Schwaebischer-Albverein Ortsgruppe Gemmrigheim
  

Rückblicke 0913                                                                                          Bericht: Gerda Pfeiffer

- 
Der Albverein Gemmrigheim wanderte in den Löwensteiner Bergen

Über 30 Wanderer trauten den Wetterfröschen zu, dass nach zwei verregneten Tagen ihre Prognose für einen frühlingshaften trockenen Sonntag zutreffen würde und sie wurden nicht enttäuscht. Verwehrte noch kurze Zeit dichter Nebel die Sicht, brach bald die Sonne durch die grauen Wolken und sorgte für ideales Wanderwetter. Ein großer Schatten legte sich allerdings auf den herrlichen Tag, als sich wie ein Lauffeuer die Nachricht vom unerwarteten Tod eines Wanderfreundes verbreitete. Tiefe Betroffenheit spiegelte sich in den Gesichtern und in  einer Schweigeminute gedachte man des Verstorbenen und seiner Angehörigen.

Die Ausfahrt in die Löwensteiner Berge erinnerte an die erste Tageswanderung, die von der Ortsgruppe Gemmrigheim vor 25 Jahren organisiert wurde. Am Parkplatz Zollstock beim Juxkopf wurden die Rucksäcke geschultert und auf fußfreundlichen Waldwegen, die trotzdem Aufmerksamkeit erforderten, stieg man  hinab in die Hüttleswaldschlucht. Da wird es dann  wild romantisch, und der schmale Pfad führt oft nahe am Abhang vorbei, wo sich tief unten der klare Bach durch umgestürzte Bäume und Felsbrocken einen Weg sucht. In silbrigem Lauf eilen unzählige kleine Quellen dem Bach entgegen. Noch manche hölzerne Brücke wird überquert, bis man auf dem Silberstollenweg zur Kreuzbuche gelangt. Der Silberstollen selbst ist seit Jahrhunderten stillgelegt, es war wohl eher das Wunschdenken an baldigen Reichtum als ein konkretes Vorhandenensein des wertvollen Edelmetalls.

   

Beim vielfachem Auf und Ab oder auf ebener Strecke hatte man immer wieder Ausblicke hinaus aufs weite Land, wo aus der Ferne kleine Ortschaften grüßten. Sattgrüne Wiesen mit sonnengelbem  Löwenzahn oder zart fliederfarbenem Wiesenschaumkraut gaben zusammen mit den blühenden Bäumen und Sträuchern der ganzen Landschaft einen heiteren Anstrich. 

Zur Mittagszeit traf man im Gasthof  Siller in Vorderbüchelberg ein, wo in gemütlicher Runde gegessen wurde. Diese Änderung –  die große Vesperpause statt im Freien in einem Lokal zu verbringen - wurde von den Teilnehmern begrüßt, konnte man doch einerseits mit leichterem Gepäck wandern und zum andern kehrte man schon am frühen Abend heim.

Bevor sich nach dem Essen die Müdigkeit einstellte, machte man sich  auf den Weg zum Parkplatz Seewiesen. Dort trennte sich die Gruppe. Die einen wanderten auf bequemem Weg nach Großhöchberg, die anderen machten noch einen Umweg zur Tobelschlucht  Auf waghalsigen Pfaden gelangten sie zum Hohlen Stein, einem gewaltigen Felsen, der durch Erosion so ausgehöhlt ist, dass bequem die ganze Gruppe hätte unterstehen können, wenn nicht ständig irgendwo Wasser getropft hätte. Auch in dieser Schlucht geht es bergauf und bergab, vorbei an riesigen Felsbrocken und umgestürzten Bäumen, die im Laufe der Zeit von den steilen Hängen abrutschen werden. Quellen fließen in seichte Tümpel oder münden in den schnell dahin rauschenden Bach, der die Wanderer auf ihrem Weg zu begleiten scheint.

In Großhöchberg trafen sich zunächst alle wieder. Wer wollte, konnte jetzt mit dem Bus nach Spiegelberg fahren, wo das Glashaus, ein Spiegel- und Glasmuseum zur Besichtigung offen stand. Marianne Hasenmeyer, aktive Glashüttenforscherin im Mainhardter Wald und in den Löwensteiner Bergen, führte durch ihre Sammlung. In spannender und interessanter Weise vermittelte sie den Teilnehmern vieles über die Glaskunst und die zahlreichen Glashütten, die im Schwäbisch- Fränkischen Wald vom 16. bis ins 19. Jahrhundert betrieben wurden. Mehr Information unter www.Glashaus-Spiegelberg.de. Es blieb sogar noch genügend Zeit zu einem Café-Besuch.

   

Die Unentwegten wanderten weiter nach Kleinhöchberg. Ein findiger Wirt hat hier seine Chance erkannt und am Straßenrand Tische und Stühle aufgebaut. Bleiben oder Weitergehen?  Die Entscheidung fiel einstimmig zu Gunsten des Wirtes aus, denn ein kühles Getränk im Sonnenschein zu genießen, verlockte zu einer kurzen Rast, und die letzte Etappe nach Siebersbach wurde anschließend umso leichter bewältigt. 
  

Es war eine wunderschöne Wanderung, aber als man dort nach etwa 20 Kilometern Wegstrecke den Bus erreichte, ließ man sich doch müde in die Sitze fallen. Nachdem auch die „Spiegelberg-Gruppe“ zugestiegen war, wurde es nach einiger Zeit ziemlich ruhig.

Mit herzlichem Dank verabschiedete man sich von Gerhard Reisinger und Otto Müller, die den erlebnisreichen Tag so gut vorbereitet hatten sowie von Busfahrer Uwe, der die Teilnehmer wieder sicher nach Hause gebracht hatte.


 

       

 

                                                       

 

bottom
© 2011 Schwäbischer Albverein Stuttgart (Ust-IdNr.: 01/DE147849529)   Impressum