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Kleindenkmale, die am Wasser
und im Zusammenhang damit stehen, die mit Wasserversorgung und
Bewässerung zu tun haben
Sprudelndes
klares Wasser ist die Voraussetzung für alles Leben, davon zeugen
Brunnen und Quellfassungen. Gab es keine Möglichkeit, Wasser zu
bekommen, konnte an diesem Ort nicht auf Dauer gesiedelt werden.
Klares, sauberes Quell- und Grundwasser hatte zu jeder Zeit eine
überragende Bedeutung. Brunnen und Brunnenanlagen sind aus dem Bild
unserer Dörfer und Städte nicht wegzudenken, sie stehen oft zentral
auf einem Platz oder bilden einen Anlaufpunkt in freier Natur – und
sei es nur, um nach einer Wanderung die Füße darin zu baden.
Quellen wurden
gefasst, so entstanden die ältesten Wasserentnahmestellen. Eine
Quelle sorgt selbst für fließendes sprudelndes Wasser. Zahlreiche
Quellfassungen finden sich auch heute noch meist in unbebauten
Gebieten. Der Unterschied zwischen Quellfassung und Brunnen ist
nicht eindeutig zu definieren, hier sind die Zuordnungen fließend.

Beispiel "König-Karls-Brunnen"
Ein Brunnen
ist eine künstlich hergestellte Anlage, um Wasser zu entnehmen.
Brunnen hatten häufig die Funktion von Kommunikationszentren, man
traf sich am „Dorfbrunnen“ beim Wasserholen und tauschte dabei
Neuigkeiten und Informationen aus. Siedlungen wurden oft um einen
Brunnen angelegt. Diese Brunnen waren (lebens-) wichtig und wurden
deshalb aufwändig ausgestaltet. So mancher erinnert sich, dass der
Brunnen in seinem Wohnort ursprünglich als Viehtränke diente.
Heute findet
sich in vielen Städten ein Brunnen oder eine ganze Brunnenanlage mit
mehreren Becken und Figurenschmuck auf dem Marktplatz. Die Brunnen
haben schon lange nichts mehr mit der Wasserversorgung zu tun.
Unsere heutigen Brunnen sind zu belebenden Schmuckstücken der Städte
und Dörfer geworden. Ihre ursprüngliche Aufgabe der Erquickung von
Mensch und Tier ist hinter diese mehr dekorative Funktion
zurückgetreten. Zum Tränken des Viehs dienen nur noch die wenigsten
Brunnen. Das Wasser kommt ins Haus, so können die Brunnen nun
anderen Zwecken nachkommen, beispielsweise der Kunst im öffentlichen
Raum
Neben der
Gestaltung unterscheiden sich die Brunnen in ihren Funktionsweisen.
Bei den Ziehbrunnen schöpft man mit Eimern aus bis zum
Grundwasser reichenden Ausschachtungen oder pumpt das Wasser nach
oben.
Unterirdisch,
und damit kein Kleindenkmal, sind die Schachtbrunnen. Darüber
oder über einer größeren Quellfassung errichtete man
Brunnenstuben oder Brunnenhäuser mit unterirdischen gemauerten
Gängen.

Beispiel "Alenbrunnen"
Beim so
genannten Laufbrunnen fließt das Wasser ständig durch das
Gefälle von der Quelle aus der Leitung, beim Pumpbrunnen muss
das Wasser per Pumpe ans Tageslicht gefördert werden.
Die Gestaltung
der Brunnen ist überaus vielfältig. Als Material werden Stein, Holz
und Metall (Gusseisen) verwendet. Im Kreuzgang eines Klosters oder
in Parks und Gärten ist oft ein Schalenbrunnen zu finden, bei
dem Wasser von einer Schale in die andere fließt. Beim
Springbrunnen schießt das Wasser mit Druck aus den Röhren
senkrecht nach oben.
Das Wasser des Stockbrunnens fließt
seitlich aus einer oder mehreren Auslaufröhren aus dem säulen- oder
pfeilerförmigen Brunnenstock heraus. Es ergießt sich in eine flache,
runde oder ovale Brunnenschale oder in einen tieferen recht- oder
mehreckigen Brunnentrog. Ein tiefer, runder oder mehreckiger Trog
wird auch als Brunnenbecken bezeichnet.

Beispiel: "Kirchbrunnen in Remshalden-Grunbach"
Der
Brunnenstock kann inmitten des Beckens stehen (wie beim
Marktbrunnen) oder am oder außerhalb des Brunnentroges. Oft ist der
Stock reich geschmückt und mit Figuren (zum Beispiel Heiligenfiguren
wie hl. Nepomuk, hl. Georg; Wilder Mann, Sagenfiguren,
mythologischen Gestalten u.a.) verziert. Der Brunnentrog ist zum
Beispiel mit Wappen, biblischen Szenen oder anderen Motiven aus der
Ortsgeschichte versehen.
Oft tragen die
Brunnen einen Namen, zum Beispiel nach ihrem Standort „Dorfbrunnen“
oder „Marktbrunnen“ oder nach Ereignissen „Silberbrünnele“ (erinnert
an den Silberbergbau) oder nach Figuren und Heiligen wie
„Georgsbrunnen“.
Inschriften
bezeichnen die Brunnen und erklären manchmal ihren
Entstehungszusammenhang. Moderne und zeitgenössische Brunnen und
Brunnenanlagen sind äußerst reich in der Gestaltung und beziehen das
nähere Umfeld mit ein, indem sie das Wasser in kleinen Gräben
ableiten, über Stufen abfließen lassen oder mehrere Brunnen
miteinander korrespondieren lassen.
Obwohl die
Objekte, die zur Wiesenbewässerung gehören, zu den technischen
Kulturdenkmalen gezählt werden, sollen sie hier Erwähnung finden.
Dabei handelt es sich meist um Relikte oder Überbleibsel größerer
Anlagen zur Bewirtschaftung von Wiesenflächen in der Landwirtschaft,
die, wenn nicht mehr in Betrieb, anhand von Recherche und
Dokumentation wieder rekonstruiert werden können. Damit lassen sich
Aussagen zur Nutzung, Ökonomie und Siedlungsgeschichte treffen.

Fallenstock "Schmiechtal"
Meist sind
noch die Stellfallen oder Fallenstöcke oder zumindest
Teile von ihnen zu finden. Sie regulieren die Abflüsse eines Baches
und die Speisung der davon abgehenden Kanäle oder kleinen Gräben,
meist handelte es sich um ein ganzes Grabensystem. Je nach Stellung
des Fallenstocks kann die Wassermenge reduziert oder der Wasserfluss
unterbrochen werden.
Zur Wasserversorgung eines Ortes gehören die Wasserbehälter, auch
Hochbehälter oder Reservoir genannt. In den Karten
findet man sie unter dem Kürzel „Wbh.“. Es handelt sich um einen
meist gemauerten Behälter, der über der Ortschaft freistehend oder
auch in den Hang oder die Böschung eingebaut ist. In ihm münden die
Rohre der Brunnenstuben. Sie sammeln das Trinkwasser und leiten es
über das Wasserversorgungsnetz weiter.
Im kleinen
Häuschen der Pumpstation wird das Wasser mittels einer Pumpe
aus der Brunnenstube oder aus dem Schachtbrunnen zum Wasserbehälter
gepumpt.
Wasser einerseits lebensnotwenig, doch es kann es mit seiner Gewalt auch
Schrecken und Not über einen Ort bringen. Hochwassermarken
sind kleine, fast unscheinbare Zeichen, die den Vorübergehenden sehr
beeindrucken können: Sie erinnern an Überschwemmungen und
Überflutungen, also an Katastrophen. Eine Linie in einem Stein eines
Gebäudes oder an einer Tafel aus Stein oder Metall zeigt die
Höchststände des Wassers an, das dazugehörige Datum weist auf den
Tag hin. Inschrifttafeln geben oft Auskunft zum Ausmaß und den
Folgen der Flut. Geht man dem Flusslauf nach, kann man die
jeweiligen Wasserhöchststände der Flut verfolgen. Häufig ist nicht
nur eine Hochwassermarke angebracht, viele Markierungen zeugen von
immer wiederkehrenden Überflutungen.
Um ein
kommendes Hochwasser vorherzusagen und Maßnahmen gegen eine
verheerende Flut zu treffen oder auch um zu verhindern, dass die
Schiffe mit Tiefgang aufsaßen, suchte man nach Möglichkeiten, den
Pegelstand der Flüsse möglichst genau anzuzeigen. Im Pegelhaus
am Ufer befindet sich der Pegelstandsanzeiger: Über einen Schwimmer
wird der Wasserstand des Flusses auf eine optische Anzeige, auf ein
Schreibgerät (Walzenschreiber) oder zu einer Warnanlage übertragen.
Unselbständige
Kleindenkmale wie die Hochwassermarken sind auch die Inschriften
auf Tafeln oder Steinen an den Brücken. Neben dem Namen des
Gewässers oder der Brücke wird häufig das Datum der Erbauung,
Zerstörung, Renovierung und des Wiederaufbaus genannt . Aus diesen
wenigen Informationen erfährt der aufmerksame Passant viele Details
aus der Geschichte und kann Schicksalsschläge der Bewohner des Ortes
rekonstruieren.
Die Hülbe,
auch Hüle oder Wette, ist ein flacher Teich, der
mitten im Dorf als Löschteich diente, aber auch in der Flur zum
Tränken des Viehs dienen konnte. In wasserarmen Gebieten wurde das
Regenwasser gesammelt. Das Wasser des Dorfteiches diente in
Notzeiten auch als Brauchwasser.
Eisweiher waren kleinere stehende Teiche, die im Winter zufroren. Zur Kühlung
der Lebensmittel wurde dort das Eis gebrochen und in Eiskellern und
-gruben (s. dort) oder in kühlen Bergstollen bis ins Frühjahr
gelagert.
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