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Wanderbericht OG Ebersbach/Fils
Österreich, Bregenzer Wald
 
38 erwartungsfrohe Wanderfreunde trafen sich am 27.06.04 auf dem Marktschulhof, um mit dem Bus nach Au in den Bregenzer Wald zu fahren. Singend, zwischendurch mit Getränk und Brezel stärkend, war das Ziel bald erreicht. Die Zimmer wurden verteilt, die Wanderstiefel angezogen, und schon ging es auf die erste Tour zum Einlaufen. Auf dem Weg zum Wasserfall oberhalb von Schopperau wurden die ersten „alpinen Fähigkeiten" getestet, und die auf dem Berg gelegene Anneseelenkapelle lud zu kurzer Besinnung ein. So richtig ausgehungert stürzten sich alle auf das Abendbuffet und genossen die schmackhaften Gerichte.

Am nächsten Tag ging es dann richtig los. Geteilt in Gruppen 1 und 2 machte man sich auf

die geplanten Wege. Souverän und besonnen führte Walter Seidl die 14 Personen starke erste Gruppe auf den Lug und das Analperjoch. Es mussten immerhin teilweise sehr steile 1.200 Höhenmeter überwunden werden. Trotz der Anstrengung bewunderten alle die Blumenvielfalt, die in ca. 2000 Meter Höhe ihre Pracht entfaltete. Der Abstieg war so eingeteilt, dass in der Bergkristallhütte verlorene Flüssigkeit sofort wieder aufgefüllt werden konnte. Die Gruppe 2, liebevoll betreut und umsorgt von Elisabeth Seidl, stieg zur Brendleralpe auf, um dann ebenfalls die Gemütlichkeit der Bergkristallhütte zu genießen. Beide Gruppen trafen sich abends zum gemeinsamen Essen und schwärmten von den jeweiligen Erlebnissen.

Zur dritten Wanderung brachte der Postbus beide Gruppen nach Lech, wo man in die Bergbahn nach Ober-Lech umstieg. Es wurde bergauf - bergab über die Obere und Untere Auenfeldalpe, zum Körber See, auf die Batzen Alpe und hinab nach Schröcken gewandert. Gemeinsam konnte dieser herrliche Sonnentag in der Bergwelt mit leuchtendem Enzian und anderen Blumen auf bunten Wiesen genossen werden.

Wegen Androhung eines geplanten Busfahrer-Streiks entschlossen sich die Wanderführer, die Route vom Freitag vorzuziehen. Zu Fuß gelangte man zur Bergbahn, die zum Diedamskopf hochfuhr. Der beeindruckende Rundblick auf die mit noch viel Schnee bedeckten Gipfel war für die Gruppe I der Anfang einer Sonnentour, die sie über den Diedamsattel, Kreuzle, zur Schwarzwasserhütte und über die Ochsenköpfe zur Neuhombachhütte und zurück zur Mittelstation führte. Die 2. Gruppe lief über den Höhenweg zur Neuhombachhütte und zurück zur Mittelstation. Beide Gruppen trafen abends, zwar geschafft aber glücklich, im Hotel ein.

Am Donnerstag brachte der Bus alle Teilnehmer nach Damüls, und ein Sessellift zur Uga-Bergstation. Während die erste Gruppe erst die Mittagspitze erklimmen wollte, um dann über das Hohe Licht, den Hochplanken, das Sünser Joch und über Sieben Hügel in ca. 6 Stunden die Talstation zu erreichen, machte sich die zweite Gruppe daran, gleich auf den 2.068 Meter hohen Hochplanken zu steigen, um dann die gleiche Route wie die Alpinisten einzuschlagen. Leider war an diesem Tag das Wetter nicht so hold. Völlig durchnässt, einen durch den Regen rutschigen Abstieg hinter sich, erholten sich die müden Wanderer bei Cappuccino, Apfelstrudel oder Bier an der Talstation, um dann so gestärkt in der Unterkunft durch Whirlpool oder Dusche die Kräfte für den nächsten Tag zu regenerieren.

Wenn der Regen fällt, steht eine Wanderung unter keinem guten Stern. Trotzdem wurde am Freitag versucht, auf die Kanisfluh zu gelangen, schließlich war Wetterbesserung angesagt. Von Mellau fuhr die Bergbahn zur Roßstellealpe, und beide Gruppen machten sich an den Aufstieg. Auf halber Strecke musste aber doch abgebrochen werden. Durch Regen und einfallenden Nebel wäre ein Weitergehen zu gefährlich geworden. Walter Seidl brachte seine Truppe zu einem sicheren Standpunkt und ging der zweiten Schar entgegen, um dann Elisabeth beim Hinunterführen der nun etwas verunsicherten Gipfelstürmer behilflich zu sein. Ihnen beiden ist es gut gelungen, dass Tritt für Tritt, fast Gemsen gleich, mit äußerst dreckigen Stiefeln, aber fröhlich, die Wurzachalpe erreicht wurde. Die erste Gruppe war bereits vorher zur Edelweißhütte abgebogen, in der festgestellt wurde, dass sich Enzian-Schnaps vielleicht doch besser zum äußeren Einreiben eignet, trinken kann man ihn nur mit zugehaltener Nase. Von der Wurzachalpe wanderte die zweite Gruppe auf bequemen Wegen zur Roßstellealpe, wo der „Singende Wirt" alle begeisterte. In warmer Stube wurde noch eine Weile gemütlich beisammen gesessen, ehe die Bergbahn alle wieder sicher ins Tal brachte. Zu einem netten Abschiedsabend fand man sich nach dem Abendessen ein. Elisabeth und Walter Seidl hatten mit Hertha Rieth, Traudel und Franz Marxt ein Unterhaltungsprogramm vorbereitet, was wahre Lacherfolge brachte. Ausgelassen trennte man sich am späten Abend.

Am Tage der Abreise wurden zum letzten Mal die Wanderschuhe geschnürt. Es galt heute noch einmal in die Höhe zu steigen, um die kunstvoll gehäkelten Blumen einer kleinen Bergkapelle zu bewundern. Pünktlich um 13.00 Uhr holte uns der Bus am 03.07.04 in Au ab, um uns über den Hochtannbergpass, durch das Tannheimer Tal, nach einer gemeinsamen Einkehr, in die Heimat zu bringen.

Was hier in wenigen Zeilen erzählt wurde, hatte in der Planung viel Mühe gekostet. Das Zusammenstellen der Touren, das Organisieren von Hotel und Fahrt, das Koordinieren der Busse vor Ort benötigte einen erheblichen Zeitaufwand. Elisabeth und Walter Seidl hatten vor langer Zeit bereits mit den Vorbereitungen begonnen, damit die nun abgelaufene Wanderwoche ein voller Erfolg werden konnte. Man kann die Bereitschaft, etwas für die Gemeinschaft zu tun, nicht genug würdigen und nicht als selbstverständlich ansehen. Beiden sei hiermit noch einmal für die schönen Tage, die wir erleben durften, gedankt. Die erlebnisreiche Zeit wird noch lange im Gedächtnis bleiben.

gl


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