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Kleindenkmale im Zusammenhang mit
Landwirtschaft und Weinbau
Ein Unterstand bietet im freien Gelände guten
Schutz vor den Unbilden der Witterung. In weniger mobilen Zeiten war
es oft nicht möglich, sich vor einem aufziehenden Gewitter rasch in
Sicherheit zu bringen. Unterstand ist der Überbegriff für alle Arten
von Schutz bietenden kleinen Gebäuden im freien Feld. Es handelt sich
um freistehende oder in eine Böschung oder Mauer eingelassene
Unterstände oder kleine Häuschen meist aus Naturstein. Es gibt private
und auch öffentliche Unterstände. Der Feldschützenunterstand wurde vom
Feldschützen benutzt, der die Fluren überwachen und gegen Diebstahl
sichern musste.
Der Weinberghüter oder Wengertschütz hatte seinen Unterstand in
den Weinbergen. Wengertschützen- und Feldschützenunterstand waren
öffentliche Einrichtungen, wobei die Tätigkeit des Feld- und Wengertschützen oft von ein und derselben Person ausgeübt wurde. Die
Wengerterunterstände wurden und werden auch heute von den
Weinbergbesitzern auch zum Unterstellen ihrer Gerätschaften genutzt.
Dieselbe Funktion wie Unterstände haben kleine Häuschen in Feld-,
Weinberg- und Obstwiesenanlagen aus Mauerwerk mit Dachkonstruktion.
Man kann unterscheiden zwischen den öffentlichen Feldschützen- und Wengertschützenhäuschen und den privat genutzten Weinberghäuschen.
Zu den Kleindenkmalen zählen hauptsächlich die alten Unterstände, als
Relikt der Bewirtschaftung der Felder.

Beispiel "Trockenmauern"
Trockenmauern dienten immer schon der Terrassierung von Wein- und
Obstgärten. Heute werden sie vor allem auch deshalb (wieder)
geschätzt, weil sie kleinen Lebewesen und Pflanzen Refugien bieten. Zu
diesem Natursteinmauerwerk werden die Grob bearbeitete Steine werden
ohne Mörtel zu Natursteinmauern zusammengefügt und aufeinander
geschichtet, dass sie sich miteinander verzahnen und möglichst keine
Hohlräume verbleiben. Es entsteht eine Spannung, die zum Halt
beiträgt. Das Hintergemäuer ist eine zur Drainage unbedingt
notwendige, wasserdurchlässige Schotter- oder Steinsplitterpackung
zwischen dem anstehenden Gestein bzw. der anstehenden Erde und der
vorgesetzten Trockenmauer; sie dient der Ableitung von Hangdruckwasser
am Fuß der Mauer, wo es eine Möglichkeit zum Wasseraustritt geben
muss. Das Hintergemäuer ist ein wichtiges Bauelement der Trockenmauer
und trägt wesentlich dazu bei, dass diese lange Zeit ohne Schäden
bestehen bleibt.
Geht man an den Mauern entlang und betrachtet sie näher, kann man
eingelassene Steine mit Inschriften, Sprüchen, Initialen,
Jahreszahlen, Handwerkszeichen oder mit ornamentalem Schmuck finden.
Oft haben sich die Eigentümer des Weinbergs mit diesen Steinen
verewigt. Manchmal wurden auch Steine eingefügt, die aus einem anderen
Zusammenhang stammen. Sie wurden nach dem Abbruch eines Gebäudes hier
in der Trockenmauer wieder verwendet. In den Trockenmauern verstecken
sich so manche Kleinode, die es zu entdecken gilt.
In den Weinbergen verbinden aus Natursteinen gebaute Treppen oder
Staffeln die Terrassen. So malerisch die oft gerade den Hang hinauf
verlaufenden Treppen dem Vorübergehenden erscheinen, so mühsam ist das
Gehen auf diesen schmalen Treppen mit einer Last auf dem Rücken oder
mit Werkzeug in der Hand. Diese steilen, geraden Treppen dienen bei
starken Regenfällen dazu, das in Strömen den Hang hinab schießende
Wasser zu sammeln und konzentriert abzuleiten und dabei abzubremsen.
Der Schaden, der durch Erosion durch solche Wassermassen in Steillagen
entstehen kann, wird durch die zur Wasserstaffel gewordene Treppe
verringert.

Beispiel "Steinstaffel"
An einem großen, befahrbaren Weg führen kleinere Steinstaffeln, die
parallel zur Mauer verlaufen, in den Weinberg. Die Scherenstaffel
schneidet mit ihren Stufen in die Mauer ein und hat dadurch äußerst
schmale Stufen. Das spart zwar Platz, ist aber schwierig zu begehen.

Beispiel "Lesesteinriegel"
Steine stören bei der Bewirtschaftung der Felder und anderer
landwirtschaftlicher Nutzflächen. Sie wurden vor der Aussaat und
Bepflanzung immer wieder abgelesen, denn mit jedem Pflügen kommen neue
Steine an die Oberfläche. Diese Lesesteine wurden an den Rändern der
Äcker, Wiesen und Wälder zu Haufen geschichtet, den so genannten
Lesesteinhaufen. Mit der Zeit entstanden stattliche Wälle, die
Lesesteinriegel oder auch Steinriegel, die gleichzeitig eine
Abgrenzung zu den benachbarten Grundstücken bilden. In den Weinbergen
verlaufen die Steinriegel senkrecht zum Hang.
Das Kühlen und Frischhalten von Lebensmitteln vor allem in der
warmen Jahreszeit war zu allen Zeiten ein großes Problem. Bevor es
technische Möglichkeiten zur Kühlung gab – die Kältemaschine wurde
erst 1876 erfunden – bewahrte man das Eis, das im Winter in großen
Brocken aus den Seen oder Weihern geschnitten wurde, den Eisweihern,
in Eisgruben (siehe dort) oder in Eiskellern auf, um es bis in den
Frühsommer vorrätig halten zu können. Die Eiskeller sind gemauerte
unterirdische Gewölbe unter einem Gebäude oder auch in einen Hang oder
in eine Wegböschung hinein gegraben. Auf das Eis wurde als isolierende
Schicht Stroh oder Sägemehl gelegt, durch eine Neigung des Bodens
konnte das Schmelzwasser abfließen. Über den Sommer konnten dort auch
empfindliche Lebensmittel kühl lagern. Vor allem Brauereien
(Bierkeller), Gaststätten und Metzger hatten Bedarf an solchen
Kellern.
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