Der Sonntag, war der Höhepunkt des Wandertages beginnend mit dem Gottesdienst im Dom, und dem Festakt „125 Jahre Wandern und mehr“, mit dem Festredner Michael Glos, Bundeswirtschaftsminister als Ehrengast. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auf die gelungene deutsche Wiedervereinigung erinnert und gleichzeitig der Rennsteig als Qualitätsweg „Wanderbares  Deutschland“ ausgezeichnet. Viele Grußworte von Ministern und Oberbürgermeistern umrahmten die festliche  Feierstunde in der „Esperanto-Halle in Fulda. An die Entstehungsgeschichte  des Wanderverbandes erinnerte der Präsident Dr. Rauchfuß. Seit 1883 haben sich die Mitglieder erfolgreich für das Wanderwesen, den Naturschutz und die Erhaltung der kulturellen Werte eingesetzt.

Einen besonderen Dank sprach Präsident Rauchfuß dem Rhönklub und seiner Präsidentin Frau Regina Rinke aus, die maßgeblich Am Zusammenkommen der Verbände im getrennten Teil der Rhön beigetragen haben. Jetzt zum Highlight des Wandertages dem „Festzug“ ein nicht enden wollendes, farbenfrohes, fröhliches Geschehen. Der Festzug wurde gebildet durch 58 teilnehmende Wander-Vereine bzw. Verbände, 112 Gruppen, 29 Musikgruppen , Kapellen und Fanfarenzüge, 25 Motivwagen und von ca. 10.000 Teilnehmern, die von rund 20.000 fröhlichen Zuschauern bejubelt und beklatscht wurden. Über 2 Stunden zog sich dieser bunte Zug bei herrlichem Sonnenwetter durch die Stadt und vorbei an der Ehrentribühne.

Zum gemütlichen Ausklang des Tages bescherte uns die Fußball-National-Mannschaft die Vize-Europa-Meisterschaft. Montag, den 30. Juni Alles schöne findet einmal ein Ende, aber die Schlusskundgebung mit Kranzniederlegung am „Point Alpha“ der Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte standen noch auf dem Programm. Der Point Alpha, war Außenstelle von 1972 bis 1989 eine der  Vordersten Beobachtungsstationen der US-Streitkräfte in Europa. Das Camp lag in der Nato-Verteidigungszone, die im Ernstfalle die Invasion der Truppen des Warschauer-Paktes zu befürchten hatte. In direkter Nachbarschaft der Stadt Geisa erfüllte OP-Alpha bis zum Falle des „Eisernen Vorhanges“ eine nachhaltige Aufgabe im Verteidigungskonzept der Nato.

Am Haus der Grenze fand die Schlusskundgebung statt. Emotional erinnerte die Präsidentin des Rhönklubs, Frau Rinke, an die Schicksale der getrennten Familien im Grenzgebiet. Präsident Havelka des Europäischen Wanderverbandes war erfreut über die große Zahl der deutschen ehrenamtlichen Helfer beim Wanderverband, und will ehrenamtliche Helfer bis zur Eurorando 2011 in Andalusien ebenfalls haben. Einen tollen Anblick bot das Friedens-Mahnmal, ein sich im Wind drehendes Friedens-Symbol, auf welchem in Kyrillischen Buchstaben steht  „MIR“ das russische Wort für Frieden in Englisch    PEACE = Frieden  in Deutsch = Frieden. Ein tolles, verbindendes Symbol!
Mit der gesungenen National-Hymne ging der 108. DWT zu Ende. Die Ostälbler,  die Remstäler, und die bayerischen Nördlinger machten jetzt noch einen gemütlichen, leckeren Abschluss im „Kreuz in Zipplingen“ Hier wurde dem Wandertags-Team: Heidi, Traudl, Walter und Busfahrer Dieter von allen Teilnehmern ein großes Lob und Dankeschön ausgesprochen, mit der Bitte in den nächsten Jahren so weiter zu machen.

 


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