Menüleiste  
Kategorien
 
 
 
 
 
zurück zur Übersicht
der Kategorien
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Kleindenkmale in Zusammenhang mit geschichtlichen Ereignissen und Personen, Gedenksteine
 

Unselbständige Kleindenkmale

Die folgenden Kleindenkmale gehören in die Sparte „unselbständige Kleindenkmale“. Sie benötigen einen Träger, wie Gebäudemauern, Brücken oder Felsen. 

Höhenmarken sind meist kleine gusseiserne Tafeln mit der Höhenangabe über dem Meeresspiegel. Sie sind an Bahnhöfen, Rathäusern und an anderen Trägern wie Felsen oder Mauern angebracht.  

Hochwassermarken vgl. Kleindenkmale im Zusammenhang mit Wasser. 

Hausmarken oder Hauszeichen (auch Hofmarke) kennzeichnen ein Haus und die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Haus oder Hof mit einem Symbol. Hauszeichen waren wichtig als es noch keine Straßennamen und Hausnummern gab. Häufig wurden Symbole, Figuren oder Formen aus dem Bereich des Handwerks oder der Tätigkeit des Hauseigentümers herangezogen. So steht eine Brezel für den Bäcker, ebenso findet sich der Bezug zum Hausnamen. Gleichzeitig wurden auch religiöse Symbole, mythologische Figuren, Tiere, astronomische Zeichen (Sonne, Mond), Gegenstände und Inschriften wie Initialen und Jahreszahlen verwendet. Die Hausmarken finden sich in der Regel an oder über der Eingangstür, sind aus Stein oder Stuck, zum Beispiel als Schlussstein am Türbogen. 

Der Schlussstein schließt einen Bogen oder ein Gewölbe ab. In seiner ursprünglichen Funktion verkeilt der Schlussstein das gebogene Mauerwerk und ist damit entscheidend für den Halt des Bogens verantwortlich. In späterer Zeit hat der Schlussstein meist eine lediglich schmückende Bedeutung, deshalb ist er auch auf einem waagerechten Türsturz zu finden. Entsprechend künstlerisch ist die Gestaltung eines solchen Steines über einem Hauseingang mit Hauszeichen, Inschriften, Jahreszahlen, Ornamenten und Verzierungen. 

In den Bereich der Hauszeichen gehören auch die Wappensteine oder -tafeln. Im ursprünglichen Sinn waren Wappen im hohen Mittelalter farbige Abzeichen auf dem Schild von Rittern, damit im Kampfgetümmel Freund und Feind auseinander gehalten werden können. Daraus entwickeln sich Symbole der Adelsfamilien. Im Laufe der Zeit werden Wappen auch von Bürgerfamilien, Ständen, Geistlichen, Klöstern und Städten übernommen. Mit dem Niedergang des Rittertums gingen die Wappen nicht verloren, sondern erreichten ab dem 16. Jahrhundert sogar eine Blüte als prächtige Symbole für Macht und Reichtum. 

Der Begriff Neidkopf kommt vom althochdeutschen und bedeutet Hass, Zorn, Neid, also alle feindliche Gesinnung. Als Neidköpfe – von Fachleute auch apotropäische Köpfe genannt – bezeichnet man plastisch ausgearbeitete Masken, furchterregende Menschen- oder Tierköpfe und Fratzen, die man an zahlreichen historischen Gebäuden, vor allem auch an romanischen und gotischen Kirchen, entdecken kann. Sie wurden an einer markanten Stelle, zum Beispiel an der Gebäudeecke, an Kragsteinen und Konsolen oder über dem Hauseingang angebracht und waren aus Stein oder Holz. Sie galten als Unheil abwehrend und abschreckend, ihnen wurde ein Bann- oder Abwehrzauber gegen das Böse (auch den Bösen Blick, Krankheiten, Verwünschungen) zugeschrieben.  

Zu den unselbständigen Kleindenkmalen gehören Objekte, die ursprünglich aus einem anderen Zusammenhang kommen und in einer Zweitverwendung in eine Gebäudemauer eingemauert werden. Sie werden als Spolie bezeichnet, was im übersetzt aus dem Lateinischen so viel wie Raub oder Kriegsbeute bedeutet. Im Zusammenhang mit den Kleindenkmalen sind es Bauteile wie Säulen oder Teile der Bauplastik, die von einem anderen Gebäude stammen und in ein neueres Gebäude einbaut werden.
Ein Beispiel dafür ist der Ofenfuß oder Ofenstein. Ofensteine mussten nach den feuerpolizeilicher Vorschriften unter einem Ofen angebracht werden. Diese Steine wurden vom Steinmetzen nach Maß hergestellt und mit Ornamenten, den Initialen des Besitzers, einer Jahreszahl oder dem Handwerkszeichen versehen. Da sie aufwändig gearbeitet sind, finden sie sich häufig, nachdem sie durch Um- oder Neubau funktionslos geworden waren, an Hausfassaden als Schmucksteine eingemauert wieder.  

Weitere unselbständige Kleindenkmale an Gebäuden sind die Hausfiguren. Es handelt sich meist um eine Heiligenfigur, eine mythologische oder Sagenfigur oder eine Büste. Aus Porzellan, Gips, Holz oder auch aus Kunststoff stehen sie in einer Nische außen an der Hauswand eines privaten Hauses. Zu den Hausfiguren können auch die Figuren in Mauernischen an einer Garten- oder Weinbergmauer gerechnet werden.
In diese Kategorie gehören auch die Reliefs. Reliefs, erhaben oder vertieft, sind Darstellungen, die sich plastisch vom Hintergrund abheben. Beim wenig erhaben gestalteten Flachrelief sind fast alle Partien gleich hoch, beim Hochrelief treten einzelne Teile des Dargestellten etwa zur Hälfte ihrer Form aus dem Untergrund hervor. Das versenkte Relief ist in seiner Gesamtheit tiefer als die umgebende Oberfläche gesetzt, es schließt mit dem Rand ab. 

Zum Kleindenkmal geworden...

Manche Denkmale oder Objekte sind „von Haus aus“ keine Kleindenkmale, sie werden erst durch eine Umwidmung oder Umgestaltung zu einem Kleindenkmal. Ein Taufstein beispielsweise ist eigentlich kein Kleindenkmal. Wird aber der Taufstein aus der Kirche vor die Kirche oder zum Beispiel in den Garten des Pfarrhauses versetzt, kann er als Kleindenkmal betrachtet werden. Er hat seine eigentliche Funktion als Taufstein eingebüßt.
Ähnlich verhält es sich mit Teilen von ehemaligen Gebäuden oder Anlagen. Ein Mühlstein einer alten Mühle ist dann ein Kleindenkmal, wenn er nach dem Abgang des Gebäudes an dem Ort aufgestellt wird, an dem die Mühle stand – er erinnert an die Mühle, wird so zum Gedenkstein.
 

zurück zur Kategorie-Auswahl


bottom
© 2011 Schwäbischer Albverein Stuttgart (Ust-IdNr.: 01/DE147849529)   Impressum