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Historischer Rundgang durch Gaildorf

Der Wanderer, der vom Gaildorfer Hausberg, dem Kirgel, oder über die Limpurger Berge von Winzenweiler kommend seinen Blick ins Kochertal schweifen läßt, erkennt im Tal das 1404 zur Stadt erhobene Gaildorf. Von Bröckingen im Süden bis Ottendorf im Norden erstrecken sich im Tal und auf den angrenzenden Höhen die 27 Wohnplätze der Stadt. Ein kurzer Rundgang führt vom Marktplatz aus zu einigen markanten Punkten.

Gaildorf, Südseite Marktplatz Das Alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert prägt die Südseite des Marktplatzes. Einst im Besitz herrschaftlicher Beamtenfamilien, diente es von 1813 bis 1967 als Rathaus. Die Gebäude westlich des Markplatzes entstanden nach dem verheerenden Stadtbrand von 1868. In der nach Süden führenden Kanzleistraße sind die Gebäude des ehemaligen Oberamtes erhalten.


Gaildorf, Altes Schloß Im Norden des Markplatzes das Alte Schloß, einst Stammsitz der Schenken von Limpurg. Es befindet sich heute im Eigentum der Stadt und entwickelt sich zum kulturellen Mittelpunkt. Auf dem Weg in den Renaissance-Innenhof weist eine Tafel zwischen den beiden Tortürmen darauf hin, daß der Bau des Schlosses in seinen Hauptteilen 1482 vollendet wurde.


Gaildorf, Stadtkirche Die Ev. Stadtkirche, 1417 als Marienkirche erbaut, wurde 1521 vom Gmünder Baumeister Hans Taler im spätgotischen Stil umgebaut und erweitert. Von der ursprünglichen Kirche sind nach dem Stadtbrand von 1868 und der Zerstörung 1945 nur noch die Umfassungswände und die restaurierten Grabdenkmäler der Schenken im Chor erhalten. Die katholische Kirchengemeinde ist erst 1894 mit dem Bau einer Kapelle in der Bahnhofstraße entstanden.


Gaildorf, Brandenburger Törle Zwischen der Stadtkirche und dem Kocher befand sich das 1778 erbaute Schloß der Grafen von Pückler, wie die Kirche 1868 und erneut 1945 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Westlich der Kirche ist lediglich noch der ehemalige Marstall, das heutige Graf-Gottfried-Haus, erhalten. Vorbei an diesem durch die Kirchgasse, der früheren Badgasse, gehen wir durch eine kleine Pforte in der ehemaligen, hier noch erhaltenen Stadtmauer, das sogenannte "Brandenburger Tor" über den Kochersteg und dann in östlicher Richtung vorbei am Sport- und Hallengelände zur Kocherbrücke zurück.


Gaildorf, Neues Schloß Geht man von dort ca. 50 m links entlang der Straße nach Crailsheim, kann man noch einen Blick in den Schloßpark werfen. In der ehemaligen Villa der Grafen von Waldeck, dem späteren Graf Bentinckschen Sommerschloß, wurde 1967 das Rathaus eingerichtet. Auf dem Parkgelände ist das große Schulzentrum mit den weiterführenden Schulen für das Limpurger Land entstanden. Von 1770 bis 1896 wurde hier ein Alaun- und Vitriolbergwerk betrieben.


Gaildorf, Frasch-Mausoleum Empfehlenswert auch ein kleiner Abstecher zum Friedhof, den wir vom Rathaus aus über die Eutendorfer Straße und den Kapellenweg erreichen. Das Mausoleum wurde vom 1914 gestorbenen Hermann Frasch gestiftet, der als "Schwefelkönig" in die Geschichte Amerikas einging. Die Friedhofstraße querend und über einen Fußweg steil abwärts gelangen wir über das Hallengelände zurück zur Kocherbrücke. Vorbei am 1920 stilvoll erbauten Fachwerkhaus der Fürst Bentheimschen Verwaltung geht es von dort zum Ausgangspunkt.

Weitere Informationen zu den Sehenswürdigkeiten Gaildorfs und zur Geschichte der Stadt finden Sie auf den Seiten der Stadt Gaildorf.
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März 2001, Hans König/ Johannes Burkhardt,
Letzte Änderung am 15. Januar 2005

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