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Wanderbericht OG Bartholomä
Italien, Pragser Wildsee - Sextner Dolomiten
 

Die Hochgebirgsgruppe der OG Bartholomä erkundete am ersten Sommerferienwochenende das Gebiet in dem sich die schlimmsten Kämpfe des Gebirgskrieges von 1914-1918 ereigneten. Eingefallene Stellungen, Schlupflöcher in den Felsen mit zum Teil gut erhaltenen Einrichtungen und Munitionsreste sind in den Sextner Dolomiten noch allgegenwärtig.

Über Fernpass und Brenner erreichte die 26-köpfige Gruppe ihre erste Station, den Pragser Wildsee. Als Eingehtour und zur Akklimatisierung wurde der Seekofel mit seinen 2810 m erstiegen, der als Dankeschön für die Strapazen des Anstieges einen wunderbaren Ausblick auf den 1300 m tiefer liegenden See und die umliegende Bergwelt ermöglicht. Im weiten Bogen breitet sich die Kette der Zentralalpen vor dem Auge des Betrachters aus. Die Gruppe der älteren Teilnehmer unternahm unterdessen eine leichtere Tour zur Kaiseralm, von der aus ein hervorragender Blick auf die Pragser Dolomiten möglich ist.

Die Bartholomäer Hochgebirgsgruppe besteht in wechselnder Zusammensetzung seit 1968, sodass einige der Teilnehmer, die seit Beginn dabei sind, nicht mehr die allerhöchsten Berge ersteigen können. Dem wird insofern Rechnung getragen, dass im Rahmen der Vorbreitung durch Karl Busch, den Leiter der Gruppe, Gebiete ausgesucht werden, die für alle Alters- und Schwierigkeitsgruppen attraktive Touren ermöglichen.

Nach vollbrachter Tour wurde abends noch das Gebiet in Richtung Sextner Dolomiten gewechselt. Mit dem Bus und der Bergbahn von Sexten-Moss wurde die Rotwandwiesenhütte, das Quartier für die nächsten 3 Tage erreicht.

Für den zweiten Tag war als Ziel die Sextner Rotwand mit ihren 2936 m gewählt worden. Über einen für dieses Gebiet vergleichsweise leichten Aufstieg und kurze seilgesicherte Abschnitte wurde in zwei Gruppen der Gipfel erreicht. Während die eine Gruppe über den „Burgstall" abstieg, nutzte die andere Gruppe den Klettersteig in westlicher Richtung und erreichte erst nach etlichen Auf- und Abstiegen, zuletzt über den Sentinella-Pass, die Hütte. Die Spuren des 1. Weltkrieges, der in den Bergen mit einer heute nicht nachvollziehbaren Erbitterung und einer unvorstellbaren Zahl an Opfern geführt wurde, waren auf Schritt und Tritt zu sehen.

Die „Strada degli Alpini", den Alpinisteig, einer der eindrucksvollsten Steige in den Dolomiten und Relikt jener unseligen Zeit des Gebirgskrieges nahm sich die Gruppe für den dritten Tag vor. Nach der Ersteigung der Elferscharte (2650 m) und der Querung über die große Geröllterrasse unter dem Elferkogel wurde das Kernstück des Steigs, das ausgesetzte Salvezza-Band mit dem beliebten Fotomotiv des „Äußeren und des Inneren Loches" durchstiegen. So kam eine längere Pause auf der Zsygmondy-Hütte gerade recht, bevor es an den langen Abstieg zur Talschluss-Hütte ging. Die ganz Wilden stiegen die 500 Höhenmeter zur Rotwandwiesenhütte nochmals auf, der Rest nutzte nach einem schnellen Marsch die letzte Bergbahn.

Aber auch die Abende wurden zünftig genutzt. So manches Lied wurde, begleitet von Gittarist Michael Duschek, gesungen und dem guten Südtiroler Wein zugesprochen.

Im November wird sich die Gruppe wieder treffen, um mit Dias die zurückliegende Tour Revue passieren zu lassen und Pläne für das kommende Jahr zu schmieden.

Kontakt: Jürgen Pfau
Gaisgasse 29
73566 Bartholomä

 


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