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Erlebnisreiche Wanderwoche mit dem Schwäbischen Albverein und den
Limes-Cicerones
Zahlreiche Wanderfreunde aus ganz Deutschland trafen sich zu einer
geführten Wanderwoche entlang des obergermanischen Limes in
Baden-Württemberg. Die Wanderstrecke führte durch fünf Landkreise
von Walldürn im Odenwaldkreis, durch den Hohenlohekreis, den Kreis
Heilbronn und den Rems-Murrkreis bis nach Lorch im Ostalbkreis. Die
beiden Wanderführer des Schwäbischern Albvereins, Oswin Maier und
Walter Ebert und der Vorsitzende des Verbandes Der Limes-Cicerones,
Dr. Manfred Baumgärtner, freuten sich neben den Gästen aus Hessen,
Thüringen und Bayern auch eine Teilnehmerin aus Bad Oldeslohe in
Schleswig-Holstein begrüßen zu dürfen.
Startpunkt der fünftägigen Wanderung entlang des Weltkulturerbes
Obergermanisch-Rätischer Limes war im Odenwaldkreis das konservierte
Römerbad von Walldürn. Und hier gab auch gleich eine Überraschung
für die Teilnehmer: Limes-Cicerone Monika Frisch begrüßte die Gruppe
in historischer Kleidung als Provinzialrömerin mit eine Schluck „Mulsum“,
dem römischen Aperativewein. Nach einer kurzen Führung am Bad und
Erklärungen zum Kastell, ging es hinauf zum Wachtturm Nr. 7/46. Ab
hier verläuft der antike Grenzwall schnurgerade, 80 km lang nach
Süden, bis er sich am Haghof im Rems-Murrkreis wieder nach Osten
wendet. Auf dem Limeswanderweg ging es zur Mittagsrast zum
vorzüglich erhaltenen Kleinkastell Höhenhaus und danach nach
Osterburken. Hier erwartete Limes-Cicerone Rainer Miksch die Gruppe
zu einer spannenden Führung durchs Römermuseum von Osterburken mit
seinen Soldatenbädern und zahlreichen Weihesteinen. Am Römermuseum
in Osterburken startete dann auch der zweite Tag der Wanderwoche.
Nach einer Führung durch die beiden Kastelle, ging es hinauf zur
Marienhöhe, auf der sich eine imposante Rekonstruktion von Palisade,
Wall und Graben befindet. Bei der Mittagsrast in Weigental wurde die
Gruppe so hervorragend bewirtet, dass die Führer mächtig drängen
mussten, um die Wanderung fortzusetzen. Auf dem HW6, ging es vorbei
an sehr gut erhaltenen Limesresten, durch zwei Schluchten und durchs
Kessachtal schließlich in den Hohenlohekreis bis nach Jagsthausen.
Limes-Cicerone Heinrich Kühner erwartete die Gruppe bereits und
führte am Römerbad und durch das sehr schöne und interessante
Römermuseum. Am dritten Tag ging es vom Hotel mit dem Omnibus in den
Kreis Heilbronn zum nächsten Etappenstart dem Römerkastell in
Mainhardt. Unterwegs hatten die Limeswanderer noch Gelegenheit einen
der wahrscheinlich schönsten Limesabschnitte zwischen Zweiflingen
und Öhringen zu erkunden. Von Mainhardt führte die Wanderung zum
Kleinkastell Hankersmühle und dann entlang dem Saugraben nach Grab
und auf den Heidenbuckel mit seiner am gesamten Limes einmaligen
Rekonstruktion von Turm, Palisade, Wall, Graben und Schneise. Dort
war auch Mittagsrast und die Teilnehmer wurden vom Versorgungsteam,
an diesem Tag bestehend aus Günter Vieler und Oswin Maier, mit einer
äußerst schmackhaften Römerwurst empfangen. Nach der Rast ging es
auf dem Limeswanderweg im Rems-Murr-Kreis, vorbei am Wacholderhof
und Junghof hinunter nach Siegelsberg und schließlich nach
Murrhardt, dem Tagesziel. Am vierten Tag führte Limes-Cicerone und
Naturparkführer Wolfgang Grabe die Gruppe vom Rathaus in Murrhardt
durchs wildromantische Hörschbachtal hinauf bis nach Rotenmad. Nach
einer zünftigen bayrischen Brotzeit, ging es weiter zum Spatzenhof.
Der Grenzwall steigt hier auf die Welzheimer Liashochebene und
erreicht mit 561 m seine größte Höhe am gesamten vorderen Limes.
Nach dem obligatorischen „Gipfelschnaps“ führte der Weg vorbei an
beeindruckenden Resten des Walls zum Klein-Kastell Ebnisee und von
der Königseiche bis zum Kleinkastell Rötelsee schließlich nach
Welzheim.
Der
fünfte und letzte Tag der Wanderwoche startete im Archäologischen
Park Ostkastell in Welzheim. Hier wurden die Wanderer stielecht von
einem römischen Soldaten begrüßt und mit den besten Wünschen auf die
letzte Strecke mit einem kühlen Römertrunk verabschiedet. Am Haghof
schließlich erreichte die Wandergruppe schließlich nach vier Tagen
die Stelle, an der Limes nach 80 km Länge zum erst Mal wieder seine
Richtung ändert und nach Südosten abbiegt. Vorbei am Peterhaldenhof
und durch Pfahlbronn und Brech wanderte die Gruppe zum
Bemberlesstein mit den antiken Wagenspuren. Der Wanderweg verläuft
hier bis kurz vor Lorch genau auf dem Limeswall. Vom rekonstruierten
Holzwachtturm beim Kloster Lorch konnten alle noch ein letztes Mal
den tollen Ausblick von einem römischern Wachtturm genießen. Danach
ließen die Teilnehmer bei einem kleinen Abschiedstrunk im Klosterhof
diese spannende und erlebnisreiche Wanderwoche noch einmal Revue
passieren, verbunden mit einem ganz herzlichen Dank an die
kompetenten Führer und an die ausnehmend liebevolle Organisation
dieser einmaligen Limeswanderwoche.
Walter Ebert,
Tel.: 07361/970226
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