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BESINNLICHE WANDERUNG auf PILGERWEGEN
Albverein
auf dem Jakobsweg von Rothenburg o.d.T. nach
Schrozberg unterwegs.
Gemmrigheim.
- Bereits seit letztem Jahr hat die Ortsgruppe
Gemmrigheim des Schwäbischen Albvereins,
Teilstrecken von einem der deutschen Jakobswege in
ihr Wanderprogramm aufgenommen.
Dieses
Mal standen die 19 km vom bayrisch-fränkischen
Rothenburg ob der Tauber ins
württembergische Schrozberg auf dem
Programm.
Gerhard
Scholl, selbst überzeugter und mehrfacher Pilger,
hatte alles bestens organisiert. Groß war das
lnteresse, der Bus war mit 50 Pilgern voll besetzt
und trotz einiger Absagen konnte die Warteschlange
nicht voll bedient werden. Erfreulicherweise
konnten auch einige neue Gast-Pilger begrüßt
werden.
Mit
dem Bus in Rothenburg angekommen, wurden die
Wanderer in der St.Jakobskirche von Pfarrer Dersch
persönlich begrüßt und in einen zufällig
stattfindenden Taufgottesdienst integriert. Die
Stadtkirche St.Jakob wurde zwischen 1311und
1484 erbaut. In ihr befindet sich das berühmte
Heiligblut-Retabel des Bildschnitzers Tilman
Riemenschneider. Mit dem Pilgersegen, dem
Pilgerstempel und einer anschließenden Kirchenführung
wurden die Teilnehmer auf ihren Pilgerweg
vorbereitet. Pilger gehören hier zu den
Gottesdiensten.
Nach
so viel geistiger Kraft ging es dann
erwartungsvoll auf die Strecke. Zur Hohenloher
Ebene hinauf konnte das Taubertal, sowie die
Stadtsilhouette noch längere Zeit bewundert
werden. Weiter durch Wald und Feld wurde der
Weiler Schöngras erreicht, wo bei ungemütlich
kaltem Wetter die Vesperpause stattfand. Nach
dieser ersten gemeinsamen Etappe wurden zwei
Gruppen gebildet. Während die Einen den gemütlichen
Bus nach Schrozberg vorzogen, pilgerten die
Anderen auf dem Jakobsweg dort hin. Die
Busreisenden wurden dort im Gästehaus Schrozberg
von Frau Weigel mit Kaffee und Kuchen herzlich
empfangen. Der
Vertrauensmann der dortigen Ortsgruppe des Schwäbischen
Albvereins nahm sich Zeit, die Gäste in einer
Stadtführung über die Vor- und Nachteile einer
Kommune im
ländlichen Raum zu informieren. Große Gegensätze
zu den Industriezentren. Nachdem sich nun auch die
Wandergruppe zu den anderen gesellt hatte, und mit
Kaffee und Kuchen versorgt war, bestieg man
gemeinsam den Bus. Dieser brachte die Pilger zum Abschluss
in einen urigen Landgasthof nach Sigisweiler.
Dort
bedankte sich Vorstand Gerhard Reisinger, heute
als zweiter Mann, beim
Organisator wie auch bei den Beteiligten für den
wieder voll gelungenen Wandertag. Nach einem
gemeinsamen Abschiedslied
brachte der Bus alle Beteiligten wohlbehalten und
etwas müde nach Hause.
Gerhard
Scholl engagiert sich mit neuen Ideen im Albverein
und kümmert sich
auch besonders um die Freizeitgruppe.
Über
den Jakobsweg, den enthaupteten Apostel Jakobus,
sowie über die Legende seines Leichnams wäre
noch viel zu berichten. Seit etwa 20 Jahren ist
das Pilgern wieder im Trend. Alle Jakobswege führen
letztendlich ins nordspanische Santiago de
Compostela. Die Pilgertradition ist bei allen
Altersgruppen und auch international sehr beliebt.
Rothenburg
war für den süddeutschen Raum ein Sammelpunkt der
Pilger. Die Jakobsmuschel ist
Sinnbild für alle Jakobspilger- und Jakobs-
gemeinschaften. Sie wird auch als Wegzeichen auf
den Pilgerwegen verwendet. In einem Zitat vom
Pfarrer
war zu hören: Pilgern ist Beten mit den Füßen.