Heimat und 
Brauchtum
Begrüßung
Kulturwarte
Mensch der Woche
Wochenblatt 16.4.09
(pdf, ca. 430 kByte)
 
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Kulturwartetreffen
Februar 2005
 
 
 
 
 
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Esslinger Gau

Wein, Kultur und Natur - Landesfest des Schwäbischen Albvereins 2007
 
An
die Kulturwarte
des Esslinger Gaues

OSTFILDERN; den 23.01.2008

Grüß Euch, Wanderfreundinnen und Wanderfreunde in der Kultur- und Heimatarbeit,
werden Albvereinler gefragt, was sie unter Heimat verstehen, geben sie ganz unterschiedliche Antworten. Die einen nennen das Land, die anderen die Stadt oder das Dorf, die Sprache auch und die Kultur. Menschen, mit denen man zusammen lebt, die einen kennen und mögen, machen für viele aus, was sie unter Heimat verstehen. Wie man das auch deuten und erklären mag, keiner kann daran vorbei, dass er Heimat braucht. Irgendwo und irgendwie muss er das Gefühl der Geborgenheit haben. Er will sich auskennen und zurechtfinden. Wenn er das nicht hat, fühlt er sich einsam, verlassen und fremd. Auf die Dauer ist es schwer, ein Fremder zu sein. Das Schicksal der Vertriebenen bleibt eine schwere Last, unter der unzählige Menschen gelitten haben und weiterhin leiden.
Dass der Mensch ein Recht auf Heimat hat, kommt wohl erst langsam ins allgemeine Bewusstsein.

Ohne den Himmel verlieren wir die Weite, die wir brauchen, um leben zu können. Wir tragen in uns das Verlangen nach Unendlichkeit und Ewigkeit. Und in der Tiefe unserer Seele wissen wir, dass uns dies die Erde nicht geben kann. Auf der Erde haben wir keine letzte Heimat. Auch das gehört meiner Meinung nach, einmal zum Thema "Klimawandel und Zerstörung".
Auf Dauer lässt sich das Verlangen des Menschen nach Ewigkeit und Unendlichkeit nicht verdrängen. Zu gründlich und tief sind sie in uns angelegt worden. Wer sie uns nehmen will, amputiert die Menschen und macht sie zu einem Wesen, das um seine innersten Möglichkeiten gebracht wird, oder ? Der Albvereinler braucht den aufrechten Gang und den Himmel über seinem Kopf, passt doch ? Interessenhalber und ehrenamtseingebettet bin ich ziemlich oft auf Reisen. Und manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich, kaum an einem Ort angekommen, schon an einen anderen denke. In Ulm fällt mir in einer Recherchepause ein, wie schön es jetzt wäre, im Südschwarzwald auf einem Rundweg am Titisee zu wandern. Die Hektik des Stuttgarter  Hauptbahnhofes weckt in mir die Sehnsucht nach der Stille in den Wäldern am Kaltenbronn. Heimweh kenne ich eigentlich nicht mehr. Aber das Fernweh meldet sich immer wieder.
Wo sind wir zu Hause ? Wo ist  unsere Heimat? Ist  unsere Heimat da, wo mein Personalausweis ausgestellt wurde? Oder wo meine nächsten Verwandten leben? Das alles ist unwesentlich. Schließlich kann ich mich mit meinen Angehörigen grundsätzlich überall treffen. Was also ist Heimat?

Für mich gilt: Ich bin an vielen Orten zu Hause - und doch nirgends ganz. Heimat ist da, wo ich gelernt habe, Menschen zu vertrauen, wo Menschen auf mich warten, wo ich die Sprache gelernt habe. Heimat hat also für mich etwas mit der Intensität von Beziehungen zu tun. Heimat Albverein. Woher aber kommt dieses heimliche Fernweh, das sich immer wieder mal einschleicht? Vielleicht hat der Schriftsteller Heinrich Böll den Punkt getroffen. Er schreibt: "Ich kann mir keinen Menschen vorstellen, der sich nicht - jedenfalls zeitweise, stundenweise, tageweise oder auch nur augenblickeweise - klar darüber wird, dass er nicht ganz auf diese Erde gehört."

Wohin wir auch immer reisen, wen immer wir dabei treffen - irgendwann stellen wir fest, dass irgendetwas fehlt, dass wir noch nicht angekommen sind. Vielleicht behaupten deshalb manche: "Der Weg ist das Ziel." Welchen Spruch stellen wir über das Tun. Nennt mir mal Eure Erfahrungen und Meinungen.
Viele verbinden mit meinem Rundbrief eine sehr persönliche Sicht der Dinge. Und so ist es auch mit dem Bericht / Jahresbericht über die Kulturarbeit in Eurer Ortsgruppe. Wie im Naturschutz bräuchte ich für die Einschätzung unserer Kulturarbeit im Vergleich zu anderen. Die Kulturwarte wissen Bescheid,  Vertrauensleute können sicher auch Auskunft geben. Bitte bis 22. Februar an mich übermitteln, wie es die Ortsgruppe Oberesslingen bereits tat. Besten Dank Siegfried.

Ich stelle es frei mir einmal mitzuteilen, ob wir bis Ostern 2008 ein Kulturwartetreffen einberufen sollen ?  Selbst Interessierte, die in der Vollkraft ihres Albvereinswirkens sonst der Kultur und Brauchtumsarbeit keinen oder nur einen geringen Platz einräumen, können damit einen Weg zum Thema finden. Daher bitte bis 22.02. abstimmen.
Ob ich im November 2008 einen Ausflug für die Kulturwarte mache, lasse ich erst einmal offen, da in der Vergangenheit keine große Resonanz war und von einer anderen Entscheidung tangiert ist.
Die Zusammenfassung meiner Tätigkeit im Heimat- und Brauchtumssektor soll ja bei der Gauversammlung verkündet werden. Die Erklärung, den möchte ich nicht dem Zufall überlassen, auch wenn dieser immer genannt ist und damit gründlich überfordert ist Wer kann oder möchte, da ich anderweitig im Einsatz bin, meinen Bericht am 20. April 2008 in Wolfschlugen präsentieren / bekannt geben ?  Auch zum Naturschutz erhielt ich noch keine Zusage. Nie aber sind Heimat und Brauchtum nur eine private Angelegenheit.

Heimat ist nicht der Talisman eigener Glücksbedürfnisse. Auch das Thema Kulturarbeit gehört zu unserem Verein und wer diese in das private Kämmerlein seines kleinen Lebens einschließen möchte, läuft in die Sackgasse einer reinen Trostreligion.
Die zentralen Worte dieses Briefes sind gefunden: Die Zeit ist erfüllt. Die eigene Antwort solltet Ihr nicht aufschieben bis irgendwann. Der Gaurundwanderweg ist dank der Mitarbeit in den Ortsgruppen Plochingen, Altbach / Zell und Oberesslingen auch sehr gut entwickelt. Die Projekte für die jeweiligen Ortsgruppen sind angeleiert.
Bitte beachtet, wegen meiner vielseitigen Einsätze oder eigenen Fitness halber bin ich seltenst telefonisch erreichbar. Auch Fax- oder E- Mailanfragen werden stets beantwortet.

Mit freundlichen Wandergrüßen / Wandergüssen

Jürgen Gruß
Fachwart für Heimatkunde und Brauchtum im Gau Esslingen

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