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| Das Limpurger Land |
Zur Geschichte des Limpurger Landes
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Das Gebiet des Limpurger Landes ist aus staufischem Besitz entstanden. Schenk
Walter von Schüpf (Oberschüpf liegt im Main-Tauber-Kreis) hat um 1215 oberhalb
der Stadt Hall die Burg Limpurg erbaut. Den Schenken ist es aber nicht
gelungen, die reiche Salzstadt Hall in ihren Besitz einzugliedern, so daß
ihnen das Land um Gaildorf mit dem ehemaligen Reichswald vom Kocher- zum
Leintal und die Waibelhube, ein Gebiet freier Rodungsbauern bis hin nach
Welzheim, blieb. Trotz der häufigen Auseinandersetzungen mit Hall, die
schließlich 1541 mit dem Verkauf der Limpurg an Hall endeten, blieben sich die
Reichsstadt und die Limpurger eng verbunden, denn das Holz aus den Wäldern der
Schenken war für die Haller Saline lebensnotwendig. Bis zu 130000 Kubikmeter
Holz wurden jährlich auf dem Kocher nach Hall geflößt.
Das Floß im Gaildorfer Stadtwappen
weist noch heute auf die einstige wirtschaftliche Bedeutung hin. Mehr als die
Hälfte des Limpurger Landes ist immer noch mit Wald bedeckt; die
Holzindustrie in unserem Raum verarbeitet Holz aus ganz
Süddeutschland.
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Das Schenkenamt haben die Schenken von Limpurg bei besonderen Anlässen wie
Krönungen zeremoniell ausgeübt, seit sie in der Goldenen Bulle von 1356 als
Reichserbafterschenken anerkannt waren. Zu Pferde hatte der Limpurger
Erbschenk beim Kaiser feierlich aufzuwarten und, sich dann zu Fuß nähernd, den
im
Schenkenbecher
enthaltenen Trunk, Wein mit Wasser gemischt, dem Kaiser
darzureichen. Dieses Amt übet letztmals Schenk Vollrat 1690 bei der Krönung
Kaiser Joseph I. aus. Während die älteren Linien der Schenken ihre Residenzen
in Gaildorf und in Schmiedelfeld (oberhalb Sulzbach am Kocher) errichteten,
erbaute Schenk Erasmus nach dem Verkauf der Stammburg sein neues Schloß in
Obersontheim.
Einzigartig im Deutschen Bauernkrieg war das Zwiegespräch der Schenken Georg
und Wilhelm im März 1525 mit den Bauern im Lager Hohenstadt, das den Bauern
einige Erleichterungen versprach. Der an Ostern 1525 in Gaildorf erneut
ausbrechende Aufstand zog als "Limpurgischer Haufen" zur Plünderung
der Klöster Adelberg, Lorch und Murrhardt sowie zur Zerstörung des
Hohenstaufen aus und brach damit das Gespräch mit der Obrigkeit ab.
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Nach dem Übertritt zur Reformation konnten die Schenken ihre Söhne nicht mehr
in den Domkapiteln und die Töchter nicht mehr in Klöstern wie Lichtenstern
oder Kirchheim/Ries unterbringen; damit veränderte sich die Lage der Schenken
entscheidend. Sie mußten nun ihren Besitz teilen und immer wieder teilen, was
die Wirtschaftskraft mehr und mehr schwächte. Ein Auskommen fand man nur in
fremdem Diensten als Beamte oder Offiziere, etwa in Württemberg, in der Pfalz
oder in Ansbach. Neue Residenzen enstanden 1564 in Untergröningen und 1609 in
Michelbach an der Bilz.
Der Dreißigjährige Krieg hat das Limpurger Land hart getroffen. 1645 stießen
bei Obersontheim die Schweden und Franzosen mit den Bayern zusammen und 1648
lagerte der französische Feldherr Turenne bei Gaildorf. 1635 starben im
Limpurger Land 2612 Menschen, so in Gaildorf 271 (gegenüber einem
sonstigen Jahresdurchschnitt von 40) und in Sulzbach 391 (gegenüber 14). Der
Gaildorfer Superintendent Albrecht schrieb schließlich ins Totenbuch:
"Es ist genug, Herr, zieh deine Hand nun ab!"
Der letzte Schenk in Gaildorf, Wilhelm Heinrich, starb 1690, sein Verwandter
und Erbe Graf Vollrath 1713 in Obersontheim. Prunkvolle Grabmäler in den
Kirchen von Gaildorf und Obersontheim erinnern an die Schenken. Nach dem Tod
des letzten Schenken besetzten preußische Soldaten Gaildorf und machten
Erbansprüche geltend. Nach der Schlichtung des Streits heirateten Freier aus
ganz Europa die aus drei Schenkenfamilien verbliebenen zehn Erbtöchter. Dies
führte zu weiterer Zersplitterung des Besitzes mit teils kleinsten
Anteilen. Nachkommen der Limpurger Erbtöchter erscheinen auf den Ahnentafeln
des deutschen und europäischen Hochadels. Württemberg erwarb nach und nach
Anteile, bis die Grafschaft Limpurg 1806 durch die Rheinbundakte vollständig
an Württemberg kam.
Gaildorf wurde Sitz eines Oberamts, das bis 1938 bestand. Seit der Kreisreform
1973 gehört der größte Teil des Limpurger Landes zum Kreis Schwäbisch Hall;
Gschwend mit weiteren Gemeinden der Frickenhofer Höhe sowie Untergröningen
wurden zum Ostalbkreis geschlagen.
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Von 1815 bis 1819 lebte der Dichter und Arzt Justinus Kerner als Oberamtsarzt
in Gaildorf. Bis heute ist man stolz darauf, daß Kerners Lied "Preisend
mit viel schönen Reden", die schwäbische Nationalhymne, in seiner
Gaildorfer Zeit entstanden ist. Der 1902 von der Ortsgruppe Gaildorf des
Schwäbischen Albvereins erbaute
Kerner-Turm auf dem Kirgel
erinnert daran.
Fernab der großen Verkehrslinien erhielt Gaildorf als eine der letzten
Oberamtsstädte erst 1843 ein Postamt und damit Anschluß an regelmäßige
Postkurse. Die erste Kaltwasser-Heilanstalt Württembergs, 1839 in Gaildorf
gegründet, scheiterte ebenso wie eine chemische Fabrik in Ottendorf. Auch der
Anschluß an die Eisenbahn 1879/80 brachte keine wirtschaftliche Entwicklung.
Diese setzte erst in den 30iger Jahren des 20. Jahrhunderts auf bescheidenem
Niveau ein.
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Das Limpurger Land ist ein einstmals kleines Herrschaftsgebiet, dessen
Schönheiten bis heute neben der Landschaft mit den vielen Ortschaften die
Schlösser, Kirchen und Denkmale sind, für deren Erhaltung noch viel
aufzuwenden ist und in deren Geschichte es noch viel zu erforschen
gibt.
Weitere Informationen zur Geschichte der Schenken von Limpurg finden Sie auf
den
Seiten der Stadt Gaildorf.
Allgemeine (touristische) Informationen
zum Limpurger Land
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Historischer Rundgang durch Gaildorf
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März 2001, Hans König/
Johannes Burkhardt,
Letzte Änderung am 15. Januar 2005
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© Schwäbischer Albverein Stuttgart, 2011, Ust-IdNr.:
01/DE147849529 Impressum
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