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Kleindenkmale in Zusammenhang mit geschichtlichen Ereignissen und Personen, Gedenksteine
 

Krieger- und Gefallenendenkmal


Beispiel "König-Wilhelm-Denkmal"

Nach den Befreiungskriegen (1813) stand in Deutschland mit dem Anliegen der Bildung einer geeinten Nation vor allem die Nationaldenkmalidee im Mittelpunkt. Riesengroße Nationaldenkmale wurden geplant und errichtet – allerdings mit erheblicher Zeitverzögerung, da es sich um große Unternehmen handelte: So wurde zum Beispiel das Leipziger Völkerschlachtdenkmal erst 1913, also 100 Jahre nach der Schlacht, fertiggestellt. Identitätsstiftung und die Erinnerung an einzelne Personen in der Geschichte waren die Grundanliegen der großen Denkmale. Unterschiede zwischen Menschen, die für eine gemeinsame Sache ihr Leben ließen, sollte es nicht mehr geben. Im Nationaldenkmal sollte die „Denkmalfähigkeit aller Lebenden, die in der Einheit der Nation aufgehen“[39] manifest werden.  

Fast gleichzeitig und besonders aber nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 entstanden Krieger- und Gefallenendenkmale.[40] In diesen kollektiven Denkmalen wird „die Denkmalfähigkeit aller bisher namenlos Toten als gefallene Vorkämpfer für die Zukunft“[41] bezeugt. Die Gleichheit aller Menschen im Tod wird mit dem Krieger- oder Gefallenendenkmal im öffentlichen Leben sichtbar gemacht. In fast jeder Gemeinde in Baden-Württemberg steht mindestens ein Gefallenendenkmal um die Kirche, auf dem Friedhof oder an einem zentralen Platz. Im Landkreis Ludwigsburg sind seit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 mehr als 200 Denkmale im Zusammenhang mit dem Krieg entstanden.[42] Das Material ist in der Mehrzahl Stein, meist Granit, in manchen Fällen auch Bronze, die Inschriften nennen die Kriege oder Schlachten und die Namen der Helden, Teilnehmer und Gefallenen, vielmals auch der Vermissten aus dem jeweiligen Ort. Schlichte Tafeln oder Stelen mit den Namen sind ebenso zu finden, wie Symbole, zum Beispiel Soldaten- oder Kriegerfiguren, manchmal mit Engel oder als Anklang an eine Pietà, Siegeskranz, Kreuz, Obelisk. Je nach Gestaltung und Aufstellungszeit variiert die Aussage zwischen Heldengedenken, Heroisierung, Erinnerung, Trauer oder Mahnung. Die Denkmale an den Ersten Weltkrieg unterscheiden sich erheblich von denen an den Zweiten Weltkrieg. Die ersteren sind viel heroischer und nationalistischer, während die letzteren wegen der noch größeren Opfer und Schrecken bescheidener und zurückhaltender ausfallen. In vielen Fällen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die Denkmale des Ersten Weltkriegs umgestaltet und ergänzt, manchmal auch auf den Friedhof verlegt.


Beispiel "Kriegerdenkmal"

Bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert wurde den gefallenen Soldaten kein „ehrliches Begräbnis“ zuteil, die galten als Außenseiter. Das änderte sich mit der Hebung des Kriegstodes zum Heldentod mit den Befreiungskriegen Nach dem ersten Weltkrieg werden Helden- und Soldatenfriedhöfe angelegt, auf den Friedhöfen der Gemeinden gibt es Soldatengräber.


Beispiel "Rotmäntlergrab"
 


[39] Lipp 1987, S. 270 nach Koselleck 1979, S. 255-276
[40] Vgl. Scharf 1984, S. 239 ff
[41] Lipp 1987, S. 270 nach Koselleck 1979, S. 255-276
[42] Vgl. Bernd Schmid-Kemmner 1992

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