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Internationale Begegnungen


7. Internationales Fahnenschwingertreffen, St. Martin i.S., Österreich, 1998

50jähriges Jubiläum der Volkskunstgroep Boerke Naas, Belgien, 1999

8. Internationales Fahnenschwingertreffen, Sint-Niklaas, Belgien, 2000

Fahnenschwinger-Europeade in Brüssel, Belgien, 2000

Brussels Int. Vendel Festival 2001, Belgien

9. Internationales Fahnenschwingertreffen, Bolléne, Frankreich, 2002

1. Internationales Volkstanz- und Fahnenschwingerfestival, Öhringen, 2003

10. Internationales Fahnenschwingertreffen, Lichtenvoorde, Niederlande, 2004



7. Internationales Fahnenschwingertreffen

St. Matrin i.S./Österreich

Ausgabe 2/98

Am 29.5.1998 fuhr im Bauhof Öhringen kurz nach 6 Uhr ein Bus mit 22 müden Leuten, die sich in das Abenteuer 7. internationales Fahnenschwingertreffen stürzen wollten, los. Sie alle wußten noch nicht, dass vier wunderbare Tage vor ihnen lagen.

Nach mehreren Pausen mit frischen Brezeln, Kaffee, geräucherten Würsten und frischer Schinkenwurst von derSau, die gestern noch lebte, Uschi's Flachswickel und Sekt und viel Gesang, kamen wir schließlich um 16 Uhr in St. Martin i.S. an, wo wir überraschender Weise von einer Musikkapelle mit zünftiger Blasmusik empfangen wurden. Danach erhielt jeder Teilnehmer eine Informationsmappe, aus der alle wichtigen Termine der folgenden Tage hervorgingen. Mit der Zeit traf auch der Reste der Gruppe ein, der mit den eigenen Pkw unterwegs war. Auch sie wurden durch die Blaskapelle begrüßt.

Nach gemütlichen Beisammensein bei einer leckeren Suppe konnten erste Kontakte geknüpft werden; zum einen mitschon anwesenden Teilnehmern von den anderen Gruppen, zum Anderen mit dem einheimischen Schilcher. Beidewurden über das folgende Wochenende intensiviert.

Anschließend wurden wir von unseren Gasteltern aufgesammelt und konnten uns unser Quartier näher anschauen. Nach Auspacken und Frischmachen traf man sich beim Feuerwehr Heurigen.

In den späten Abendstunden machten wir uns dann auf nach Hause, um kurz unsere Betten zu besuchen, denn schon um 8.00 Uhr traf man sich am Samstagmorgen wieder zur Abfahrt nach Graz. Ab dem Stadtrand wurde der Buskonvoi von zwei Polizeimotorrädern vorbei am Griesplatz in die Innenstadt begleitet. Auch am Nachmittag lotsten zwei Polizisten die Busse wieder aus der Stadt hinaus.

Mit etwas Verspätung begann dort dann das Fahnenschwingen auf verschiedenen Plätzen. Die Hohenloher Fahnenschwinger zeigten hier mit Trommel- und Schwegelpfeifenbegleitung die "Deutsche Reihe" und die VT-Gruppe tanzte neben dem Hohenloher Galopp und dem Reichsverweser den Webertanz - alle drei mit Livemusik (zwei Akkordeons und Gitarre).

Nach einem gemeinsamen Schwingen waren die Fahnenschwinger zum Empfang bei Frau Landeshauptmann Klasnic in die Grazer Burg geladen, während der Rest an einer Stadtführung durch die Grazer Altstadt teilnahm.

Frau Landeshauptmann konnte die Fahnenschwinger allerdings nicht selbst empfangen; sie befand sich gerade in Brüssel, und so wurden die zahlreichen Gastgeschenke der einzelnen Gruppen von einem Vertreter entgegengenommen, der sie umgehend weiterleiten wollte.

Nach dem problematischen Kauf von zwei neuen Trachtenhemden trafen sich um 14.30 Uhr dann wieder alle zurRückfahrt nach St. Martin, wo alle von den Gasteltern zum Abendessen abgeholt wurden.

Frisch gestärkt trafen wir uns dann um 18.30 Uhr zur Abfahrt nach Deutschlandsberg. Gleich nach der Ankunft wurde zu einem Festumzug aufgestellt, dessen Ziel die Koralmhalle war, wo anschließend der Festabend stattfand. Dieser begann mit dem Einzug aller Fahnenschwinger zu einem eigens für die Fahnenschwinger St. Martin komponierten Marsch. Anschließend zeigten die Gruppen einen beeindruckenden Querschnitt ihrer unterschiedlichen Techniken des Fahnenschwingens. Seinen würdigen Abschluß fand das Spektakel zu den Klängen er europäischen Hymne "Ode an die Freude". Zum Abschluß spielten die St. Martiner VT-Musik sowie die Musik der Schweizer Gruppe zum Tanz auf.

Als dann die Busse gegen halb eins Richtung St. Martin aufbrachen, war jeder doch ganz glücklich, als er seine Gasteltern sah, die einen mit nach Hause nahmen, wo vieler Orts bei einem "Gute Nacht - Schluck" noch zur Völkerverständigung beigetragen wurde.

Doch auch am Sonntagmorgen hieß es früh aufstehen; denn man traf sich bereits um 8.30 Uhr zum Aufstellen für den Einzug in die Pfarrkirche von St. Martin. Um 9.00 Uhr begann dann die Festmesse, bei der die Fahnenschwinger aus Tongerle in der Kirche wieder ihre Fahnen schwangen.

Anschließend wurde auf dem Kirchplatz das Erinnerungsprojekt von Werner Schimpl zusammengebaut. Es entstand so ein schönes Kunstwerk, zu dem jede teilnehmende Gruppe eine, nach ihren Vorstellungen gestaltete, Metallfahne beisteuerte, und das bestimmt noch lange Zeit an das 7. Internationale Fahnenschwingertreffen denken lassen wird.

Im Anschluß daran formierte sich nochmals ein Festzug, diesmal zum Sportplatz, wo alle Fahnenschwinger gemeinsam schwangen. Während des dann folgenden gemeinsamen Mittagessens mit Grillhähndel fand die traditionelle Gruppenleiterbesprechung statt.

Das Ergebnis diese Besprechung sieht wie folgt aus: Organisation der nächsten Fahnenschwingertreffen
2000 Tongerle oder Boerke Naas
2002 Li Cardelina
2004 Lichtenvoorde

Nach der Besprechung fand dann die offizielle Verabschiedung der Gruppen statt, da einige schon am Sonntag wieder abreisten. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Gastgeschenke der einzelnen Gruppen und die Gastgeschenke an die Gruppen (Schilcher!) überreicht. (Von uns gab es ein sehr schönes Holzfaß mit dem Öhringer Stadt Wappen, gefüllt mit, nein nicht mit Schilcher, sondern mit heimatlichem Württemberger Riesling.) Die noch anwesenden Gruppen fuhren dann um 16.00 Uhr zum Stainzer Bahnhof, wo die VT-Gruppe nochmals tanzte und die Fahnenschwinger der verschiedenen Gruppen nochmals ihr Können zeigten. Ferner tanzte noch die Volkstanzgruppe von Stainz. Anschließend fuhren dann alle mit dem Flascherlzug nach Preding und zurück. Unterwegs wurde viel gesungen und gelacht. Begeistert war davon vor allem Joseph, der Schaffner und die Dolmetscherin der italienischen Gruppe - sie kam ursprünglich aus Stuttgart und war so ganz begeistert von unserem Gesang; Zitat "Bei Euch sind viele richtige Schwaben, die können den ersten und den letzten Vers von den Liedern und das auch nur, wenn der erste und der letzte gleich sind." - Gott sei Dank trifft dies nicht auf alle unsere Sänger zu, denn nach der Zugfahrt ging es mit dem Bus zum Buschenschank Lazarus in Greisdorf.

Dort hob sich die, ohnehin über die ganze Zeit tolle Stimmung nochmals und so wurden bis spät in die Nacht beivielen Flaschen Schilcher viele Lieder, auch aus alten Zeltlagerzeiten, gesungen.

Solange, dass man z.T. am Montag morgen keinen Ton mehr herausbrachte, als wir uns um 9.30 Uhr von unseren super Betreuern Vroni und Gerhard, von denen die noch Urlaub machten und von St. Martin i.S. verabschiedeten. Bei Vroni und Gerhard bedankten wir uns nochmals für die freundliche Aufnahme, die kostenlose Unterbringung, die in weiten Teilen kostenlose Verpflegung (Manch einer war darüber erstaunt, einmal nichts bezahlen zu müssen), das Rahmenprogramm und die hervorragende Betreuung!

Nach einer geruhsamen Fahrt brachte uns unser Busfahrer Walter, der uns auf der langen An- und Rückfahrt und vielen Fahrten in St. Martin und Umgebung immer sehr gut und sicher chauffierte (Der stotternde Verkäufer des Motorboots zum Angeln wird uns allen in Erinnerung bleiben!!!), am frühen Abend wieder gut nach Öhringen. Viele neue Eindrücke waren gewonnen und Kontakte geknüpft worden und zumindest die Fahnenschwinger waren sich sicher - in zwei Jahren beim 8. Internationalen Fahnenschwingertreffen in den Niederlanden oder Belgien wieder dabei zu sein. Auch für die Volkstänzer ist sicher, dass dies sicher nicht der letzte Auslandaufenthalt war!

Der Abschluss der Fahrt war, wie könnte es auch anders sein, musikalisch - "Kein schöner Land" erschalte am Montag Abend durch den Bauhof von Öhringen.

Für die, die nicht dabei waren und natürlich auch alle anderen, noch ein Tip, wenn sie drei der 14 Gruppen, die an diesem Festival teilnahmen dieses Jahr noch einmal sehen wollen; am 1.8.1998 kommen die Volkskunstgroep Boerke Naas St. Niklaas aus Belgien und Li Cardelina Groupe Folklorique du Hau-Comtat aus Frankreich zur Landesgartenschau nach Plochingen, wo auch die Hohenloher Fahnenschwinger auftreten werden.

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50 Jahre Boerke Naas

Jubiläumswochenende der Volkskunstgroep Boerke Naas in Sint-Niklaas

Ausgabe 3/99


Einer Einladung folgend fuhren 7 Hohenloher : Karl-Heinz, Christian, Hans, Manfred, Carmen, Christine und Conny, mit einem VW-Bus zur 50. Jahrfeier der Volkskunstgroep Boerke Naas nach Sint-Niklaas bei Antwerpen. Am Freitagabend gegen 21.30 Uhr kamen wir wohlbehalten nach kurzer Irrfahrt durch die Stadt im "De Zevenstern", so heißt das Vereinslokal, an. Hier wurden wir herzlichst begrüßt, mit Informationsmaterial der folgenden Tage bestückt und unseren Gasteltern vorgestellt und anvertraut.

Bis Samstagnachmittag war jeder mit seinen Gasteltern unterwegs. Besuche in Gent, Antwerpen, Einkaufsbummel oder Mithilfe bei der Organisation des Festes waren auf dem Programm. Pünktlich zur Stadtführung und zur Schließung der Jubiläumsausstellung trafen wir uns in Sint-Niklaas wieder. Einherzliches "Hallo" war immer wieder zu hören, da man doch den ein oder anderen kannte. In der Ausstellung von der Gruppe "Boerke Naas" organisiert waren sehr interessante Dinge zu sehen. Unteranderem ein Zeitungsausschnitt der Hohenloher Zeitung aus dem Jahre 1953 über einen Besuch in Künzelsau und Waldenburg. Seit dieser Zeit verbindet eine Freundschaft die Gruppe Boerke Naas mit Hohenlohe (Goldschmiede Greif).

Am Abend wurde zum Herbsttanzfest geladen. Es wurde gefeiert bis in die Morgenstunden. Die Musikgruppe "Boerke Naas Orkest" spielte unermüdlich und so vielseitig, daß es einem schwerfiel am Tisch sitzen zu bleiben. Christian, Hans und 2 Mann vom Sing- und Spielkreis Stuttgart schwangen ihre Fahnen mit Musikbekleidung von Carmen und Christine. Es war ein Augen- und Ohrenschmaus!

Sonntag um 10.30 Uhr war gemeinsamer Gottesdienst, natürlich auf flämisch, aber mit der Zeit hat man sich daran gewöhnt und die Verständigung klappte immer besser. Von Gruppen aus England, Irland und den Musikschülern aus Sint-Niklaas wurde die Messe feierlich umrahmt. Anschließend war Empfang im Rathaussaal. Die Musikgruppe "2Violinen und 1 Bass" gaben dem hochoffiziellen Teil eine besondere Note. Nach Begrüßung und Ehrungen die vom Bürgermeister und seinen Ratsherren ausgesprochen wurden ging es nach kurzem Umtrunk in die besonders geschmückte Stadthalle. Nicht nur das ersehnte Essen, sondern der besondere Rahmen ließen uns Augen und Nasen Teile der Delegation mit Sigrun groß werden. Die Tische waren als Vereinszeichen in den Farben gelb und grün und das reichhaltige Buffet auf die 50. Jahre aufgestellt. Das Ganze wurde von einer Zeremonienmeisterin organisiert und somit konnten die ca. 300 Gäste ohne Gedränge das Kulinarische genießen. Als Hintergrundmusik spielten "2 Violinen und 1 Bass". Nachdem alle gestärkt waren, durften die Gastgruppen ihre Glückwünsche und Geschenke überbringen. Da das blaue Buch "Volkstanz und Tanzlied der Schwaben" schon zweimal vergeben wurde, waren wir froh, daß unsere Auswahl der Geschenke vielseitiger war. Unsere Gruppe überreichte eine Fotovergrößerung mit Rahmen vom Fahnenschwingertreffen 1996 im Hofgarten, ein Bildband über Öhringen von Albrecht Gäbele mit Widmung vom Bürgermeister, das Stadtprospekt in dem die Gruppen Boerke Naas verewigt ist und das Buch "Sackpfeifen in Schwaben". Als Gegengeschenk erhielten wir das Vereinszeichen mit Rahmen. Mit Einlagen der Gastgeber wurden die Festgäste unterhalten. Hervorstechender Punkt war der Knochentanz, vorgetragen in steinzeitlicher Kleidung mit modernen Accessoires zum Beispiel ein Handy, zur Überraschung und Ehrung der Leiterin Sigrun. Zum festlichen Abschluß wurde gemeinschaftlich das "Boerke Naas-50-Lied" gesungen. Zum Abschied wurden viele Hände gedrückt und viele Wangen geküßt, denn dieses Wochenende war ein besonderes Erlebnis und wir konnten viele Eindrücke und neue Freundschaften mit nach Hause nehmen!

Conny Goldbaum

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