Geschichte
der Roigheimer Ortsgruppe
Bereits im Jahre 1952 wurden die ersten
Kontakte des Albvereins mit Oberlehrer Fritz
Kraft geknüpft. Rektor Mattes, damals Gauobmann
des Heilbronner Gaus im Schwäbischen Albverein
bat Herrn Kraft in Roigheim für den
Schwäbischen Albverein zu werben. Die
Bemühungen blieben damals leider erfolglos.
Im Mai 1957 trat Forstmeister Läpple aus
Gundelsheim, Vertrauensmann und Jugendwart der
dortigen Ortsgruppe sowie Gaunaturschutzwart
nochmals an Hernn Kraft heran, die
wanderfreudigen Roigheimer zu sammeln und sie dem
Schwäbischen Albverein zuzuführen. Er versprach,
zu einer Werbeveranstaltung mit seiner
Gundelsheimer Jugendgruppe am 7. Juli hierher zu
wandern um im Hof der neuen Schule zu singen und
Volkstänze zu zeigen. Leider herrschte aber in
den ersten Julitagen eine solche Hitze, dass man
nicht wandern konnte und Forstmeister Läpple
absagen musste.
Nun wurde für eine Werbeveranstaltung der 27.
Oktober 1957 ins Auge gefasst. Die Möckmühler
Jugendgruppe mit Dr. Eggers und die Gundelsheimer
Jugendgruppe mit Forstmeister Läpple zeigten ab
14.00 Uhr vor dem Feuerwehrmagazin Volkstänze
und sangen Heimat- und Wanderlieder. Forstmeister
Läpple sprach über Zweck und Aufgabe des
Schwäbischen Albvereins und Gauobmann Krüger
aus Heilbronn berichtete über Organisation und
Gliederung. Eine erfreulich große Zuschauerzahl
folgte mit Interesse den Darbietungen und
Ansprachen und spendete begeistert Beifall. In
Ertels Gaststätte saßen die Gäste mit hiesigen
Wanderfreunden noch zusammen. 11
Beitrittserklärungen konnte Gauobmann Krüger
mit nach Hause nehmen:
Als Vollmitglieder:
Friedle, Albert
Friedle, Gertrud
Gaul, Otto
Hübler, Christian
Körber, August
Körber, Walter
Kraft, Friedrich
Reinhardt, Pauline
und Jugendmitglieder:
Gaul, Friedrich
Gaul, Otto
Speiser, Ernst
Am 28.11.1957 fand eine Versammlung der neuen
Ortsgruppe im Gasthaus am Berg statt, um die neue
Ortsgruppe zu koordinieren. Die Wahlen brachten
folgende Ergebnisse:
| Vertrauensmann: |
Fritz Kraft |
| stellv. Vertrauensmann: |
Albert Friedle |
| Vertrauensmann: |
Fritz Kraft |
| Kassier: |
Gertrud Friedle |
| Naturschutzwart: |
August Körber |
| Wegwart: |
Christian Hübler |
| Wanderwart: |
Otto Gaul |
| Schriftführer: |
Walter Körber |
| Jugendwart: |
Helmut Saur |
| Beisitzerin: |
Pauline Reinhardt |
Als Wandervorschläge gingen ein:
am 1. Advent durch den Weidachswald
am 26. Dezember Wanderung auf dem Römerweg zum
Kastell Osterburken, Rückfahrt mit der Bahn
am 2. März 1958 Wanderung zum Bittelbronner
Steinkreuz und nach Möckmühl
am 30. März 1958 Frühjahrswanderung durch den
Staatswald Hagenbach Möckmühl
Dem Wunsch, eine Jugendgruppe aufzustellen,
wird Gehör geschenkt. Der stellvertretende
Jugendleiter der Möckmühler Jugendgruppe,
Helmut Saur erklärte sich bereit, der ins Leben
zu rufenden Jugendgruppe die ersten Hilfen zu
leisten. Nach Aufruf fand am 13.11.1957 im alten
Schulhaus die erste Zusammenkunft statt. Fritz
Kraft hat gut geheizt und Sitzgelegenheiten
aufgestellt. 10 Mädchen und 7 Jungen waren
anwesend und es ging hoch her. Helmut Saur las
vor, sang Lieder, machte Spiele und zeigte
Tanzschritte. Die ersten Versuche (Schottisch und
Walzer) brachten viel Begeisterung, aber auch
Heiterkeit. Bernd Fleck spielte auf dem
Schifferklavier. Frau Schweter beschwerte sich
wütend über das fürchterliche Toben der wilden
Horde, und es stellt sich die Frage nach einem
Raum: In die neue Schule darf man nicht,
Schweters Raserei soll nicht noch mehr gesteigert
werden, das Schafhaus ist noch nicht frei. Der
Bergwirt stellt seine Wirtschaft zur Verfügung.
Dort trafen sich am 27.11.1957 20 Roigheimer mit
einigen Möckmühlern. Leider erwies sich der
Raum als zu klein und auch sonst als ungeeignet.
Vom Dezember '57 an wird nun Benders Saal der
Jugendgruppe zur Abhaltung ihrer Abende dienen.
Die stetige Aufwärtsentwicklung der Jugendgruppe
wurde bald bekannt. Trachten für die
Volkstänzer wurden angeschafft und der Wunsch
nach einem eigenen Zuhause wurde immer stärker.
In einer beispielhaften Gemeinschaftsarbeit wurde
aus einem Notwohnheim an der Bittelbronner
Straße ein Haus der Jugend für den Albverein.
Die Gemeinde stellte es dem Albverein zur
Verfügung, alle Arbeiten wurden von den
Jugendlichen in zahllosen Stunden ausgeführt und
eine verständnisvolle Unterstützung und
Förderung erfuhr die Jugendgruppe insbesondere
noch durch Zimmermeister Erwin Bechtold,
Maurermeister Friedle und Walter Körber.
Rund 10 Jahre diente dieses Haus unserer
Albvereinsjugend, bis es einem Wohnhausneubau
weichen musste. Der Versuch, dieses Haus an einem
anderen Platz wieder aufzustellen scheiterte an
der Bausubstanz des Hauses, der Zahn der Zeit
ging nicht spurlos an ihm vorrüber. Auch löste
sich die Jugendgruppe in dieser Zeit langsam auf.
Versuche mit Mädchen- und Knabengruppen brachten
nicht den Dauererfolg wie die von Helmut Saur
geführten ersten Albvereinsgruppen in Roigheim.
1973, nach 16 Jahren als Vertrauensmann gab Fritz
Kraft sein Amt ab. Der Träger des silbernen
Ehrenzeichens konnte in der Basis eine stabile
Ortsgruppe weitergeben. Für seine Verdienste um
die Ortsgruppe wurde er zum Ehrenvorstand ernannt.
Gisbert Schenk, seit 3 Jahren Roigheimer Bürger
übernahm die Ortsgruppe. In kurzer Zeit gelang
es ihm, junge Leute für den Albverein zu
gewinnen und die Mitgliederzahlen stiegen
ständig nach oben. Die Jugendarbeit wurde
forciert, Volkstanz- und Jazztanzgruppen
gegründet, Junges Familienwandern eingeführt
und Kulturreisen angeboten. Ein fester Wanderplan
wurde erstellt und die monatlichen Wanderungen
führten immer andere Mitglieder. Der Ortsgruppe
Roigheim wurde 4-mal die Ausrichtung des
Gauwandertages übertragen und zwar 1963, 1975,
1991 und 2007. Ferner fand 1997 der
Rundfunkwandertag mit S4 Frankenradio in Roigheim
statt.
2001 übergab Gisbert Schenk die Vereinsführung
in jüngere Hände. 1. Vorsitzender wurde Klaus
Pusch, sein Stellvertreter Michael Hietzker,
Kassier Wolfgang Kalb und Wanderwart Udo
Ohrnberger.
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