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| Natur und Landschaft um Gaildorf |
Gaildorf liegt landschaftlich reizvoll im mittleren Kochertal, das sich nach
der Einmündung der Rot bei Unterrot weitet. Die bewaldeten Hänge ringsum sind
meist als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen, sowie einzelne Partien an Rot
und Kocher. Am Fuß der Hänge sind noch Streuobstwiesen erhalten, ihr Bestand
geht aber wegen ihrer nicht rentablen Bewirtschaftung immer mehr
zurück. Anpflanzungsvorschriften für Obstbäume in Bebauungsplänen sind nur
teilweise ein Ausgleich hierfür.
Wald prägt nicht nur die Landschaft des Limpurger Landes mit Gaildorf
im Mittelpunkt, sondern war in den vergangenen Jahrhunderten ein
wichtiger wirtschftlicher Faktor. Die nahegelegene Reichsstadt Schwäbisch
Hall war für die Salzgewinnung auf den Rohstoff Holz angewiesen. Heute noch
ist das Limpurger Land Standort großer Sägewerksbetriebe, die diesen Werkstoff
verarbeiten.
Eine Besonderheit stellt der größte private Waldbesitz auf der Markung der
Stadt Gaildorf dar, der gräflich Pückler-Limpurgische Wald - heute im Besitz
der Graf von Pückler und Limpurg'schen Wohltätigkeitsstiftung -, denn hier
wurde kurz nach der vorigen Jahrhundertwende von Professor Christof Wagner der
sogenannte "Blendersaumschlag" eingeführt, eine heute noch
fortschrittliche Form der naturnahen Waldwirtschaft. Dieses Einschlagverfahren
führt zu einem hohen Anteil an naturverjüngtem, standortgerechten
Wald.
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Die Natur reicht bis in das Stadtgebiet hinein. Zwanzig größtenteils
flächenhafte Naturdenkmale weisen dies aus. Dabei sind insbesondere
Biotope mit Standorten seltener Pflanzen erfaßt. Nahe einem Industriegebiet am
Kocher befindet sich ein etwa halb-hektar großer Standort der
Schachblume(Fritillaria meleagris).
Leider geht diese mit einer violetten, schachbrettartig gemusterten Blüte
aufwartende Pflanze in den letzten Jahren im Bestand zurück. Hervorzuheben ist auch die
Lindengruppe mit Steinkreuz
bei Eutendorf, die in beeindruckender Weise ein Naturdenkmal
mit einem kulturellen (Klein-)Denkmal verbindet. Ferner sind an mehreren
Standorten weitere seltene Pflanzen erfaßt, so z.B. drei
Enzian-Arten und an
Orchideen das gefleckte und das breitblättrige Knabenkraut, das
Purpur-Knabenkraut
und das Bleiche Waldvögelein.
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Angrenzend an die Gaildorfer
Gemarkung befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Fichtenberg ein schöner
Standort der
Türkenbund-Lilie (Lilium margatum).
Auch die Frühblüher Seidelbast und Scilla können im Umfeld von Gaildorf an
mehreren Standorten beobachtet werden.
Auf Gaildorfer Gebiet selbst ist zwar kein Naturschutzgebiet ausgewiesen,
unmittelbar benachbart befindet sich auf der Markung Sulzbach/Kocher -
z.T. innerhalb des Waldes der Pückler-Stiftung - das
Naturschutzgebiet Bärenwirtshalde-Steinklinge, das eine äußerst
seltene, jedoch unscheinbare Pflanze, die Quirlblättrige Zahnwurz
birgt.
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Eine geologische Beonderheit ist das Naturdenkmal Gaildorfer Bank im
Eisbachtal. Dort finden sich Halbedelsteine wie Calcedon und Jaspis und
auf der nahegelegenen Hochebene des Kieselbergs versteinerte (verkieselte)
Hölzer. Zur Veranschaulichung des geologischen Aufbaus um Gaildorf wurde vom
Staatlichen Forstamt der Panoramaweg (Geologischer Pfad) erbaut, der in Aufschlüssen die
Gesteinsschichten zeigt und erklärt.
Mit ihrem umfangreichen Wegenetz führt
die Ortsgruppe Gaildorf zu vielen Aussichtspunkten rund um Gaildorf, so auch
auf den Kirgel mit dem Kerner-Turm,
der in weitem Umkreis wohl den
schönsten Ausblick auf das Kochertal
bietet.
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Oktober 2001,
Johannes Burkhardt/
Werner Volz,
Letzte Änderung am 21. Dezember 2008
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01/DE147849529 Impressum
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