|
erstellt Ende März 2009
1.Teil Berichte aus den Ortsgruppen
Die Pflege von
Grundstücken, z.B. am Scharnhauser Vulkan sind seitens einiger
Ortsgruppen aufgegeben und die Grundstücke an die Gemeinde / Stadt
zurückgegeben worden.
Mitarbeiter/innen in Landratsamt und Kommunalverwaltungen sind erste
Ansprechpartner/innen für Naturschutzwarte. Jede Bürgerin und jeder
Bürger hat eine eigene Persönlichkeit, will individuell behandelt
und beraten werden. Manche kommen aber mit ihren Anliegen nicht
durch. Die Erfahrungen mit den Flächenverletzungen in punkto
Naturschutz und die Berichterstattung gegenüber der unteren
Naturschutzbehörde sind teilweise entmutigend.
Das
Pflegekonzept (Baumschutzverordnung) in Reichenbach/Fils bereitet
den dortigen Umgang mit der Natur für den Naturschutzwart Kopf
zerbrechen. Maßvorgaben sind dazu bestimmt, den Baumbestand in
geringer strukturierte Bahnen zu führen. Markungsputzeten fanden in
2008 in sieben Orten unseres Gaugebietes statt, werden von
Mitglieder unserer Ortsgruppen aber auch an Stellen außerhalb der
Gaugrenzen vorgenommen.
2.Teil Ausscheidende verdiente Mitarbeiter aus den Ortsgruppen
Nach 37 Jahren
übergab Erwin Aichele seine Naturschutzwartekelle an Jürgen Faller.
In der Ortsgruppe Ruit ist Gottfried Staffa neugewählter
Naturschutzwart. Er löste Willi Breiter nach 23 Jahren ab. In der
Ortsgruppe Denkendorf sind die Strukturen nach der Verabschiedung von Monika Schäfer und
Harald Schäfer in ihren Ämtern als Naturschutzwart bzw.
stellvertretender Naturschutzwart neu zu pflanzen. Ich bitte alle
Ortsgruppenmitglieder herzlichst, sich nach geeigneten Nachfolgern
umzusehen.
Wir danken den nun ausgeschiedenen Naturschutzwarten für ihr
herausragendes Engagement beim Schwäbischen Albverein.
Alle hier aufgeführten Personen haben uns für mindestens 120 Stunden im Jahr
ehrenamtlich unterstützt. Sie haben zum Abschluss ein Präsent und
eine Dankes- und Erinnerungsurkunde erhalten.
3.Teil „Leidende Naturschutzwarte“
Der Schwäbische Albverein widmet sich nicht nur dem Wandern, sondern
auch der regionalen Kultur mit all ihrem Reichtum und dem
Naturschutz und der Naturgestaltung. Im Moment, so kam es auch in
den Beiträgen zum Vorscheinen, sind in einigen Fällen der Elan und
die Motivation, oft bedingt durch die Erlebnisse im Kreis der
Ortsgruppe, schwierig zu fördern.
Unsere Gesellschaft und speziell die Wanderverbände leben ganz wesentlich
vom vielfältigen Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter Dabei wird langfristiges ehrenamtliches Engagement
schwieriger. Die gerade von aktiven Menschen verlangte Flexibilität
hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsort sind Mitursachen.
Gleichzeitig wird die Gesellschaft immer komplexer. Das heißt, die /
der Einzelne braucht Zeit, um komplexe Zusammenhänge innerhalb des
Gemeinwesens zu verstehen, um richtige Entscheidungen treffen zu
können und fühlt sich überlastet. Meine Mitkämpfer sind etwas matt,
aber nicht geschlagen.
Langfristiges Engagement ist auch eine wichtige Voraussetzung für die
Qualitätssicherung in der Vereinsarbeit und wird von daher nicht
überflüssig, sondern eher wichtiger. Das abnehmende Interesse der
Mitglieder an Natur und Landschaft, Sofa und Vereinsraum sind der an
der Sitzung beteiligten wichtiger und mangelnde Vorschläge zur
Projektarbeit sind der falsche Weg.
Wir meinen momentan sind nur etwa 5 % der Mitglieder naturinteressiert. Die negativen Folgen tragen nicht nur die Verbände, sondern die gesamte
Landschaft, Heimat, Gesellschaft. Deshalb ist es notwendig, dass
(Vereins-)Politik gerade langfristiges ehrenamtliches Engagement
fördert und die Wanderfreundinnen und –freunde aufbaut bis hin zu
Einträgen in Personalakten oder Rentenbescheinigungen.
4. Teil Biotoppflege am Beispiel „Wernauer Lehmgrube“
Wernau ist umgeben von landschaftlichen Reizen.1981 erklärte das Land die
32 Hektar große Neckartallandschaft „Wernauer Baggerseen“ vom Land
zum Naturschutzgebiet und erweiterte es in den Folgejahren auf 45
Hektar. Kleiner, aber nicht weniger wertvoll, ist das zweite
Ökoparadies, das Naturschutzgebiet „Wernauer Lehmgrube“. Das 5,5
Hektar große Biotop liegt oberhalb des Wohngebiets „Ziegelei. Es
wird regelmäßig von der Ortsgruppe gepflegt und betreut. Beim
Umrunden informierte uns das aus fünf Pflegern bestehenden Kernteam
der Ortsgruppe Wernau über die ökologische Wichtigkeit und die Aktivitäten. Wir bitten mit
Hilfe der Stadt, dass dort eine Tafel mit einer alten Ansicht der
Lehmgrube und dem Vermerk „ Betreut vom Schwäbischen Albverein“
aufgestellt würde.
Daneben befindet sich ein
Bannwaldgebiet, dessen Zustand in seiner jetzigen Form erhalten
bleibt. Ein Waldlehrpfad , den die Stadt bietet ist wie ein
ökologischer Leitfaden. Doch dessen Ist-Zustand ist nach einer
Stellungnahme der Ortsgruppe gegenüber der Stadt faulig.
Weitere Pflegemaßnahmen werden u.a.
in regelmäßigen Abständen in Baltmannsweiler, Neuhausen/Filder und
Wolfschlugen durchgeführt.
5. Teil Kulturlandschaft verstehen
Das ZweiJahresthema „Kulturlandschaft – gestern – heute – morgen"
Landschaft ist kein unberührter
starrer Naturzustand. Die Landschaft des Esslinger Gaus in ihrer
heutigen Form ist das Resultat der Nutzung des Landes seit der
Erstbesiedlung vor rund 10.000 Jahren. Hauptursache für die Rodung
ganzer Landstriche war der drastische Bevölkerungsanstieg. Jeder
freie Mann hatte in dieser Zeit das Recht, ein Stück Wildnis zu
roden und zu bewirtschaften. Die im Mittelalter entstandenen
Siedlungen prägen die Kulturlandschaft des Neckarraumes bis heute. Im
Mittelalter kam es infolge der Einführung der Dreifelderwirtschaft
zur Produktionserweiterung. Nach der Entstehung der geordneten
industriellen Arbeitswelt seit etwa 1860, kamen Landschaftsliebe und
Erholung ins Blickfeld. Auch das Prinzip der Nachhaltigkeit, dass
man nur soviel Holz entnimmt wie nachwächst.
Durch die kleinstrukturierte
Landwirtschaft bis etwa Mitte der 1950er entstanden artenreiche
Biotope. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft ab dieser Zeit
gingen zahlreiche Landschaftselemente verloren bzw. sind diese nur
noch in Relikten vorhanden, so z.B. Feuchtgebiete, Heckenstrukturen
und Streuobstwiesen. Unser Anliegen ist es, diese vielfältigen
Strukturen zu dokumentieren, erhalten bzw. wiederherzustellen und
dabei gleichzeitig die Belange der modernen Landwirtschaft zu
berücksichtigen - oftmals kein leichtes Unterfangen. Ideen sammeln
und Fotovergleiche, darum bitte ich Euch einmal sich zu kümmern, sie
zu sichten, sichern, verbreiten helfen. Wer hat Vorschläge, bereits
zusammengestellte Vorlagen ?
6. Teil
Bewussts(t)eine setzen !
Hauptnaturschutzwart (Süd) Wolfgang Herter legte mir eine Fährte.
Bewusstsein für unsere Natur und
Heimat verstehen - ist verstehen zu lernen, wie alle
Lebensraumentwicklungen und -situationen zusammenhängen. Jeder Weg,
jeder Geh-danke, jeder Baum löst in uns Verbindungen aus. Hier alte
und dort neue Energieformen .Nichts geht verloren! Auch wenn es
nicht mehr gesehen wird. Zum Jahresmotto passend schlag ich vor,
Bewusststeine in Nähe von Biotopen oder Vereinsräumen zu setzen,
sie so zu titulieren. Die einen beim Eintritt daran erinnern, seine
Natur und Heimat zu verstehen lernen, ohne Wertung, ohne Urteil. Er
soll erkennen helfen - warum unsere Natur und meine Umgebung so ist
sie ist. Wie kann ich sie ändern? Wie kann ich sie gestalten ? Wie
kann ich sie erhalten? Mein inneres Bild, dem äußeren Bild, dem
erlebten Bild, mehr und mehr an zu nähern. Wir sollten lernen, dass
all unser Tun, unser Denken, was wir aussprechen, all unsere
erlebten Emotionen und die wir durchleben, letztendlich eine
Konsequenz haben. Nicht nur für uns selbst, unser Lebensumfeld,
sondern für jeden Menschen, der auf der Erde lebt. Wir haben uns
getrennt von uns selbst. Wir leben nur äußerlich und diese
Außenwelt, diese Welt des Denkens, übergeht die Welt in uns selbst
und das Erkennen der Welt um uns herum. Das Resultat dieser Trennung
sind die Krankheitssymptome der Kulturlandschaft von gestern, die
heute noch rettbar wären, morgen aber unheilbar sind. Unendliche Diagnosen und Gespräche folgen.
Auch zahlreiche Wanderfreundinnen
und Wanderfreunde geben ihre Verantwortung, ihre Entscheidung ab.
Sie lassen praktisch alles mit sich geschehen! Ich stelle die Frage,
wieso nennt man eine Heilstätte Krankenhaus? Was passiert, wenn ich
in ein „krankes“ Haus gehe? Ist das wirklich so sinnvoll? Wieso kann
man es nicht “Gesundes-Haus“ nennen? Haus der Kraft! Haus der
Freude! Ich wünsche meinen und allen anderen Albvereinlern, dass
dieser Funke der Liebe zu Natur und Heimat sich wieder entzündet.
Jeder von uns hat die Saatkörner, jeder von uns ist ein Gärtner des
Lebens, doch jeder will nur noch Ernten die Frucht haben bevor er
sät. Es liegt nicht an den anderen, an den Bösen. Es liegt an dir
und an mir. Setzt Bewusststeine, entweder verbal oder körperlich.
Selbst wieder zum Partner von Natur und Heimat werden.
Friedrich Hebbel formulierte es vor
150 Jahren bereits so :“Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein
Talent, zur Mitfreude nur wenigen.“
7. Teil Infoblätter für Naturschutzmitarbeiter
Im Sommer 2008 startete ich in hoffentlich aller Interesse eine
Serie von Infoblättern für Naturschutzwarte im Esslinger Gau, zu
aktuellen und naturschützenden Themen, wie Tanken aus Pflanzen,
Pflanzen des Jahres, Kahlschlag für den Wald oder
Landschaftsparke . Ab nun werden in unregelmäßigen Abständen
Merkblätter zu aktuellen Themen erscheinen, die ich
vervielfältigt weitergebe oder bestellt werden können Ein
wichtiger Beitrag zum Mitreden und zur Fortbildung.
8.Teil Veranstaltungen / Auffälliges
Sollte gewünscht werden, dass wir
als Naturschutzwarte mal die Gemeinde Wiernsheim
besuchen , bitte ich um Rückmeldung bis Ende April 2009. Am besten
schriftlich. Bis jetzt liegt ein Antrag vor. Die Gemeinde Wiernsheim ist
Deutscher Meister in Sachen Energie! Die "Plattengemeinde" hat im
Vergleich zu anderen mit Gold dekorierten Kommunen die höchste
Punktezahl erreicht. Bewertet wurden die Bereiche Energieeinsparung,
effiziente Nutzung und Steigerung des Einsatzes regenerativer
Energien.
Sofern wir einen Besuch planen möchten, setze ich mich mit dem Vorzimmer des
Bürgermeisters in Verbindung Früher Bahnhof, heute Naturschutzzentrum Im Zuge der Rationalisierung schloss die Deutsche
Bundesbahn im September 1985 den Bahnhof Eriskirch am Bodensee und
richtete dabei ersatzweise eine unbesetzte Zughaltestelle ein. Im
Bahnhofsgebäude befindet sich seit dem 29.09.1994 ein
Naturschutzzentrum, das von der Gemeinde Eriskirch, dem
Bodenseekreis und dem Land Baden- Württemberg getragen wird. Am
Samstag, den 5. September 2009 führt der diesjährige Ausflug für Naturschutzwarte
dorthin. Ich bitte um Rückmeldung bis etwa 25. August 2009.Pflegeaktionen
Aktion Irrenberg
| 25.07.09 ab 8.00 Uhr |
Aktion Irrenberg
Pflegeaktion im SHB-SAV-Naturschutzgebiet
bei Balingen Streichen |
Aktion Schafbuckel
| 10.10.09 ab 8.40 Uhr |
Aktion Schafbuckel Pflegeaktion im SAV-Naturschutzgebiet
am Randecker Maar |
Und schaut mal in die
Veranstaltungen des Hauptvereins „Lehrgänge, Seminare und
Naturerlebnisexkursionen – NW 1 und NW 6
9. Teil Allgemeines
Hinweis auf den Naturschutztag
in Ludwigsburg. In diesem Jahr veranstaltet der Schwäbische
Albverein zum 9. mal für alle interessierte Mitarbeiter des
Schwäbischen Albvereins, aber auch für die Öffentlichkeit einen
Naturschutztag. Dieser wird am 14. November 2009
in der Musikhalle Ludwigsburg stattfinden. Die Musikhalle hat sich, wie uns von
vielen Seiten bestätigt wurde, bestens geeignet und liegt sehr
günstig, direkt gegenüber dem Bahnhof. Bei dieser Veranstaltung wird
unser Jahresmotto ein zentrales Thema sein.
Der Winter 2008/2009. Eigentlich ist der Winter ganz vorbei. Astronomisch
beginnt dieser bei uns mit der Wintersonnenwende am 21. oder
22. Dezember und endet zur Frühlings-Tagundnachtgleiche am 20. März.
Für Meteorologen und Klimatologen stellen jedoch nur die Monate
Dezember bis Februar die Wintermonate dar. Nach zwei ungewöhnlich
milden und schneearmen Wintern 2006/2007 und 2007/08
zeigte sich dieser Winter deutlich kälter und vor allem in den
Mittelgebirgen und Alpen schneereich.
Gleichzeitig zeigte sich die
Sonne im Süden und Südwesten häufiger als in durchschnittlichen
Wintern. Daraus zu schließen, dass die Auswirkungen
des Klimawandels auf Mensch, Wirtschaft und Umwelt nicht mehr
bestünden ist falsch, da dafür Beobachtungen von mindestens 30
Jahren zu Rate gezogen werden. Maßnahmen zum Klimaschutz gilt es
weiter zu beachten.
“Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen.“
Jean-Jacques Rousseau, 1712 – 1778.
Zur "Flusslandschaft der Jahre
2008 / 2009" kürten der Deutsche Anglerverband und die
Naturfreunde Deutschlands das 55 km lange Flüsschen Nette. Auf ihrem
Weg aus dem Vulkangebiet der Eifel bis zur Mündung in den Rhein bei
Weißenthurm überwindet der Fluss einen Höhenunterschied von 461 Metern.
10 .Teil Fakten
Im Esslinger Gau gibt es 15 Naturschutzwarte und 1 Stellvertreterin.
161 Hektar Fläche umfasst
das zu pflegende Gebiet.
Jürgen Gruß / seit 2005 Gaunaturschutzwart
zurück zur Übersicht Naturschutz
|