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"Rückblicke"

Landesfest 2010 in Bad Urach
vom 11. - 13. Juni 2010


Freigabe Sonntag, den 13.6.2010 , 12.00 Uhr
Es gilt das gesprochene Wort

Hauptversammlung  2010

Bericht des Präsidenten

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

zu Beginn meines Berichtes darf ich Sie bitten, sich zu Ehren unserer verstorbenen Mitglieder von Ihren Plätzen zu erheben. Eine große Anzahl unserer Wanderfreundinnen und Wanderfreunde haben seit der letzten Hauptversammlung in Ellwangen ihre letzte Wanderung angetreten. Stellvertretend darf ich folgende Namen nennen:

Wir danken unseren verstorbenen Mitgliedern dafür, dass wir ihre Weggefährten sein durften.  Den Angehörigen sprechen wir unser Mitgefühl aus. Wir werden das Andenken der Verstorbenen in Ehren bewahren,

Ich danke Ihnen.

Heute gebe ich meinen 9. Bericht als Präsident des SAV in einer Hauptversammlung ab.

Die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte erste nationale Wanderstudie bestätigt unsere bisherigen Aussagen über die Entwicklung des Wanderns in Deutschland. Nahezu die Hälfte der deutschen Bevölkerung wandert in der Freizeit und legt dabei über 3,6 Milliarden Kilometer im In- und Ausland zurück. Gewandert wird in jeder Altersgruppe. Nach einer Wanderung fühlen sich mehr als 80 % der befragten Wanderer glücklich und zufrieden.

Die Studie belegt auch, dass das Wandern einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen  Effekt erzielt. Von den aktiven Wanderern werden in Deutschland jährlich für das Wandern über 11 Milliarden Euro ausgegeben. Deutlich mehr als für den Fahrradtourismus –nahezu den doppelten Umsatz. Für die Ausgaben vor Ort – Kost und Logie , ohne Reisekosten für An- und Abreise zu den Wandergebieten – schlagen ca. 7,5 Milliarden zu Buch. Die jährlichen Ausgaben für wanderbezogene Ausrüstungsgegenstände belaufen sich auf über 3,6 Milliarden Euro.

Das Wandern hat in den letzten Jahren einen positiven Imagewandel vollzogen. Das Bild des Wanderers hat sich zu einem  mit Multifunktionskleidung ausgestatteten modernen Menschen gewandelt, der eine moderne Freizeit- und Urlaubsaktivität ausübt.

Drei wesentliche Antriebskräfte lassen sich erkennen:

1.)   Wandern ermöglicht ein aktives Naturerlebnis.

2.)   Wandern schafft Bewegung und die Möglichkeit der Regeneration.

3.)   Wandern ermöglicht soziale Kontakte.

Dass Wandern sehr positiv auf Körper und Geist wirkt ist inzwischen hinreichend erforscht und durch die Wissenschaft belegt. Der gesundheitliche Aspekt führte zur Einführung unseres Wander–Fitness-Passes, in dem regelmäßige Wanderungen in den Ortsgruppen  durch Wanderführer des SAV bescheinigt werden. Nach Erreichen einer Mindestanzahl von Wanderungen und einer geforderten Gesamtstrecke pro Kalenderjahr kann das Deutsche Wanderabzeichen erworben werden.

Inzwischen haben der Bundesverband der AOK, die Barmer Ersatzkasse und verschiedene BKKs den Nachweis des regelmäßigen Wanderns durch unseren Wanderfitnesspass für ihre Bonusprogramme anerkannt. Bestimmt werden die anderen Krankenkassen folgen.

Unsere nationale Studie gab auch Aufschluss über die Planung und Orientierung der Wanderer. Ein wesentlicher Punkt beim Wandern ist die Streckenkenntnis und die Möglichkeit, sich auf den Wegen orientieren zu können. Zwar sind die beschilderten Wege in der Regel alle sehr gut markiert, trotzdem nutzen viele Wanderer die unterschiedlichsten Hilfsmittel im Rahmen der Routenplanung und während der Wanderung zur Orientierung. Trotz aller Technisierung bleibt die klassische Wanderkarte das wichtigste zusätzliche Orientierungsinstrument. Rund 46% der Wanderer verlassen sich nur auf die Wegemarkierungen und Beschilderungssysteme vor Ort. Diese nehmen keine Karten und kein GPS.  Hieraus ist die Bedeutung einer zuverlässigen Beschilderung erkennbar. Im Gebiet des SAV haben wir noch ein flächendeckendes, gutes und geschlossenes  Markierungssystem. Ich sage ausdrücklich noch. Denn ich befürchte, dass durch die gegenwärtigen Aktivitäten der Touristiker, unser Markierungssystem durchbrochen wird. Das Ringen um die Wandertouristen hat zu einem sehr starken Wettbewerb unter den Tourismusregionen geführt. Die wirtschaftliche Bedeutung des Wanderns habe ich vorhin dargestellt. Deshalb versucht jeder Touristiker ein Alleinstellungsmerkmal für sein Gebiet herauszustellen. Beratungs- und Planungsbüros machen den Touristikern teure Angebote. Ein Markt der Wegeplanungen und Wegemarkierungen ist entstanden. Ein Markt in dem viel Geld aus den verschiedensten Töpfen fließt. Es wird dann in diesem Zusammenhang immer wieder von einer einheitlichen Markierung gesprochen. Jeder Tourismusverein möchte seine besondere Markierung, möglichst noch mit einem schlagkräftigen Namen des Weges. Mit einheitlich ist gemeint, nur seine Markierung in seinem Gebiet. Alle anderen sollen dann entfernt werden. Die Wegführung ist zwar weitgehend auf Albvereinswegen, aber unsere Markierung wird zusehends verdrängt.  Jeder Tourismusbezirk hat dann seine eigene, einheitliche Beschilderung und sein Leitsystem. Die Folge wird sein, dass wir in einiger Zeit einen bunten Fleckenteppich haben werden.

Unser Markierungssystem wird wie ein Schweizer Käse Löcher bekommen. Die Durchgängigkeit geht verloren. Der Vorteil der Vernetzung aller touristisch interessanten Gebiete geht verloren. Für Gäste, die in der Regel mehrere Tage in unserem Land sind, ist eine in unserem Vereinsgebiet einheitliche Beschilderung wichtiger als viele verschiedene in den einzelnen Tourismusbereichen. Wir geben die Werbemöglich für Wanderland Baden-Württemberg auf zu Gunsten der Werbung für einzelne Teilgebiete. Ein Rückfall in mittelalterliche Kleinstaaterei. Der Wandertourismus in Baden-Württemberg hat nur Zukunft, wenn wir als große Gemeinschaft zusammenarbeiten. Wir sind zu Kooperationen bereit und erarbeiten bereits Lösungsmöglichkeiten.

Der SAV ist ein vielseitiger Wander- und Heimatverein. Neben dem Wandern haben der Naturschutz und die Kulturarbeit einen hohen Stellenwert. Über 10.000 Mitglieder betreiben aktiven Naturschutz und Landschaftspflege. Eine große Anzahl von Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Naturdenkmalen und Biotopen werden mit vorbildlichem Engagement betreut. Im letzten Jahr haben unsere Naturschutzwarte in über 52.000 Stunden ehrenamtlich eine Gesamtfläche von über 9000 Hektar gepflegt. Ich danke unseren Naturschützen für ihren unermüdlichen Einsatz um den Erhalt unserer Umwelt, um unseren Lebensraum, in dem wir leben. Wanderführer bekommen am Ende einer Wanderung von den Teilnehmern Applaus. Naturschützer erhalten nach vollendeter Arbeit selten Dank, vielleicht nur in einer Mitgliederversammlung ihrer Ortsgruppe. Deshalb möchte ich hier allen Naturschützern sehr herzlich danken.

Ein bedeutendes Aushängeschild des SAV ist unsere Kulturarbeit. Unser Haus der Volkskunst ist ein bedeutendes Zentrum für die Ausbildung, Schulung und Fortbildung im Bereich der Kultur. Insbesondere viele Jugendliche kommen nach Frommern. Wer gestern und heute bei den zahlreichen Vorführungen der Volkstanz- und Musikgruppen zugeschaut hat, wird bemerkt haben, dass dort viele junge Leute mitmachen. Es ist schön, dass sich auch junge Menschen für Volkstanz interessieren, dass sie traditionelle Tänze aus unserer Region und aus fernen Ländern erlernen. Auch ihr Interesse für historische Musikinstrumente, für heimatliche Volksmusik, für unsere Mundart und für unser Brauchtum ist sehr erfreulich.

Ich lobe unsere Kulturarbeit, weil sie ein sehr hohes Niveau hat, weil sie viele Menschen anspricht und so auch viele Junge zum SAV kommen. Ich möchte werben für diese Arbeit. Ich appelliere an die Medien, über unsere heimatliche Kulturarbeit zu berichten und aufzuzeigen, dass es für junge Menschen eine Alternative zur virtuellen Welt der Computer und des Internets gibt. Die Menschen kommen beim Volkstanz real miteinander in Kontakt. Internationale Kontakte können entstehen, Völker verbindende Freundschaften können entstehen.

Über die weiteren vielfältigen Aktivitäten unseres SAV könnte ich noch lange weiterberichten. Aber der zeitliche Rahmen für meinen Bericht ist begrenzt. Deshalb lade ich jeden ein, zum SAV zu kommen und selber zu erleben, wer wir sind und was wir tun.

Zum Abschluss meines Berichtes danke ich allen, die mich bei meiner Aufgabe unterstütz haben und die sich für unseren Verein in den Ortsgruppen, in den Gauen, im Gesamtverein, im Hauptausschuss und im Vorstand eingesetzt haben. Ich sage ausdrücklich bei allen, und meine alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit ihren Familienangehörigen, Partnerinnen und Partnern.

Ein weiterer besonderer Dank gilt meinen beiden Stellvertretern  Reinhard Wolf und Hansjörg Schönherr.

Dank an Frau Wolf und Frau Schönherr.

Für die vor uns liegende Zeit bitte ich Sie alle um Ihre Unterstützung und bitte Sie, sich weiterhin zum Wohle des SAV und damit auch zum Wohle unserer Heimat  einzusetzen. Gemeinsam können wir die Zukunft meistern.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und schließe meinen Bericht mit einem herzlichen Frisch Auf.

 

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