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"Rückblicke"

Landesfest 2010 in Bad Urach
vom 11. - 13. Juni 2010


Es gilt das gesprochene Wort

Grußwort von Herrn Landrat Reumann
Landesfest 2010 –
Jahreshauptversammlung
am 13.06.2010 um 10:00 Uhr in Bad Urach

Herr Präsident  Dr. Rauchfuß, Herr Ehrenpräsident
Herr Ministerpräsident, MdL
Herr Regierungspräsident, Bürgermeister Rebmann
liebe Wanderfreunde und Freunde der Schwäbischen Alb
vor allem: liebe Albvereinsfamilie

Heute ist ein besonderer Tag der Freude, denn ich freue mich außerordentlich, dass der Schwäbische Albverein sein diesjähriges Landesfest im Landkreis Reutlingen feiert.

Ich fasse den von Ihnen zu Recht erwarteten Werbeblock zusammen und rufe Ihnen ein herzliches Grüß Gott und herzlich willkommen im schönsten Landkreis von Baden-Württemberg zu. Ja, ich weiß, jeder meiner Kollegen würde das an dieser Stelle auch sagen – aber der Unterschied ist: bei uns stimmt´s halt!

Mein Dank gilt dem Heimat- und Wanderverein, und mit 900 Naturschutzwarten einem anerkannten Naturschutzverein – kurz:
Der Schwäbische Albverein und die engagierte, ehrenamtliche Arbeit seiner Mitglieder ist für die Schwäbische Alb und unsere Gesellschaft unverzichtbar. Wandern ohne den Schwäbischen Albverein – das geht gar nicht! Übrigens gäbe es die Türme auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ohne den Schwäbischen Albverein nicht mehr.

Für dieses beispiellose ehrenamtliche Engagement – übrigens schon zu einer Zeit, als dies noch nicht in aller Munde war – danke ich Ihnen allen von Herzen. Sie können als Schwäbischer Albverein selbstbewusst und stolz auf die engagierte Arbeit und das Erreichte zurückblicken. Sie können aber ebenso zuversichtlich in die Zukunft blicken, denn der Schwäbische Albverein hat die Zukunftsthemen längst besetzt.

Sie haben es angesprochen, Herr Dr. Rauchfuß und Herr Bürgermeister Rebmann, wir feiern im Herzen unseres Biosphärengebietes Schwäbische Alb.

Damit sind

o       Yellowstone National Park

o       Hawaii Islands

o       Serengeti

o       und Schwäbische Alb

auf Augenhöhe.

Aber im Ernst:
Gerade mal 5 Jahre ist es her, seit der Startschuss im April 2005 erfolgt ist. Wir sprechen über eine Rekordzeit, ein solches Großprojekt von „unten“ nach „oben“ - auf der Grundlage absoluter Freiwilligkeit – zu realisieren.

Wir sprechen über 85 000 Hektar Fläche, über die freiwillige Beteiligung von 29 Gemeinden, 3 Landkreisen, vielen Dutzend Vereinen und Verbänden aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und Umweltbildung, Handel und Handwerk.

An dieser Stelle, Herr Ministerpräsident Mappus, ein herzlicher Dank: Ohne Ihre nachdrückliche Unterstützung als damaliger Fraktionsvorsitzender wäre dies nicht möglich gewesen.

Der Schwäbische Albverein war an der Entstehung und Gestaltung des Biosphärengebiets aktiv beteiligt und hat den Prozess positiv begleitet und unterstützt. Insbesondere in der schwierigen Diskussion um die Wegeführung in den Kernzonen hat sich der Schwäbische Albverein sehr konstruktiv eingebracht. Danke dafür!

 Wir leben in einer Zeit, in der nahezu jeder Tag eine neue Krisenmeldung mit sich bringt. Ein Blick in die Nachrichten führt zunehmend zu der Erkenntnis, dass, um es mit Karl Valentins Worten zu sagen:

„Die Zukunft auch nicht mehr das ist, was sie einmal war“.

Ich bin überzeugt davon, unser Biosphärengebiet Schwäbische Alb setzt dem etwas starkes gegen: etwas, das zu uns und zu unserer Region passt, etwas, das zukunftsorientierte Antworten auf die Herausforderungen von morgen und übermorgen gibt.

Unser Biosphärengebiet ist deshalb ein Leuchtturm der Zuversicht. Ich bin mir sicher, dass wir hier in den nächsten Jahren eine nachhaltige Modellregion schaffen, die europaweit Beachtung finden wird. Denn wir haben viele Menschen, die gute Ideen haben, die mit Leidenschaft für ihre Heimat ihre Ärmel schon hochgekrempelt haben und durchstarten wollen. Wir haben starke Partner: das Land, die Gemeinden, die Landkreise, die vielen Vereine und Verbände.

Wir haben schon sehr viel erreicht in dieser kurzen Zeit, so viel, dass uns andere Biosphärengebiete, die es schon seit 10 Jahren und mehr gibt, beneiden um das, was wir schon erreicht haben.

Unser Biosphärengebiet bleibt deshalb eine Riesenchance!

Aber: Chancen bedeuten halt auch, dass sie als solche erkannt und dann natürlich auch genutzt werden müssen. Und darum meine Damen und Herren, geht es jetzt:

Ich zitiere aus der Einleitung der Sevilla-Strategie der UNESCO:
„Das Konzept der Biosphärenreservate betrifft eine der wichtigsten Fragen, denen die Welt heute gegenübersteht. Wie können wir den Schutz der biologischen Vielfalt, das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und die Erhaltung kultureller Werte miteinander versöhnen?
Biosphärengebiete sind viel mehr als Schutzgebiete. Sie leisten auch einen Beitrag zu den Bedürfnissen der Gesellschaft insgesamt, indem sie einen Weg in eine nachhaltige Zukunft aufzeigen. Dies ist der Kern unserer Vision für die Biosphärenreservate im 21. Jahrhundert“.
Zitat-Ende.

Unser Biosphärengebiet ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass es einerseits wertvolle Kulturlandschaften mit einer Jahrhunderte langen Tradition beherbergt, in der sehr wertvolle Bestandteile von Naturlandschaften bewahrt werden konnten, es andererseits aber in großen Teilen seiner Fläche in der Europäischen Metropolregion Stuttgart liegt und mit 35 % auch städtische Räume und Randzonen der Verdichtungsräume von der Region Stuttgart und des Verdichtungsraums Reutlingen – Tübingen umfasst. Das gibt es sonst nirgends auf der Welt.

Deshalb ist es wichtig, dass wir die nächsten Schritte jetzt sehr konsequent angehen – ja: wir müssen jetzt vollends in die Gänge kommen.

Aber: bei aller berechtigten Ungeduld – bitte mit der notwendigen Sorgfalt.

Wir haben die UNESCO-Anerkennung jetzt gerade 1 Jahr.

Lieber Herr Dr. Rauchfuß,
ich wünsche dem Schwäbischen Albverein eine gute Zukunft – mir ist da nicht bange. Der Landkreis Reutlingen und auch ich persönlich stehen an der Seite des Schwäbischen Albvereins und werden Ihre Arbeit nach Kräften unterstützen.

Ihnen und uns allen eine gute Versammlung.
 

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