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Natur in und um Remshalden 

Wer botanisch etwas Besonderes finden will, weiß genau, wo er im Mittleren Remstal suchen muss: nämlich am sonnenbeschienenen Südhang des Tales, und dort zwischen Weinbergen und Wald. Die Weinberge in den Mergellagen sind schon seit Jahrhunderten in Kultur, den Wald hat man auf den kargen Stubensandsteinböden stocken lassen. Aber zwischen diesen beiden Biotopen an der geologischen Grenze zwischen Bunten Mergeln und Stubensandstein war die Nutzung nicht genau definiert:

In schlechten Jahren wurde dort Futter geschnitten; Pfeifengras (Ranschaub) zum Binden der Reben wurde gezogen. Wenn Mergel anstand, wurde Kerf gegraben; Steine wurden gebrochen, wenn der harte “Fleins” anstand. Vielleicht wurden früher einmal Ziegen und Schafe in solche Flächen getrieben.

Durch diese vielfältige Nutzung, die von Jahr zu Jahr unterschiedlich war, bildete sich ein besonders blumenreicher Biotop heraus, den Gradmann als “Steppenheide” bezeichnete. Er fand diese Heide in den Kalkfelsen der Schwäbischen Alb als eine natürliche Einheit vor, bei uns im Remstal ist dieser Biotop durch die oben erwähnten menschlichen Nutzungen entstanden. Am deutlichsten erkennt man die Steppenheide in Remshalden im Naturdenkmal Steinfelsen über Grunbach. Dort wo die drei mächtigen Linden stehen, ragen die harten Felsen des Stubensandsteines heraus. In diesen Felsspalten, genau nach Süden offen, wird es im Sommer so heiß, dass nur „Steppen“-Pflanzen dieses Klima ertragen.

Das Wort Heide steht - im germanischen Wortgebrauch - für “nicht nutzbare” Fläche, und wer wollte schon zwischen den Felsen mähen, wo nur spärlich Gras wächst, solange keine Not besteht. Dafür aber erblühen die schönsten Kräuter wie Johanniskraut, Blutroter Storchschnabel, Graslilien, Dost oder Oregano, Wiesenknopf, Enziane und Orchideen. 

Wie herausragend und botanisch wertvoll diese Flächen sind, zeigt die festgestellte Artenzahl: Am Steinfelsen wurden über 210 Pflanzenarten kartiert. Das ist das Dreifache von normalen Wiesen. Mit einer solchen überwältigenden Artenzahl der Flora ist auch das Überleben der Fauna, besonders von Insekten, gesichert, wie das Vorkommen des Schwalbenschwanzes am Steinfelsen verdeutlicht.

Weitere interessante Standorte wie Eulengreut, Kalte Herberge, Oberholz etc. und die gemachten Beobachtungen dazu werden aktuell auf unserer Naturgucker-Seite dargestellt.


  

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Winter in Remshalden

Liguster in Remshalden

Winterlicher Steinfelsen