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04. September 2011
Die Fortbildungswanderung der Naturschutzwarte im Esslinger Gau 2011
(JGS) Kaum geht der Sommer, wird
es Zeit für die alljährliche Exkursion mit den Naturschutzwarten im
Esslinger Gau des Schwäbischen Albvereins. Die Stationen sind seit
nun sechs Jahren stets eines unseres Naturschutzzentren im Land. Die
Auswahl und Führung mach ich selber, den Luxus leiste ich mir.
Dieser Luxus ist allerdings überschaubar, denn die Möglichkeiten,
die vor Ort geboten werden sind oft so mannigfach, dass auch für die Teilnehmer(innen) immer genug zu tun ist: 13 Interessierte und zwei
Kinder aus dem angesprochenen Kreis durften kleine Filmbeiträge im
Zentrum am Kaltenbronn, wo wir diesmal waren, heraussuchen,
Hochmoorpflanzen sichten, Listen anlegen, Geschichtsauszüge
durchforsten. Eine Arbeit, die informativ war, sich auszahlt –
meistens bestätigt sich das Wissen oder es wird aufgefrischt.
Als Dank für die geleisteten Stunden und als Weiterbildung zum einen,
aber auch als Möglichkeit eine naturnahe Wanderung mit einfachen
Mitteln für das kommenden Wanderjahr in den Plan zu bekommen,
bekommen die Teilnehmer(innen) eine Eintritts- und
Fahrgeld-Erstattung – natürlich mit dem ÖPNV, über das mit
Gauvorstand Uli Hempel abgestimmte Budget.
Diese Art von Glück gibt es einmal im
Jahr, den Frust beim Blick auf so manche Fehlplanung oder –entscheidung
jeden Monat. Nach einer Stunde im Infozentrum starteten wir zur
Höhenwanderung über 12 km zum Bad Wildbader Sommerberg. Die Kluft
zwischen Naturpark und des geplanten Nationalpark ist für die
Bewohner und Naturinteressierten so groß, dass es schmerzt. So
empfinde ich nicht allein. Alle meine Wanderfreunde stöhnen über
ihre wahre Meinungsbildung dazu. Die Bewohner sehen den Nationalpark
eher als eine Art "kalte Progression" über die Natur. Landwirten und
Tourismusbeauftragten läuft es kalt den Rücken runter. Wir etwas
weiter entfernt davon Wohnenden steht eher die Befürwortung auf den
Gesichtern. Das Wildseemoor soll ein Teil des 100 km² großen
Nationalparks werden. Überleben seit 10 000 Jahren - das Leben im
Hochmoor.
Extremes Klima und Entbehrungen machen den Lebensraum Hochmoor so
einzigartig. Tiere und Pflanzen benötigen spezielle Anpassungen um
überleben zu können. Immer mehr Moorkiefern bedecken auch inzwischen
die einzigartige Landschaft in 850 m Meereshöhe. Schaute das
Seefräulein nicht doch irgendwo zu uns herüber?
Die Grünhütte mit ihren Heidelbeervariationen war unsere Vesperstation.
In Umfragen gibt die Mehrheit zu hier zum ersten Mal gewesen zu
sein. Die Wartezeit als Selbst-Sich-Bediener klang bei mancher(m)
fast wie ein Ökologe hoch zwei - dabei hat keiner Philosophie
studiert: „Diese Landschaft hat so vieles, besonders auch die Spuren
vom Orkan Lothar sind beeindruckend. Tote Bäume sterben aufrecht.
Sie stehen nicht so schlecht da. Sicher ist es nicht nur der
raffinierte Charakter à la Mammutbäumen.“
Geringen Geländebewegungen folgend kamen wir zum Waldwiesenplatz 5 Bäume.
Kurz mal in den Liegestuhl zu liegen statt sich meinem „Zehn-Bäume-Spiel“
zu widmen fanden die meisten ganz okay.
Die Reichen stopfen die
Schuldenlöcher in den öffentlichen Haushalten, was für eine hübsche
Vorstellung. Doch Wirklichkeit sahen wir ganz anders. Das Waldhaus
auf dem Sommerberg ist platt gemacht, weil neue Investoren eine
modernere Anlage errichten – was keine Zuversicht vermittelt. Dann
für die ehrenamtliche Jahresabrechnung lieber Rechnungen
heraussuchen, Belege sichten, Listen anlegen oder
Kontoauszüge durchforsten.
Wir stehen auf „Mehrweg“: Im kommenden Jahr soll das Zentrum Bad
Wurzach besucht werden
Jürgen Gruß
Gaunaturschutzwart
Esslinger Gau
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