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Rückblick
Naturschutztag
03. Nov. 2001
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"Rückblicke"

Naturschutztag in Ludwigsburg am 03. November 2001


Heimat wird Naturschutzthema

Schwäbischer Albverein setzt auf Dialog und Kooperation beim Naturschutz.

Ludwigsburg. Neue Perspektiven für den Naturschutz sollen durch die vorhandene Heimatverbundenheit der Menschen gewonnen werden. Dies war das zentrale Thema auf dem diesjährigen Naturschutztag des Schwäbischen Albvereins, der am Samstag, den 03. November 2001 in Ludwigsburg stattfand.

Der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf, ehemals Vorsitzender des saarländischen NABU, forderte in seinem Gastvortrag von den Natur- und Umweltschützern, mehr auf die Gefühle, die alle Naturliebhaber einen, zu setzen. Der Wille, die Natur zu schützen, habe seine Grundlage in der emotionalen Liebe zur Heimat. Mit Schreckenszenarien sei heute kein Umweltschutz mehr zu realisieren. Er setze statt dessen auf positive Aspekte: Die persönliche Lust der Menschen auf das Naturerlebnis. Dabei muss der Naturschutz viel stärker als bisher auf Kooperation statt auf Konfrontation, auf Zusammenarbeit statt auf Restriktionen setzen. Alle, die irgendwie für die heimische Landschaft Verantwortung tragen, egal ob Naturnutzer wie Forst- und Landwirte, Angler, Jäger und Sportler oder Naturschützer müssen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam einsetzen. Dieser These schloss sich auch der Präsident des Schwäbischen Albvereins, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, an. Er forderte von allen Naturschutzverbänden einen neuen Dialog, um vorhandene Streitpunkte zu überwinden. Zugleich signalisierte Rauchfuß seinen Wunsch, mit Betreibern von Natursportarten Wege einer sanfteren Nutzung von Natur zu finden. Was der Schwäbische Albverein seit über 110 Jahren mit der Einrichtung von Wanderwegen erreicht habe, nämlich die Kanalisierung von wandernden Naturliebhabern, müsse auch heute bei neuen Sportarten möglich sein.

In einer Analyse des aktuellen Naturschutzes bezeichnete Prof. Dr. Hubert Weiger vom Bund Naturschutz in Bayern die Ausdehnung von Ballungsräumen und die Entstehung von "Zwischenstädten" – großflächige, eingeschossige und grell-bunte Gewerbegebiete – als "Mac-Donaldisierung" Deutschlands. Nicht nur mit dem nahezu ungebremsten Landverbrauch, auch mit der Bevorzugung der billigsten Nahrungsmittel durch die Verbraucher und der damit verbundenen Industrialisierung der Landwirtschaft und Massentierhaltung werden unsere Lebensgrundlagen zerstört. Grundsätzlich sei jede freie Fläche in unseren dicht besiedelten Breiten schützenswert. Die Schönheit der Natur müsse vor allem der jungen Generation wieder nahe gebracht werden, da deren Kenntnisse von Natur gegen Null tendierten. Weiger sieht es als herausragende Bildungsaufgabe an, die natürlichen Lebensräume als Zukunftswerte nachwachsender Generationen bewußt zu machen. "Naturschutz gibt Heimat", so lautete das Fazit der über 300 versammelten Naturschützer des Schwäbischen Albvereins.

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