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Der Albverein Gemmrigheim
wanderte in den Löwensteiner Bergen
Über
30 Wanderer trauten den Wetterfröschen zu, dass nach zwei
verregneten Tagen ihre Prognose für einen frühlingshaften
trockenen Sonntag zutreffen würde und sie wurden nicht enttäuscht.
Verwehrte noch kurze Zeit dichter Nebel die Sicht, brach bald
die Sonne durch die grauen Wolken und sorgte für ideales
Wanderwetter. Ein großer Schatten legte sich allerdings auf
den herrlichen Tag, als sich wie ein Lauffeuer die Nachricht
vom unerwarteten Tod eines Wanderfreundes verbreitete. Tiefe
Betroffenheit spiegelte sich in den Gesichtern und in
einer Schweigeminute gedachte man des Verstorbenen und
seiner Angehörigen.
Die
Ausfahrt in die Löwensteiner Berge erinnerte an die erste
Tageswanderung, die von der Ortsgruppe Gemmrigheim vor 25
Jahren organisiert wurde. Am Parkplatz Zollstock beim Juxkopf
wurden die Rucksäcke geschultert und auf fußfreundlichen
Waldwegen, die trotzdem Aufmerksamkeit erforderten, stieg man
hinab in die Hüttleswaldschlucht. Da wird es dann
wild romantisch, und der schmale Pfad führt oft nahe
am Abhang vorbei, wo sich tief unten der klare Bach durch
umgestürzte Bäume und Felsbrocken einen Weg sucht. In
silbrigem Lauf eilen unzählige kleine Quellen dem Bach
entgegen. Noch manche hölzerne Brücke wird überquert, bis
man auf dem Silberstollenweg zur Kreuzbuche gelangt. Der
Silberstollen selbst ist seit Jahrhunderten stillgelegt, es
war wohl eher das Wunschdenken an baldigen Reichtum als ein
konkretes Vorhandenensein des wertvollen Edelmetalls.

Beim
vielfachem Auf und Ab oder auf ebener Strecke hatte man immer
wieder Ausblicke hinaus aufs weite Land, wo aus der Ferne
kleine Ortschaften grüßten. Sattgrüne Wiesen mit
sonnengelbem Löwenzahn
oder zart fliederfarbenem Wiesenschaumkraut gaben zusammen mit
den blühenden Bäumen und Sträuchern der ganzen Landschaft
einen heiteren Anstrich.
Zur
Mittagszeit traf man im Gasthof
Siller in Vorderbüchelberg ein, wo in gemütlicher
Runde gegessen wurde. Diese Änderung – die große Vesperpause statt im Freien in einem Lokal zu
verbringen - wurde von den Teilnehmern begrüßt, konnte man
doch einerseits mit leichterem Gepäck wandern und zum andern
kehrte man schon am frühen Abend heim.
Bevor
sich nach dem Essen die Müdigkeit einstellte, machte man sich
auf den Weg zum Parkplatz Seewiesen. Dort trennte sich
die Gruppe. Die einen wanderten auf bequemem Weg nach Großhöchberg,
die anderen machten noch einen Umweg zur Tobelschlucht Auf
waghalsigen Pfaden gelangten sie zum Hohlen Stein, einem
gewaltigen Felsen, der durch Erosion so ausgehöhlt ist, dass
bequem die ganze Gruppe hätte unterstehen können, wenn nicht
ständig irgendwo Wasser getropft hätte. Auch in dieser
Schlucht geht es bergauf und bergab, vorbei an riesigen
Felsbrocken und umgestürzten Bäumen, die im Laufe der Zeit
von den steilen Hängen abrutschen werden. Quellen fließen in
seichte Tümpel oder münden in den schnell dahin rauschenden
Bach, der die Wanderer auf ihrem Weg zu begleiten scheint.
In Großhöchberg trafen sich zunächst alle wieder. Wer
wollte, konnte jetzt mit dem Bus nach Spiegelberg fahren, wo
das Glashaus, ein Spiegel- und Glasmuseum zur Besichtigung
offen stand. Marianne Hasenmeyer, aktive Glashüttenforscherin
im Mainhardter Wald und in den Löwensteiner Bergen, führte
durch ihre Sammlung. In spannender und interessanter Weise
vermittelte sie den Teilnehmern vieles über die Glaskunst und
die zahlreichen Glashütten, die im Schwäbisch- Fränkischen
Wald vom 16. bis ins 19. Jahrhundert betrieben wurden. Mehr
Information unter www.Glashaus-Spiegelberg.de.
Es blieb sogar noch genügend Zeit zu einem Café-Besuch.

Die
Unentwegten wanderten weiter nach Kleinhöchberg. Ein findiger
Wirt hat hier seine Chance erkannt und am Straßenrand Tische
und Stühle aufgebaut. Bleiben oder Weitergehen? Die Entscheidung fiel einstimmig zu Gunsten des Wirtes aus,
denn ein kühles Getränk im Sonnenschein zu genießen,
verlockte zu einer kurzen Rast, und die letzte Etappe nach
Siebersbach wurde anschließend umso leichter bewältigt.
Es
war eine wunderschöne Wanderung, aber als man dort nach etwa
20 Kilometern Wegstrecke den Bus erreichte, ließ man sich
doch müde in die Sitze fallen. Nachdem auch die
„Spiegelberg-Gruppe“ zugestiegen war, wurde es nach
einiger Zeit ziemlich ruhig.
Mit
herzlichem Dank verabschiedete man sich von Gerhard Reisinger
und Otto Müller, die den erlebnisreichen Tag so gut
vorbereitet hatten sowie von Busfahrer Uwe, der die Teilnehmer
wieder sicher nach Hause gebracht hatte.
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