An
die Freunde und Interessierten
des Esslinger Gaues |
OSTFILDERN; den 27. April 2009 |
Mein Messeeindruck für den Esslinger Gau im Schwäbischen Albverein
e.V.
(JGS)
Die Nachfolgemesse von Salach „Abenteuer Region“ am Wochenende in
der Alten Kelter von Fellbach war nach Rücksprache mit neun
Anbietern am Sonntagabend nur teilweise ein Erfolg. Die Resonanz mit
rund 500 geladenen Gästen am Freitag, rund 900 am Samstag und gut
3.000 Besuchern am Sonntag wird als eher durchwachsen betrachtet
Im Anschluss an das Gaufest in Neuhausen fuhren Ute und Uli Hempel
und ich zur Messe um entweder beim Abbau zu helfen oder um
Erfahrungen für kommende Veranstaltungen zu gewinnen. Wenn die
Chronologie so sich fortsetzt, wäre im kommenden Jahr der Landkreis
Esslingen an der Reihe und damit auch unser Gau in Sachen Tourismus
und Aktivismus. Die drei Landkreise WN, GP und ES, die in der
Alten Kelter gemeinsam um regionale Kurzurlauber warben, traten an
die ungenutzten Potenziale im Tourismus vor der Haustür zu
aktivieren.
Bereits im vergangenen Jahr unternahm der Landkreis Göppingen mit
einer Messe in Salach, die 5.000 Menschen besuchten, einen Vorstoß.
Von den zehn angesprochenen „Ständlern“ - dies waren Schwäbischer
Albverein, Stadt Winnenden, VVS, Helfensteiner Land, Stauferland,
Limesinformationszentrum, Plochingen, Stadt Weinstadt, Golfclub
Marhördt (bei Oberrot) und der Römerpark Köngen meinten acht, die
Veranstaltung müsse früher im Jahr sei, z.B. Anfang März
(Wetterfaktor und Veranstaltungsfülle ab Ostern).
Zwei verwiesen darauf, das Samstag der Einkaufstag ist, und
blendender Sonnenschein lockte auch nicht eben in die Messehalle.
Der Schwabe schafft dann eben lieber in seinem Garten oder macht
Kehrwoch´.
"Wir sind sehr zufrieden", betonten die Mitarbeiterinnen vom
Winnendenstand, die kaum noch Restposten in der Ecke hatten. Es war
übrigens ein Zufall, dass die beiden in letzter Zeit hart
getroffenen Städte Winnenden und Wendlingen nebeneinander aufgebaut
hatten. Häfner dennoch. Drei meinten, es ist der Eintrittspreis mit
5 Euro zu hoch angesetzt, 3 Euro würde als Höchstbetrag akzeptiert.
Letztendlich zogen sieben eine kritische Miene dass auf der Messe
der drei Landkreise keinmals ihr Bürgermeister oder ein Vertreter
ihre Dienste und Engagement sich ansahen, damit können aber die
meisten leben.
Im Vorfeld hatte uns Gauobmann Ulrich Hempel auf einer
Gauvertreterversammlung zu Mitarbeiten am Messestand des
Schwäbischen Albvereins „eingeladen“ gehabt. Aus unserem Gau waren
auch Kiefers aus Baltmannsweiler aktiv dabei. Ansonsten das
fünfköpfige Team unter Leitung von Bernd Hiller und Roland „Rolli“
Luther.
Wir alle sehen auch aus ökologischer Sicht noch unheimliches
Potenzial für den Nahtourismus, der bei der jährlichen Urlaubsmesse
CMT kaum zur Geltung kommt. Der Tourismus in der Region beginnt im
Grunde vor der eigenen Haustür.
Während der Esslinger Landrat Heinz Eininger nur am Freitag anwesend
war und wie uns Uli am Sonntag mitteilte danach in Israel auf einer
Tagung geschäftlich weilte, trugen seine Kollegen Franz Weber (GP)
und Johannes Fuchs (WN) dem Wandertourismus Rechnung: Man traf sie
am Stand des Schwäbischen Albvereins. Geführte Wanderungen des
Schwäbischen Albvereins sorgten für weitere Abwechselung.
Das UNESCO Welterbe Limes wurde von zwei Ständen gleich beleuchtet.
Dazu Dampfzugfahrten und Mundart-Theater, das Freilichtmuseum des
Landkreises Esslingen in Beuren und die Schwäbische Landpartie . Ein
Rahmenprogramm mit Auftritten von Tanzgruppen, Modenschauen bot die
Firma Peter Hahn
Den unterschiedlichen Angeboten zollten die Besucher auch anders
Tribut, indem sie auf den rund 2.500 Quadratmetern die Stände meist
nicht nur als Jäger und Sammler aufsuchten, sondern zuhauf in
längeren Gesprächen sich informierten, was in den Rubriken Aktiv &
Natur, Gesundheit & Wellness, Kulinarisches und Kultur zum Ausdruck
kam. Neben dem Albverein war der Schwabenpark und der Deutschen
Alpenverein platziert. Verstreut im Verlauf der Stände waren auch
Gastronomen, Hoteliers (Badhotel Bad Überkingen), Winzer,
Sportanbieter, Bäder(Wernau) und durch die Gebietsgemeinschaften
auch Bezirke außerhalb der drei Landkreisen repräsentiert. Das
Stauferland im Raum Schwäbisch Gmünd und der Bereich um Heidenheim
waren auf der Messe vertreten mit einem Stand seiner
Touristikgemeinschaft.
Für die Städte Winnenden und Neuffen schlug ich eine Partnerschaft
auf kulturellem Weg vor, denn Gottfried von Neuffen, der Minnesänger
des Mittelalters, lebte in beiden Orten. Ihn zog es in seinen
letzten Lebensjahren auf die Bürg bei Winnenden.
Geht man davon aus, dass ein Tagesausflügler für Speisen, Getränke,
Eintritt und Sonstiges im Schnitt 30 Euro ausgibt, könnte dies
insgesamt Einnahmen in Höhe von knapp 1,5 Mio Euro an zehn
Wochenenden pro Jahr bescheren, wenn die 5.000 das machen würden.
Unter den Besuchern in der Untertürkheimer Straße 34, die ich am
späten Sonntagnachmittag traf, war auch Wanderfreund Herr Bahmüller
aus Winnenden, der Jakobwegshauptinitiator für unseren Raum. Seine
Reaktionen fielen auch gemischt aus: „Wenn schon Jakobswege dann
richtig und nicht zu viele wie im Raum Rottweil, da gibt es bald an
jeder Ecke einen und der verläuft auch entgegengesetzt weiter.
Übernachten im Nachbarkreis würde ich aber nicht.“
Na dann, Gute Nacht und gute Zeit.
Jürgen Gruß
Fachwart für Heimatkunde und Brauchtum im Gau Esslingen
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