Rückblick
26.07.2009
 
 
 
 
 
 
 
 
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Die fünfte Gemeinschaftswanderung des Stuttgarter und Esslinger Gaus
am 26. Juli 2009
 

Es wäre nicht sinnvoll, dauernd in Stadtbahnen oder S-Bahnen, auf Rolltreppen oder in Aufzügen herumzufahren, um etwas zu erleben, dachten sich dieses Mal insgesamt 171 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den beiden Nachbargauen Stuttgart und Esslingen. Ein Drittel mehr als 2007 im Remstal bei Lorch und Waldhausen.

Aber das Anfahren zu den vier Ausgangspunkten ES-Wäldenbronn, Baltmannsweiler, Haltepunkt Stetten-Beinstein und Endersbach hat sich besten Wetterkonditionen für alle ausgezahlt. Mir scheint es, als hätten manchen in den Jahren des Wanderns und des Herumfahrens nebenbei zu wenig Heimatkunde betrieben oder vermittelt bekommen. Doch meine drei Wanderführerkollegen und ich haben schnell gemerkt, dass die Wanderfreunde aus dem Viereck zwischen Waldenbuch, Gerlingen, Aichwald und Wernau starkes Interesse an der Umgebung des westlichen Schurwaldes und unteren Remstals haben und die Wirtschaftskrise nicht mehr alles überrollt.

Wenn einer meint, wir seien eine Bananenrepublik, dann in Punkto Rucksackbefüllung und Kuchenarragements. So Gelb wie die Muschel im Jakobswegzeichen oder das T-Shirt meinerseits trugen wir immer wieder historische Besonderheiten oder allgemeine zur Umgebung passende Besonderheiten vor. Von der Banditenzeit der Bauernkriege bis zu dem neuen Kreisverkehr im für alle gleichen Zielort Schanbach, den uns Hildegard Belge, Vertrauensfrau von Aichwald, im vergangenen Jahr schmackhaft machte. Grußworte vom Weinstädter Oberbürgermeister, die Vorstellungen der biblischen Wunder eines mittelalterlichen Pilgerwegs oder die Geldanlagen Barbarossas auf dem Kaisersträßle sich ausdenkend: Kaum war ein kleiner Anstieg geschafft, schwimmen die Gefühle in Richtung Durst.

Beim Herumhören fiel mir auf, dass sich die Landschaft in jedem Kopf anders spiegelt, wenn sich über zwanzig Ortsgruppen treffen, manche davon mit mehr als zehn Teilnehmer(inne)n und die Wege nicht mehr allein ihnen gehören. Manche freuen sich an den gesund aussehenden Trauben, die anderen an der Ausstrahlung der Fachwerkkunst, andere sind erleichtert, wenn es rasend schnell durch den Festpark auf einem Weingut hinab ins Tal geht. Kaffee ?

Es ist Mittag, um mich herum raschelt Papier, und ich kenne dieses Geräusch: Es ist der Soundtrack der Pause, die nahe der Alten Kelter auf einem Wiesengrundstück mit Stämmen, Bank und im Schatten einer Hütte sich abspielte. Vierzig Minuten wie im Kamphus einer Universität.

In den Zeiten zwischen 12.30 Uhr und 14.10 Uhr trafen die Gruppen auf dem Sommerfest des Liederkranzes Schanbachs und dessen Wiesengrundstück am Ortsrand ein. Es gibt vielseitiges Essen, dicke auch schlanke Kuchen, Wanderfreunde, die dicke Rote essen, andere, die die letzten Teile aus dem Wanderbeutel zogen.

Besten Dank an Bernd Wiedmann, dem ersten Vorsitzenden und seinem Team, das immer aufmerksam war. Da konnte ich in meinem Herumgeherjob auch keinen eindeutigen Trend zu anderen Festen dieser Art feststellen.

Ab Nachmittag 15.00 Uhr und am Abend fahren die letzten Wanderfreunde mit dem Bus zum Bahnhof Esslingen, zum Hauptbahnhof um dann wieder für sich mit der Stadtbahn nach Heslach, Gerlingen oder Heumaden zu gelangen. Auf den Strecken blieb nichts liegen:

Seh´ ich weg von dem Fleck, ist der Überzieher weg.

Ich schätze, Kollege Gauwanderwart Müller vom Stuttgarter Gau denkt schon ans kommende Jahr, wenn es am Himmelfahrtstag zur sechsten Auflage des gemeinschaftlichen Wandertags mit Zielort Echterdingen kommen wird ?

Wir Wanderführer meinen, ein Jahr ohne diese nicht alltägliche Form des Wandererlebnisses nicht vorstellen zu können. Müsste ich in Gummischuhen herumwandern, verlöre ich das Gefühl für den Grund.

Raschelndes Papier, Bestätigungsurkunden für die Ortsgruppen an der Teilnahme dieser Unternehmungen oder das Drücken leerer Flaschen erzählen, wenn der Rucksack wieder zu Hause platziert ist, dass die Tour erfolgreich verlief. Und die Liederkranzhelfer haben sich zu erzählen, wer wann was ausgefressen hat und wem wir die letzten Portionen überreichen. Damit sind die Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins durch die Wahl des Zielortes harmonisch mit dem Männergesangsverein bereits zum zweiten Mal, nach 2006, zum Abschluss des Gemeinschaftswandertages verschlungen gewesen . „Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede.“

Das sollten Sie, solltet ihr wissen, wenn mal wieder eine Wandertour auf den Schurwald ansteht.

Jürgen Gruß (Gaukulturwart)

 

Gruppe Wäldenbronn:        9 Personen
Gruppe Baltmannsweiler  69 Personen
Gruppe Endersbach          65 Personen
und
Gruppe Stetten                28 Personen  =  171 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

 


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