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"Rückblicke"

Landesfest 2009 in Ellwangen
von 15. - 17. Mai 2009


Minister Peter Hauk, MdL beim Albvereins-Landesfest in Ellwangen:

Offenhaltung der Naturräume zum Nulltarif gibt es nicht

Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß fordert unverzügliche Eindämmung des Flächenverbrauchs – Hauptausschuss verabschiedet Haushalt 2009 – Empfang der Stadt Ellwangen im Palais Adelmann – Hauptversammlung in der Stadthalle Ellwangen – Festzug durch die Ellwanger Innenstadt mit 500 Teilnehmern – Kultur & Musik

Ellwangen. (sav) Dass Heimatverbundenheit in den Zeiten der Globalisierung ihre Berechtigung hat, dass Tradition und Weltoffenheit in Baden-Württemberg im Zusammenhang stünden und dass die Landschaft als „Kulisse für unsere Lebensbühne“ fungiert, unterstrich Minister Peter Hauk, MdL beim Landesfest 2009 des Schwäbischen Albvereins am Sonntag in Ellwangen. Hauk betonte, die Kulturlandschaft sei einer ausgeprägten Dynamik unterworfen, wobei sich die Frage stelle, ob Landschaft wie ein Denkmal konserviert werden könne. „Die Politik muss sich diesen Fragen stellen, unser Mitstreiter ist dabei immer der Schwäbische Albverein“. Kernpunkt der Untersuchungen sei, wie Landwirte diese „Landschaftskulisse“ bewirtschaften und dabei dennoch ein sicheres Einkommen erwirtschaften könnten.

Minister Peter Hauk forderte, dass sich im Land noch mehr Persönlichkeiten und Gruppen   die Landschaftspflege zur Aufgabe machen, denn „eine Offenhaltung unserer Naturräume zum Nulltarif gibt es nicht“. Für den hauptamtlichen Naturschutz-Pflegetruppe des Schwäbischen Albvereins hatte Hauk in Ellwangen eine gute Nachricht im Gepäck. Er kündigte einen Landeszuschuss für ein neues Naturschutz-Einsatzfahrzeug von 30 000 € an. Der Minister sprach pointiert über das Biosphärengebiet „Schwäbische Alb“, dessen Anerkennung durch die UNESCO bevorstehe. „Wir wollen dieses Gebiet als Modell für Baden-Württemberg weiter entwickeln, eine Synthese herstellen mit dem Gebiet und den Menschen“. Ziel sei es, Regionen zu schaffen, die unverwechselbar seien. „Politik allein ist nicht mehr in der Lage, diese großen Aufgaben zu lösen, wir brauchen den gemeinsamen Schulterschluss und der Schwäbische Albverein ist ein wichtiger Berater und Partner beim Erhalt der Landschaft“.

In die gleiche Kerbe hieb Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, der – wie Präsidium und Vorstand – beim Landesfest in Ellwangen für vier Jahre wieder gewählt wurde. Das Jahresthema des Albvereins laute bewusst „Kulturlandschaft – gestern, heute morgen“, denn sie sei nicht nur Lebensraum für Tiere und Pflanzen sondern unverzichtbarer Erholungsraum für die Menschen. „Leider ist der Umgang mit ihr in unserer modernen Industriegesellschaft keineswegs nachhaltig“. Rauchfuß forderte mit Nachdruck, den Flächenverbrauch unverzüglich drastisch einzudämmen. „Die Land- und Forstwirtschaft ist in die Lage zu versetzen, unsere Kulturlandschaft durch Schaffung neuer Möglichkeiten der Wertschöpfung nachhaltig zu bewirtschaften und zu pflegen“. Innerhalb des Schwäbischen Albvereins, der mit 112 000 Mitgliedern der größte Wanderverein in Europa ist, gelte als oberste Priorität, so Präsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, die Mitgliederwerbung zu verstärken, um das Aufgabenpaket der Zukunft schultern und finanzieren zu können. Im Fokus der Albvereins-Jugendorganisation stehen, wie deren Vorstandsmitglied Heiko Herbst formulierte, Untersuchungen und Gutachten zur Verwendung erneuerbarer Energien in den 22 Wanderheimen und der Hauptgeschäftsstelle des Schwäbischen Albvereins. „Als anerkannter Naturschutzverband muss der Albverein hier eine Vorbildfunktion einnehmen!“

Bei der Hauptversammlung begrüßte Ellwangens Oberbürgermeister Karl Hilsenbek die Gäste in der voll besetzten Stadthalle. Musikalisch umrahmt vom Chorensemble „Zupft ond g’songa“ sprachen Grußworte der Erste Landesbeamte Hubert Götz, der EWV-Präsident (Europäische Wandervereinigung) Jan Havelka, vom Deutschen Wanderverband Herbert Reinelt, der Vizepräsident des Schwarzwaldvereins Hans-Martin Stübler und der 1. Vorsitzende des Nord-Ost-Alb-Gaus Gerhard Vaas.

Geehrt wurden:
Vom Verband mit der Silbernen Ehrennadel Erich Schuster und Hans Rainer Schmid, vom Schwäbischen Albverein mit der Georg-Fahrbach-Medaille in Silber Manfred Bender (für seine langjährige Tätigkeit als Gauwegmeister 25 Jahre und Standartenträger auch 25 Jahre), für die absolut erfolgreichste Mitgliederwerbung (655 Mitglieder und 65 Neuzugänge) OG Ulm/Neu Ulm, Vorsitzender Hans-Jürgen Ohlhoff und für die relativ erfolgreichste Mitgliederwerbung (65 Mitglieder und 20 Neuzugänge) OG Neuhütten, Vorsitzender Adolf Feucht.

Der Oberbürgermeister von Bad Urach Elmar Rebmann lud ein zum nächsten Landesfest 2010 in der „Stadt des Schäferlaufs“ Bad Urach

Das Landesfest 2009 in Ellwangen war für die Mitglieder des Albvereins und tausende von Besuchern ein zweitägiges Festival der Begegnung bei Tanz und Musik in der historischen Innenstadt Ellwangens. Eine große Besucherfrequenz erlebten die Wanderangebote am Samstag und Sonntag, in der evangelischen Stadtkirche waren am Samstag kaum mehr Plätze frei beim Konzert der Volkstanzmusikgruppen aus dem In- und Ausland. Beim Empfang der Stadt Ellwangen, an dem Landrat Klaus Pavel den Ostalbkreis vertrat und Albvereinsmitglied MdB Georg Brunnhuber (Wahlkreis Aalen-Heidenheim) anwesend war, stellte Oberbürgermeister Karl Hilsenbek den Gästen seine Stadt vor. In Bild und Ton erhielten die Gäste beim Begrüßungsabend des Nordostalbgaues in der Stadthalle einen Eindruck vom großen Regionalgebiet. Zahlreiche Musiker, kleine Tänzer („Tanzende Schwäne aus Adelmannsfelden“) und die akrobatischen „Ostalbhurgler“ erhielten reichen Beifall. Albvereinspräsident belohnte das Vorstandstrio des Nordostalbgaues für ihren Einsatz für das Landesfest -  Gerhard Vaas (Adelmannsfelden), Georg Haas (Neresheim) und Heidi Kurz (Aalen-Dewangen) – mit der Silbernen Ehrennadel.

Der Sonntag begann bei herrlichem Sommerwetter mit einem Ökumenischen Gottesdienst vor der Ellwanger Basilika, ehe die Hauptversammlung in der Stadthalle tagte. Nach dem Festumzug mit 500 Teilnehmern am Sonntag tanzten 150 Paare auf dem Marktplatz die von Kulturratsvorsitzenden Manfred Stingel (Frommern) wieder entdeckte „Ellwanger Française“ des zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in Ellwangen lebenden Komponisten Paul Schumm. Oberbürgermeister Karl Hilsenbek will diese höfische Tanzformation in den Kulturfundus der Stadt, die durch den „Kalten Markt“ landesweit bekannt ist, aufnehmen. Mit Musik und Tanz und einem Ansturm auf die Gastronomiezelte bei wahrhaft schweißtreibenden Temperaturen klang das gelungene Landesfest 2009 in Ellwangen aus, das vom Nordostalbgau mit seinem Vorsitzenden Gerhard Vaas, seinem Festzugsorganisator Georg Haas und vielen vielen Helfern organisiert worden war, als Fest der Begegnung aus!

Minister Peter Hauk in Ellwangen beim Schwäbischen Albverein Wiedergewählt: Albvereinspräsident
Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß

Angelika Rieth-Hetzel
Pressereferentin
 

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