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Zur Orchideenblüte
in der Schweiz und auf der Landesgartenschau

Aus
vielen Fenstern grüßen heutzutage die herrlichen
Blütenzweige der Zimmerorchideen aus südlichen Ländern,
doch wer weiß schon, dass man
auch bei uns zahlreiche wildwachsende
Orchideen finden kann? Um diesem „Notstand“
abzuhelfen, lud der Schwäbische Albverein
Gemmrigheim zu einer Fahrt in das Schweizer
Naturschutzgebiet Tannenbüel ein. Auf der Gemarkung Barken direkt im Grenzgebiet
Schweiz/Deutschland hat die Natur in vielen Jahren
ein Kleinod geschaffen, das vom schweizerischen
Forstamt gehegt und gepflegt wird.
Einheimische
Orchideen wie Knabenkraut, Waldvögelein, Ragwurz
und noch mehr in ihrer ganzen Artenvielfalt
erfreuten die staunenden Besucher. Insgesamt
wachsen hier weit über 20 verschiedene Orchideen.
Das Wetter war wohl schuld daran, dass manche Blüten
schon verwelkt waren, aber kleine Hinweisschilder
zeigten an, vor welcher Blume, Staude oder welchem
Baum man stand. Immerhin konnte
der Star unter den seltenen Pflanzen, der
wunderschöne Frauenschuh, noch in voller Pracht
bewundert werden. Förster Urs, der den Naturpark
beaufsichtigt –
trotz aller Verbote gibt es immer wieder
„Liebhaber“, denen im Garten gerade diese
Blumen fehlen - machte gerade seine Runde und gab
bereitwillig Auskunft über sein kleines Reich. So
erfuhr man unter anderem, dass der Frauenschuh
erst nach etwa zehn bis zwölf Jahren zur Blüte
kommt.
Entgegen
einiger Neinstimmen wurde nach der Besichtigung
ein Zwischenstopp in einer Schinkenräucherei
eingelegt. Aus den vollen Einkaufstüten stieg ein
so intensiver Geruch nach Geräuchertem, dass
kurzerhand ein scharfes Messer gezückt wurde, um
eine kleine Kostprobe zu verteilen.
Bei
der Weiterfahrt nach Villingen-Schwenningen, wo
der Besuch der Landesgartenschau geplant war, fing
es leicht an zu regnen. Man tröstete sich damit,
dass man ja noch ein gutes Stück zu fahren hatte,
bis dahin hatte der Regen sicher wieder aufgehört.
Von wegen – der Himmel hatte kein Einsehen, der
Schirm blieb den ganzen Nachmittag über
aufgespannt, sofern ihn nicht eine Windböe
umdrehte.
Es spricht jedoch für die Ausflügler, dass sie
sich die gute Laune nicht verderben ließen. Man
konnte sich ja in eine der überfüllten „Wärmestuben“
drängen, und da war alles, was heiß war, der
Renner. Wieder aufgewärmt bewunderte man die
tollen Blumen-Arrangements, blieb vor der riesigen
Uhr stehen und wartete auf den Kuckucksruf,
wunderte sich über das kleine Rinnsal, das einmal
- groß geworden - als Neckar durchs Ländle fließt.
Phantasievolle Schaugärten weckten den Wunsch
nach Umgestaltung des heimischen Gartens, bei den Spielplätzen und der Garteneisenbahn
wäre man gerne noch einmal Kind gewesen,
nachdenklich verließ man den Pavillon, in dem in
eindrücklichen Aufnahmen die Zerstörung unserer
Umwelt gezeigt wird.
Ein
kleiner Kunsthandwerkermarkt, Informationen über
Holzgewinnung und -verarbeitung, ein Andachtsraum,
ein Buchladen mit großem Angebot, immer wieder
Blumen und noch vieles mehr – es war für alle
Besucher ein richtiges Erlebnisland. Und weil`s so
schön war, haben sich einige vorgenommen, bei
gutem Wetter noch einmal hier her zu fahren.
Und
so war man auch mit dem Regen ausgesöhnt, als die
Heimfahrt angetreten wurde und ein herzliches
Dankeschön an Werner Häring ging, der die Idee
zu der Ausfahrt hatte und die Organisation übernahm.
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