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Handreichungen für Wanderführer – Wie kann man Kleindenkmale auf Wanderungen interessant vermitteln
 

Der Wanderführer muss sich nicht im Vorfeld einer Wanderung um Öffnungszeiten oder Eintrittspreise kümmern, denn das Kleindenkmal erwartet die Gruppe am Weg. Kleindenkmale sind ein Anlass, innezuhalten, zu verschnaufen und sich zu sammeln. Diese kurze Pause ist eine gute Gelegenheit für den Wanderführer oder für einen Beauftragten, einige Informationen zum Kleindenkmal zu geben. Informationen finden sich in einigen Fällen in den Tourenbeschreibungen (Internet, Wanderführer des SAV[50]), ebenso in der Literatur der Region (häufig herausgegeben von den Archiven und Historischen Vereinen) oder sind per E-Mail oder Telefon zu erfragen bei den Ortsverwaltungen, der Touristeninformation sowie den örtlichen Archiven und Museen.

Die Ortsgruppe Gaildorf beschreibt die Umgebung auf der Homepage: „Hervorzuheben ist auch die Lindengruppe mit Steinkreuz bei Eutendorf, die in beeindruckender Weise ein Naturdenkmal mit einem kulturellen (Klein-)Denkmal verbindet.“

„Erfreuen Sie sich an den vielen restaurierten Wegkreuzen und Bildstöcken“ – ein Hinweis der Ortsgruppe Hayingen bei den Wandervorschlägen auf ihrer Homepage erwähnt die Kleindenkmale.

Beispielhaft soll die Ortsgruppe Waldenbuch vorgestellt werden. Walter Nogger hat die Kleindenkmale vorbildlich erfasst. Damit sich Besucher der Region oder Wanderführer über die Kleindenkmale informieren können, wurde die Dokumentation mit dem Titel „Kleindenkmale in unserem Wandergebiet“ ins Internet gestellt.[51]

Kleindenkmale stehen manchmal im Zusammenhang mit anderen Denkmalen. So sind in der Nähe eines Klosters oder eines Wallfahrtsortes viele Kleindenkmale wie Bildstöcke, Grotten oder Kreuze zu finden, die sich auf das Kloster oder die Wallfahrtskirche beziehen. Das wird zum Beispiel im Landkreis Tuttlingen rund um die Benediktinerabtei Beuron oder im Neckar-Odenwald-Kreis um den Wallfahrtsort Walldürn deutlich. Die Geschichte, die man bei der Besichtigung der Kirche gehört hat, kann am Wegesrand im Vorbeigehen vertieft werden.

Bei den religiösen Kleindenkmalen wie bei Bildstöcken oder Heiligenfiguren kann man Beziehungen zur Landschaft herstellen: Die Figur des hl. Nepomuk ist in der Regel an Brücken zu finden, der hl. Urban steht für den Weinbau oder die hl. Barbara im Zusammenhang mit Bergbau. Die Kleindenkmale stehen in der Regel nicht isoliert in der Landschaft, sie haben mit ihr und den Menschen, die dort leben oder lebten zu tun.

Eine andere Möglichkeit ist, die Wanderinnen und Wanderer zu eigenen Aktivitäten zu motivieren. Vor dem Start kann der Auftrag gegeben werden, eine bestimmte Art von Kleindenkmalen zu zählen. Beispielsweise an jedem Wegkreuz, an dem man vorüberkommt ein kleines Steinchen aufzusammeln, um dann am Ende der Wanderung gemeinsam mit der Gruppe zu besprechen, zu welchem Kreuz die Steinchen gehören. Die Fotos, die unterwegs gemacht werden, können zur „Aufklärung“ beitragen und in einem späteren Bericht oder einer Reisedokumentation erneut aufgegriffen werden.

Interessant kann es auch sein, die Gruppe an historische Grenzen zu erinnern und heranzuführen. Die Grenzen sind ja im Allgemeinen in der Landschaft nicht auf Anhieb sichtbar. Sie sind durch die Grenzsteine gekennzeichnet. Von Stein zu Stein kann man an einer Grenze, zum Beispiel der ehemaligen Grenze zwischen Württemberg und Baden, entlang gehen. Manche Gemarkungen lassen sich noch anhand der Grenzsteine verdeutlichen und abgehen. Ein gemeinsamer Grenzumgang ist eine tolle Art, die Größe und Lage der Gemarkung seiner Heimatgemeinde erfahrbar zu machen. Die Kerben oder Rillen auf den Grenzsteinen weisen der Gruppe den Weg.

Kleindenkmale können die Wanderführer unterstützen beim Erklären der Landschaft und der Geschichte – sozusagen im Vorbeigehen, ganz nebenbei, am Wegesrand.

 
[50] Z.B. Willi Beck, Willi Siehler: Schwäbische Alb Nordrandweg (HW1). Stuttgart 1997;
Willi Siehler, Theo Müller, Willi Rößler, Josef Schoser: Das große Wanderbuch der Schwäbischen Alb. 120 Wanderungen zwischen Küssaburg und Ries. Stuttgart 2005;
Daniel Wenger: Wandern ohne Grenzen. Die Regio zu Fuß 40 Rundwanderungen in Baden, Elsass und der Nordschweiz. Waldkirch 1995
[51] Sie ist zu finden unter
http://www.albverein.de/waldenbuch/Naturdenkmale/Kleindenkmale/kleindenkmale.html

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