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Esslinger Gau

Abenteuer Region
Tourismusmesse in Fellbach
am 25. und 26. April 2009
 
An
die Freunde und Interessierten
des Esslinger Gaues

OSTFILDERN; den 27. April 2009


Mein Messeeindruck für den Esslinger Gau im Schwäbischen Albverein e.V.

(JGS)

Die Nachfolgemesse von Salach „Abenteuer Region“ am Wochenende in der Alten Kelter von Fellbach war nach Rücksprache mit neun Anbietern am Sonntagabend nur teilweise ein Erfolg. Die Resonanz mit rund 500 geladenen Gästen am Freitag, rund 900 am Samstag und gut 3.000 Besuchern am Sonntag wird als eher durchwachsen betrachtet

Im Anschluss an das Gaufest in Neuhausen fuhren Ute und Uli Hempel und ich zur Messe um entweder beim Abbau zu helfen oder um Erfahrungen für kommende Veranstaltungen zu gewinnen. Wenn die Chronologie so sich fortsetzt, wäre im kommenden Jahr der Landkreis Esslingen an der Reihe und damit auch unser Gau in Sachen Tourismus und Aktivismus. Die drei Landkreise WN, GP und ES, die in der Alten Kelter gemeinsam um regionale Kurzurlauber warben, traten an die ungenutzten Potenziale im Tourismus vor der Haustür zu aktivieren.

Bereits im vergangenen Jahr unternahm der Landkreis Göppingen mit einer Messe in Salach, die 5.000 Menschen besuchten, einen Vorstoß. Von den zehn angesprochenen „Ständlern“ - dies waren Schwäbischer Albverein, Stadt Winnenden, VVS, Helfensteiner Land, Stauferland, Limesinformationszentrum, Plochingen, Stadt Weinstadt, Golfclub Marhördt (bei Oberrot) und der Römerpark Köngen meinten acht, die Veranstaltung müsse früher im Jahr sei, z.B. Anfang März (Wetterfaktor und Veranstaltungsfülle ab Ostern).

Zwei verwiesen darauf, das Samstag der Einkaufstag ist, und blendender Sonnenschein lockte auch nicht eben in die Messehalle. Der Schwabe schafft dann eben lieber in seinem Garten oder macht Kehrwoch´.

"Wir sind sehr zufrieden", betonten die Mitarbeiterinnen vom Winnendenstand, die kaum noch Restposten in der Ecke hatten. Es war übrigens ein Zufall, dass die beiden in letzter Zeit hart getroffenen Städte Winnenden und Wendlingen nebeneinander aufgebaut hatten. Häfner dennoch. Drei meinten, es ist der Eintrittspreis mit 5 Euro zu hoch angesetzt, 3 Euro würde als Höchstbetrag akzeptiert. Letztendlich zogen sieben eine kritische Miene dass auf der Messe der drei Landkreise keinmals ihr Bürgermeister oder ein Vertreter ihre Dienste und Engagement sich ansahen, damit können aber die meisten leben.

Im Vorfeld hatte uns Gauobmann Ulrich Hempel auf einer Gauvertreterversammlung zu Mitarbeiten am Messestand des Schwäbischen Albvereins „eingeladen“ gehabt. Aus unserem Gau waren auch Kiefers aus Baltmannsweiler aktiv dabei. Ansonsten das fünfköpfige Team unter Leitung von Bernd Hiller und Roland „Rolli“ Luther.

Wir alle sehen auch aus ökologischer Sicht noch unheimliches Potenzial für den Nahtourismus, der bei der jährlichen Urlaubsmesse CMT kaum zur Geltung kommt. Der Tourismus in der Region beginnt im Grunde vor der eigenen Haustür.

Während der Esslinger Landrat Heinz Eininger nur am Freitag anwesend war und wie uns Uli am Sonntag mitteilte danach in Israel auf einer Tagung geschäftlich weilte, trugen seine Kollegen Franz Weber (GP) und Johannes Fuchs (WN) dem Wandertourismus Rechnung: Man traf sie am Stand des Schwäbischen Albvereins. Geführte Wanderungen des Schwäbischen Albvereins sorgten für weitere Abwechselung.

Das UNESCO Welterbe Limes wurde von zwei Ständen gleich beleuchtet. Dazu  Dampfzugfahrten und Mundart-Theater, das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen in Beuren und die Schwäbische Landpartie . Ein Rahmenprogramm mit Auftritten von Tanzgruppen, Modenschauen bot die Firma Peter Hahn

Den unterschiedlichen Angeboten zollten die Besucher auch anders Tribut, indem sie auf den rund 2.500 Quadratmetern die Stände meist nicht nur als Jäger und Sammler aufsuchten, sondern zuhauf in längeren Gesprächen sich informierten, was in den Rubriken Aktiv & Natur, Gesundheit & Wellness, Kulinarisches und Kultur zum Ausdruck kam. Neben dem Albverein war der Schwabenpark und der Deutschen Alpenverein platziert. Verstreut im Verlauf der Stände waren auch Gastronomen, Hoteliers (Badhotel Bad Überkingen), Winzer, Sportanbieter, Bäder(Wernau) und durch die Gebietsgemeinschaften auch Bezirke außerhalb der drei Landkreisen repräsentiert. Das Stauferland im Raum Schwäbisch Gmünd und der Bereich um Heidenheim waren auf der Messe vertreten mit einem Stand seiner Touristikgemeinschaft.

Für die Städte Winnenden und Neuffen schlug ich eine Partnerschaft auf kulturellem Weg vor, denn Gottfried von Neuffen, der Minnesänger des Mittelalters, lebte in beiden Orten. Ihn zog es in seinen letzten Lebensjahren auf die Bürg bei Winnenden.

Geht man davon aus, dass ein Tagesausflügler für Speisen, Getränke, Eintritt und Sonstiges im Schnitt 30 Euro ausgibt, könnte dies insgesamt Einnahmen in Höhe von knapp 1,5 Mio Euro an zehn Wochenenden pro Jahr bescheren, wenn die 5.000 das machen würden.

Unter den Besuchern in der Untertürkheimer Straße 34, die ich am späten Sonntagnachmittag traf, war auch Wanderfreund Herr Bahmüller aus Winnenden, der Jakobwegshauptinitiator für unseren Raum. Seine Reaktionen fielen auch gemischt aus: „Wenn schon Jakobswege dann richtig und nicht zu viele wie im Raum Rottweil, da gibt es bald an jeder Ecke einen und der verläuft auch entgegengesetzt weiter. Übernachten im Nachbarkreis würde ich aber nicht.“

Na dann, Gute Nacht und gute Zeit.

Jürgen Gruß
Fachwart für Heimatkunde und Brauchtum im Gau Esslingen

 

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