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Kleindenkmale
erfüllen ihren Sinn an dem Ort, an dem sie aufgestellt wurden. Der
Platz, an dem es steht, macht das Kleindenkmal aus und ist wichtig.
Ein Grenzstein, der mit den besten Absichten von der
Gemarkungsgrenze in die Ortsmitte versetzt wird, ist zu einem
Kleindenkmal geworden, das seine ursprüngliche Funktion nicht mehr
erfüllen kann. Nun hat es eine Erinnerungsfunktion. Die eingekerbte
Rille, Krinne oder Linie auf dem Kopf des Grenzsteines, die den
Verlauf der Grenze anzeigt, ist nun ohne Sinn. Der Grenzstein hat
seine Funktion verloren. Deshalb hat jedes Kleindenkmal seinen
besten Standort an seinem angestammten Platz.
In den meisten
Fällen geschehen Beschädigungen der Kleindenkmale nicht mit Absicht.
Schwere und große Maschinen, die bei der Waldarbeit, in der
Landwirtschaft oder beim Straßenbau eingesetzt werden, übersehen die
kleinen Denkmale am Wegesrand. Im Vorfeld eines solchen
Maschineneinsatzes ist es deshalb sinnvoll, neben einem Kleindenkmal
einen hohen, massiven, mit auffallender Farbe markierten Pfosten
einzuschlagen, um das kleine Objekt weithin sichtbar zu machen und
zu sichern.
Wenig Schutz
kann den Kleindenkmalen bei Unwettern und Orkanen geboten werden.
Sie werden von umstürzenden Bäumen beschädigt und unter ihnen
begraben oder zusammen mit den Wurzelballen ausgerissen. Besonders
in waldreichen Gegenden kommen solche Beschädigungen öfter vor.
Der zunehmende
Straßenverkehr, die Umweltverschmutzung und allgemeine
Witterungseinflüsse setzen allen Kleindenkmalen stark zu. Wer kennt
nicht die Schäden am weichen Sandstein, der vor sich hinbröselt, die
Roststellen an Metall oder Gusseisen oder abgewittertes Holz?
Inschriften werden unleserlich, Inschrifttafeln fallen ab und manche
Kleindenkmale fallen einfach um oder auseinander. Mit der Zeit
geraten Kleindenkmale in einem Gebüsch, in einem Graben oder
überwuchert von Hecken in Vergessenheit.
Wie in allen
gesellschaftlichen Bereichen sind auch die Kleindenkmale nicht vor
mutwilliger Zerstörung oder Beschädigung sicher. Sie werden
zerstört, mit Farbe beschmiert oder zugemüllt. Dagegen hilft
lediglich Prävention: Kleindenkmale in den öffentlichen Blick zu
rücken, sie den Menschen, der Umgegend deutlich zu machen, damit sie
ein Auge darauf haben.
Die
Kleindenkmale sind häufig nicht so groß, als dass sie nicht versetzt
oder beschädigt werden können. Obwohl der Diebstahl von
Kleindenkmalen strafbar ist, sind gerade Grenzsteine mit
eindrücklichen Wappen oder niedere Steinkreuze begehrte
Sammlerobjekte, die gestohlen und verkauft werden. Der Markt ist
unübersichtlich, das Internet hilft beim anonymen Verkauf der
Kleindenkmale.
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