Schwaebischer-Albverein Ortsgruppe Gemmrigheim
  

Rückblicke 0819

Albverein  Gemmrigheim    E. Kauz 

Trigono/Griechenland vom 2. – 11. Mai 2008
Partnerschaft – Wandern – Kultur

 

Erinnern Sie sich noch? Haben Sie aufmerksam gelesen?

Richtig

Der Bericht über die Reise des Albvereins hat nach 2 Tagen geendet. Sicher haben sie sich schon gefragt ob denn das alles war. Bei Weitem nicht, heute geht es ein Stück weiter.           

Ausgeschlafen wird wo anders. Also raus aus den Federn. Beim Frühstück war zu erfahren, dass im Fernsehen bereits das Interview übertragen worden war. Sch… wenn man einmal nicht fernsieht.
Frisch gestärkt ging es Richtung Teilgemeinde Petra zum Mühlenmuseum und anschließend in den Konferenzraum wo ein Video wartete. Doch die Technik wollte nicht, so dass einer Wanderung durch die unberührte Natur, mit den Mitgliedern des Vereins Drimos, nichts im Wege stand. Ein Teil der Teilnehmer unternahm noch zusätzlich eine Exkursion mit Geländewagen in eine Felsenschlucht. Dort wurden in früherer Zeit die Mühlsteine an Ort und Stelle gehauen und in weite Teile der Welt exportiert. Michailis, einer der Wanderführer wusste beinahe zu jeder Pflanze etwas zu berichten, es hat einfach begnadete Kenntnisse.  Beim anschließenden Essen (Souvlaki (Fleischspieß), Bifteki (Fleischküchla), Schafskäse, Grillwurst, Grillfleisch, Salat, Gurken und Brot) erlebte die Gruppe einen fantastischen Rundumblick vom neu erbauten Wanderheim aus. Abends organisierte der Pflanzenexperte eine Sammelbestellung an Thymian- und Baumwollhonig, so dass die Imker in der Umgebung ausverkauft waren.
Der nächste Tag begann mit der offiziellen Begrüßung im Rathaus in Dikea. Nach einer Führung versammelten sich Alle im Sitzungssaal wo, wie könnte es auch anders sein, bereits wieder Köstlichkeiten warteten.

Die Gesamtgemeinde Trigono hat auf dem Papier ca. 19.000 Einwohner jedoch leben nur ca. 7000 Einwohner  auch dort, verteilt auf die insgesamt 17 Teilgemeinden. Die Schule hat etwa 170 Schüler. Die Landflucht ist ein großes Problem. Sobald die Jugendlichen studieren und Stadtluft geschnuppert haben, wird die Rückkehr seltener. Natürlich auch die Menschen, die unsere deutschen Mitbürger mit griechischem Pass sind. Doch was wären wir ohne sie?  

Mit dem Schulbus der Gemeinde ging es Richtung Spargelgenossenschaft. Nur wenn das Gemüse der EU-Norm I. Wahl entspricht, wird es verpackt. Alles andere wandert über ein Förderband auf Anhänger und wird zur Fütterung der Tiere verwendet. Übrigens, die Mehrzahl der Arbeiter in der Spargelgenossenschaft sind Gastarbeiter aus Bulgarien. Die Frauengenossenschaft GAIA (Erde) zeigte einen kleinen Einblick in die ökologische Herstellung von landestypischen Delikatessen. Von der Einkaufsmöglichkeit wurde reger Gebrauch gemacht. Die Mitglieder vom Frauen- und Tanzverein Spilio empfingen die Besucher traditionell mit Brot und Salz, um dann, zu einem üppigen Essen einzuladen. In wunderschönen Trachten präsentierten sie griechische Tänze, wobei die Gäste eifrig mittanzten. Kurzfristig folgte die Reisegruppe der Einladung eines Fenster- und Türen- herstellers zur Werksbesichtigung. Wie könnte es anders sein, wieder warteten bereits Köstlichkeiten darauf, verzehrt zu werden. Nicht genug dessen, ein jeder Besucher erhielt noch ein T-Shirt, eine Kappe sowie ein Feuerzeug. Kennen sie einen Unternehmer der so handelt, obwohl er sich sicher sein kann, von keinem der Besucher einen Auftrag zu erhalten???? Ich nicht!

Beim anschließenden Spaziergang durch Ormenion  erlebten alle ein vielfaches Hallo und  Herzlich Willkommen, mindestens an jedem zweiten Haus wurde ein kurzer Stopp eingelegt um Hände zu schütteln. Ein Besuch in der Kirche von Ormenion mit den prachtvollen Ikonen,fachkundig erklärt und erläutert von Triantaphilos Strakos, rundete den Spaziergang ab. In der Taverne zählte Werner Häring (der verantwortliche Reiseleiter) seine Schäfchen. Für den Moment ziemlich „Schwund und Mausefraß“, d.h. es fehlten einige. Später erfuhren die Wartenden, dass ein Teil die Ortsbegehung noch erweitert hatte und deshalb erst mit reichlicher Verspätung auftauchte.

Der nächste Tag führte die Gruppe an den Ardas, einen der Grenzflüsse der Region. Die Flusslandschaft ist unbeschreibbar schön. Eine kleine Wanderung am Fluss entlang, oder ein illegaler Grenzübertritt in die Türkei oder Hose hochkrempeln und zur nächsten Sandbank laufen oder einen kleine Transporter organisieren und mit einigen Mitreisenden durch den Fluss fahren frei nach der Devise „hab mein Wagen voll geladen…“der Möglichkeiten gab es sehr viele und alle wurden genutzt. Nach einer Kaffeepause fuhr sogar der zur Verfügung stehende Gemeindebus seine Passagiere durch den Fluss. Für Gäste wird das Unmögliche möglich gemacht, eben Gastfreundschaft in Reinkultur. 

Die Kellerei „Ewritika Kellaria“ nahe der türkischen Grenze wurde den deutschen Gästen bei einer Kellereiführung bestens vorgestellt. Dort wird Wein nach ökologischen Gesichts- punkten erzeugt und ausgebaut ebenso wird Ouzo und Tsibero (griechischer Grappa) produziert. Wie könnte es anders sein, selbstverständlich warteten auch hier Köstlichkeiten auf die Besucher. Der eine oder andere hat dort auch von der Einkaufsmöglichkeit Gebrauch gemacht. Im Gästebuch der Kellerei haben sich alle verewigt.

(Anmerkung: Wer beim Tag der offenen Tür der Gemeinde Gemmrigheim den Partnerschaftsausschuss im großen Sitzungssaal der Rathauses besucht hat, konnte von den guten Tröpfchen kosten. Sie waren nicht da? Na, ja Pech gehabt.)

Was wäre Griechenland ohne die Antike? Schlicht und ergreifend, das geht überhaupt nicht. Bei der Ausgrabungsstätte Doxipara in der Gemeinde Mikri durften die laufenden Ausgrabungsarbeiten besichtigt werden. Es handelt sich um eine Grabstätte der Reichen und Großgrundbesitzer aus Thrakien von vor ca. 2000 Jahren. Damals ließ man sich mit Ross und Kutsche beisetzen, damit man auch im Jenseits nicht auf seine Standessymbole verzichten musste. Am Nachmittag warteten bereits die Hausfrauen der Teilgemeinde Ptelea mit einem riesigen Kuchenbuffet. Doch zuvor war noch der Besuch des örtlichen Heimatmuseums mit sehr umfangreichen Bildmaterial, sowie alten landw. Geräten usw. auf dem Programm. Manchmal sollte es die Möglichkeit geben, wie bei den Hamstern, Vorräte einzulagern. Denn am liebsten, hätte jeder, jeden Kuchen versucht, aber das schafft kein Magen der Welt. Von fröhlichen Tänzen auf dem Vorplatz ließen sich weder Einheimische noch Gäste von dem einsetzenden Regen abhalten. Doch schon wieder hieß es, auf geht´s der nächste Programmpunkt ruft.

Abschied nehmen fällt nie besonders leicht, aber von guten Freunden sich verabschieden zu müssen geht ans Herz. Mit vielen guten Worten von griechischer wie auch deutscher Seite und Geschenken an alle Reiseteilnehmer ging dieser Abschnitt der Reise, na wie wohl,  natürlich bei üppigem Essen dem Ende entgegen. Ein letztes herzliches Umarmen, verdrückte oder auch nicht verdrückte Tränen und ein letztes „Kali nichta“ (gute Nacht) und zum letzten Mal schlafen in Trigono. 

Am nächsten Morgen wurde die Reisegesellschaft vom Oberbürgermeister und einigen Mitgliedern des griechischen Partnerschaftsausschusses verabschiedet und ab ging die Fahrt zum größten Greifvogel-Reservat Europas. Dem Nonnenkloster Kornofolia wurde bei einem kurzen Zwischenstopp ein Besuch abgestattet und das eine oder andere Mitbringsel eingekauft. Im Greifvogel-Reservat „Dadia“  sind von noch lebenden 38 Arten 36 vertreten. Zu sehen sind sie aber nicht, wenn man das Pech hat, nach einer lärmenden Schulklasse der Besucher zu sein. So musste die angebotene Diashow als Ersatz dienen. Als Übersetzer fungierte zum wiederholten Male der „Gemmrigheimer Grieche“ Triantaphilos

Für heute ist´s damit genug, wenn sie mehr über den weiteren Verlauf der Reise wissen wollen, gedulden sie sich es geht weiter.

Bis dahin alles Gute, viel Gesundheit wünscht ihnen Elisabeth Kauz

 

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