|
(JGS) Freiburg – Am Sonntag, 8. August traf sich die große Wanderfamilie in
Freiburg. Höhepunkt des wettertechnisch durchwachsenen Tages war der
in der Hermannstraße unterhalb des Schlossbergs begonnene, durch die
gesamte Altstadt geführte Festumzug (Motto „Natur, Kultur und
Wandern – eins gehört zum andern“) Zahlreiche Wanderabordnungen,
Trachtenträger und Musikgruppen mit etwa 16 000 Teilnehmern aus
allen Teilen Deutschlands zogen durch das Zentrum der
Wandertagsstadt. An der ersten Zuschauerbrücke passend stimmte der
Zug gleich "Muss i denn zum Städtele hinaus" an. Zwischen 14.30 Uhr
und 16.30 Uhr hallte zwei Stunden lang „Frisch auf, frisch auf“
durch die Straßen und Gassen der Altstadt, wo mehr als 25 000
Menschen (nach Rücksprache mit Schwarzwaldvereinskollegen an der
Wimpelausgabe am Bertholdsplatz) den Teilnehmerin zujubelten. Ihnen
allen wurde ein bunter Querschnitt durch das reiche kulturelle Leben
im Schwarzwald und in der 600 000 Mitglieder zählenden Wanderfamilie
Deutschlands gezeigt. Mit dabei auch die Gutachter Trachtenträger
mit dem originalen Bollenhut in Himbeerrot, Triberger Uhrenträger
und Wanderfreundinnen und –freunde aus beobachtet sieben Ortsgruppen
des Esslinger Gaus, die mit Wimpelstandarte, Rucksack oder
„schildbürgerlich“ auftraten. „Das Brauchtum lebt."
Viel Beifall ernteten die Gastgeber vom Schwarzwaldverein, die mit einem
mannshohen Wanderschuh als Blickfang das Schlusslicht des
Festumzuges bildeten. Die Organisatoren sprachen vom „Höhepunkt des
Deutschen Wandertages“. An ein zünftiges Ausschreiten war da
nirgends zu denken. Zufrieden war nicht zuletzt auch die Polizei
mit dem Verlauf des Wandertages, an dem aus Sicht der zehn
bereitgestellten Beamten "alles ruhig" war. Passend zum Motto des
Wandertages "Natur, Kultur und Wandern – eins gehört zum andern. An
der Ehrentribüne vorbei kommend ließ es sich unser Präsident nicht
nehmen, viele persönlich im Vorbeigehen direkt zu begrüßen.
Einige von uns bezogen Quartiere während des Wandertages, waren mehrere
Tage dabei z.B. die Sulzgrieser in St. Märgen, die anderen zog es
spontan zu diesem Festsonntag an die Dreisam, wie aus Ruit. Unsere
jahrzehnte langen Wandertagsbesucher wie Doris Ehnes oder Kurt
Fahrion hielten bei Hunderten von Wimpel-Stöcken mit imposanten
Sammlungen von Wimpeln vergangener Wandertage unsere Farben im
Gedränge hoch. Und während die meisten sich auf dem Münsterplatz und
in der Franziskanergasse an dem laben, was zum Wandern dazugehört,
nämlich an einem zünftigen Vesper, wirbt Melle im Osnabrücker Land
schon mal für den 111. Wandertag 2011.
Der 110. Deutsche Wandertag ging am Montag darauf mit der
Schlusskundgebung am Bismarck-Denkmal auf dem Feldberg zu Ende.
Ab etwa 17.00 Uhr verließen die meisten von uns den Bereich der bekanntlich
nie nass wird, nämlich den Schatten des Münsters in allen
Himmelsrichtungen. Einen speziellen Wandergruß auch an die
Ortsgruppe Lorch-Waldhausen, deren Wege sich mit meinen am
häufigsten kreuzten.
Jürgen Gruß / Fachwart Heimat und
Brauchtum 9.8.2010
zurück |